Tagesarchiv: 1. Februar 2009

schreibidee (92)

es gab hier im blog schon einmal die idee, geschichten und texte an kochrezepten zu orientieren. dieses mal geht es um mit die wichtigsten zutaten beim kochen, die gewürze. es sollen in der schreibgruppe kleine „gewürzgeschichten“ entstehen. dabei geht es nicht darum, geschichten über die gewürze zu verfassen, sondern geschichten und texte wie gewürze.

zu diesem zweck kann man als leiterIn einer schreibgruppe eine sammlung von gewürzen mitbringen, die wie ein gewürzregal aufgestellt werden oder in kleinen schälchen zur verfügung stehen. alle teilnehmerInnen suchen sich jeweils ein gewürz aus. sie können dies mit an ihren schreibplatz nehmen, auch schmecken, wenn es nicht zu unangenehm ist. dabei sollten sie sich anmerkungen zur verwendung, konsistenz oder geschmack machen. anschließend besteht zeit, einen text zu verfassen, der dem ausdruck des gewürzes nahe kommt. hierzu können die vorherigen notizen herangezogen werden. das gewürz selber sollte nicht mit namen erwähnt werden.

solch ein durchgang wird noch ein- oder zweimal wiederholt. erst dann werden die texte in der schreibgruppe vorgetragen. die anderen teilnehmerInnen versuchen zu erraten, welchem gewürz die jeweiligen texte entsprechen sollen. dadurch, dass alle über mehrere gewürze schreiben, kann es gut passieren, dass ein gewürz mehrmals die grundlage einer geschichte bildet. hier ist es interessant welche unterschiedlichen assoziationen ein und dasselbe gewürz hervorrufen kann. oder wie stellen sie sich einen gepfefferten text vor?

wie schriftsteller schreiben – ein interview

im magazin der süddeutschen zeitung vom freitag erschien ein interview mit dem schriftsteller philip roth über sein neues buch, das in deutschland erscheint. aus diesem anlass wurden interessante fragen zu seinen schreibprozessen gestellt. wie entsteht denn nun ein buch?

für menschen, die selber schreiben, kann es immer wieder interessant sein, wie es denn andere machen. denn schreiben ist einer dieser jobs, bei denen man während des eigentlichen arbeitsprozesses immer allein ist, in seinem kopf. ein austausch kann vorher und hinterher stattfinden, aber nicht während des kreativen prozesses. deshalb können viele das gefühl bekommen, nicht zu wissen, ob sie allein auf der welt sind oder ob es noch andere gibt, die ähnliche situationen oder phänomene erleben.

gestern war dann gleichzeitig auf „bbc world“ ein interview mit john irving zu sehen, in dem er, ebenso wie roth in seinem interview, beschrieb, dass schriftsteller zu sein, bedeuten kann, auch im hohen alter nicht aufhören zu können zu schreiben. roth beschreibt es sogar als eine art sucht, die, einmal angefangen, bedient werden will. vielleicht unterscheidet das die schriftstellerei vom journalismus. abgesehen davon gibt es interessante hinweise von roth, wie bei ihm die geschichten entstehen, hinweise, die eventuell vielen anderen auch bekannt vorkommen. das interview ist zu finden unter: http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28003 .