Tagesarchiv: 2. Februar 2009

kreatives schreiben und schriftstellerei

 

eigentlich hätte der titel auch lauten können „kreatives schreiben und literarisches schreiben“. denn es soll hier darum gehen, dass das praktizieren von kreativem schreiben einem das gefühl gibt, etwas geschaffen zu haben, was man bis jetzt nicht zustande brachte. dies bedeutet für viele, dass sie sich auf dem weg zum schriftsteller, zu schriftstellerin befinden.

da ist sowohl etwas wahres dran, als auch ein wenig fehleinschätzung. kreatives schreiben hat erst einmal nichts damit zu tun, literatur zu schaffen. es dient vor allen dingen dazu, überhaupt für sich selbst oder in gruppen ins schreiben reinzukommen. dass daraus eine regelmäßigkeit entstehen kann, die wiederum eine hilfe ist, literarisch tätig zu werden, sei hier nicht in abrede gestellt. doch kreatives schreiben ist einfach nicht mit der arbeit als schriftstellerInnen zu verwechseln. denn der unterschied besteht schon darin, dass alle schriftstellerInnen formulieren, schreiben sei arbeit. es lässt sich schwer literatur produzieren ohne ein regelmäßiges tun.

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nabelschau (02)

die hintergründe eines blogs bieten manch erstaunliche entdeckung. in letzter zeit findet sich bei mir immer wieder die suchanfrage nach einem „christopf“. nun, man landet damit bei mir im blog. also da steht nicht nur christopf, sondern auch der richtige nachname und der name des blogs. aber es ist schon witzig, dass mein name, der nun einmal mit „f!“ geschrieben wird, immer wieder für verwirrung sorgt.

vor jahren wurde zum beispiel schon einmal der studierendenausweis mit dem mix „christopf“ ausgedruckt. die änderung bedurfte eines persönlichen vorsprechens im immatrikulationsbüro und eines offiziellen amtsstempels, um die änderung der schreibweise vornehmen zu dürfen. schreibfehler tragen sich also gern weiter und erinnern mich an den film „brazil“, in dem eine fliege im drucker eine katastrophe auslöst.

wahrscheinlich rächen sich auch nur meine scherze, die ich gern über die schreibweise „christoph“ machte. so erklärte ich immer, ich würde mich mit „f“ schreiben, da ich ja „christof“ heiße und nicht „christopp“. jetzt hat mich zumindest jemand an dieses thema in regelmäßigen erinnert.

die konsequenz ist, dass ich, suche ich meinen eigenen namen bei google, und lande dann bei den einträgen von wordpress, das ansprechende google-ad, also die werbung für „tagescreme angebote“ finde. hier lässt sich vortrefflich spekulieren, weshalb genau diese werbung geschaltet wird. entweder kennt mich jemand bei google und meint die ringe unter den augen sollten auch mal verschwinden. oder es wird davon ausgegangen, wer bloggt, sitzt eh zu viel vor dem computer und benötigt die gute tagescreme von „yves rocher“. aber im zusammenspiel mit „christopf“ erschloss sich mir noch eine ganz andere möglichkeit. wer weiß, ob google nicht die regelmäßige suchanfrage nach „christopf“ mit seiner autokorrektur in verbindung bringt und daraus „cremetopf“ macht und sogleich die werbung für tagescreme schaltet. das internet bleibt ein regelmäßiges mysterium.

biografisches schreiben und lebensphilosophie

 

einer der interessantesten aspekte bei biografien ist die lebensphilosophie der schreibenden. welche grundhaltungen nehmen sie zu dem ein, was ihnen widerfährt? denn erlebnisse kann man teilen, also gemeinsam erleben, doch was der andere, die andere denkt, kann man nicht erfassen, noch nicht einmal ahnen. auch wenn dies bei uns gern so gehandhabt wird, nämlich zu vermuten, was die anderen denken könnten, geschieht es doch oft genug, dass festgestellt wird, man hat sich getäuscht.

wie gelange ich dazu, meine eigene lebensphilosophie zu formulieren? unter den „schreibtechniken“ habe ich in diesem zusammenhang das arbeiten mit tabellen und listen als eine möglichkeit beschrieben, sich seiner eigenen haltung anzunähern. auch bei formen der emotionalen kurven habe ich bezug auf die lebensphilosophie genommen. doch es gibt noch weitere möglichkeiten. eine hier in letzter zeit öfter benannte, ist das arbeiten mit fragebögen. dann natürlich das nachlesen in tagebüchern, die meist nicht nur eine schilderung der ereignisse beinhalten, sondern auch haltungen widerspiegeln. man kann sich auch in gesprächen und diskussionen mit anderen seiner eigenen position annähern. oder zum beispiel einen persönlichen „zitatenschatz“ aus büchern zusammenstellen, die einen am meisten berührt haben.

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