Tagesarchiv: 10. Februar 2009

„the book of questions“ von pablo neruda – ein buchtipp

hier wurden schon manche bücher zur selbstbefragung vorgestellt. doch eine ehemalige mitstudentin machte einmal darauf aufmerksam, dass pablo neruda auch ein buch angefüllt mit fragen, die fantasievoller antworten bedürfen, verfasst hat. der originaltitel des buches lautet im spanischen „el libro de las preguntas„. Da ich des spanischen nicht unbedingt mächtig bin, habe ich mich auf die suche begeben und festgestellt, dass es dieses buch leider zur zeit nicht im deutschen, aber in englisch gibt. da ich diese sprache eher verstehe habe ich mir „the book of questions“ angeschafft und muss sagen, es lohnt sich einen blick hineinzuwerfen.

das buch beinhaltet 320 fragen, die in ihrer aneinanderreihung 74 gedichte bilden. aber die fragen können auch ohne probleme für sich allein stehen und zum beispiel als schreibanregungen in schreibgruppen oder für einen selber dienen. hier ein paar beispiele der fragen, die ich nicht übersetzen möchte, da ich auch kein professioneller übersetzer bin:

„you don´t believe that dromedaries

keep moonlight in their humps?“


„who wakes up the sun when it falls asleep

on its burning bed?“


„does smoke talk with the clouds?“

zum einen fragt man sich, warum diese fragen niemand vor pablo neruda gestellt hat, zum anderen müssen die fragen teilweise gar nicht beantwortet werden, sie sind schon an sich sehr poetisch. und doch bieten sie viele anregungen, eventuell auch solche fragen selbst zu formulieren. das buch ist bei „copper canyon press“  (http://www.coppercanyonpress.org) in den usa erschienen. ISBN 978-1-55659-160-0

kreatives schreiben und fragen

schreibpädagogInnen und menschen, die gern kreativ schreiben möchten, suchen immer wieder schreibanregungen. im rahmen des biografischen schreibens, habe ich hier schon die „selbstbefragung“ vorgestellt. doch eine der einfachsten formen der schreibanregung wurde hier noch nicht erwähnt: die einfach frage.

kinder sind dafür ein gutes vorbild. ab einem gewissen alter entdecken sie alle ihre vorliebe für das wörtchen „warum“, das gern jeder erklärung eines sachverhalts durch erwachsene nachgeschoben wird. „schimmlige sachen sollte man nicht essen!“ „warum?“ „weil man dann krank werden kann!“ „warum?“ „weil schimmelpilze wenn sie wachsen gift produzieren!“ „warum?“…  dieses beispiel könnte ewig fortgeführt werden. gleichzeitig, wenn man keine kinder vor sich hat, bieten solche fragen einen guten einstieg in einen erklärenden text, in eine kleine geschichte, die versuchen einen sachverhalt mit einer etwas fantasievolleren antwort zu erklären. dieser „quatsch“ sollte kindern nicht unbedingt mitgeteilt werden, da sie erwachsenen während der warum-phase sehr viel glauben und teilweise das angesammelte wissen für bare münze nehmen. kinder sind in ihren fragen ernst zu nehmen.

wiederum, was die antworten auf die fragen angeht, kann man kleine geschichten-erzähl-spiele auch mit kindern veranstalten. sie können ebenso wie erwachsene gründe und antworten erfinden und sind dabei oft sehr einfallsreich. interessanter scheint mir, dass als schreibanregung eigentlich jede beliebige frage verwendet werden kann. zum beispiel „warum ist die erde rund“. wissenschaftlich lässt sich dies natürlich inzwischen sehr dezidiert erklären, doch wieso nicht einmal eine ausgefallenere antwort finden, z.b. dass das ganze universum der kaugummiautomat gottes ist.

ebenso ausgefallen, paradox oder sinnfrei können auch die fragen sein und eine anregung für das fantasieren bieten. so kann man sich fragen, weshalb bei himbeeren und brombeeren die kernchen eigentlich innen sind, bei der erdbeere aber außen. gibt es darauf eine antwort? das können kreativ schreibende sicherlich nur bejahen und gleich eine geschichte dazu niederschreiben. im nächsten post werde ich ein buch vorstellen, das randvoll ist mit wunderbar außergewöhnlichen fragen. ansonsten kann man auch die fragen seiner kinder notieren und kleine antwortgeschichten dazu verfassen.

creative business writing – werkstatttipp

sabine samonig bietet eine weitere schreibwerkstatt in Berlin an, die ich auch gern hier vorstellen möchte:

 

Creative Business Writing

Workshop: Schlüsselkompetenz Schreiben im Beruf 

 

Inhalte:

  • Kreative Schreibimpulse für den beruflichen Alltag und darüber hinaus.
  • Schreibblockaden am Schreibtisch die Stirn zeigen
  • Schreibtipps und –Strategien nutzen
  • Storytelling: das Potenzial erzählter Geschichten in der Wirtschaft

 

Zielgruppe: Interessierte, die ihre Schreibkompetenzen aufmöbeln und für den beruflichen Erfolg nutzen wollen, Gruppengröße 6 – 10 TeilnehmerInnen

 

Termin und Anmeldung:

28. März 2009, 10.00 – 18.00 Uhr, Kosten 175 Euro

Schreib Collagen! – die textwerkstatt in berlin

Sabine Samonig, MA für Biografisches und Kreatives Schreiben

www.schreibcollagen.de

sabine@schreibcollagen.de , Tel: 547 07 480

Ort: Samonig & Collegen, Grolmanstraße 36, 10623 Berlin – Charlottenburg