biografisches schreiben und erkrankungen

 

beinahe jeder mensch kennt im laufe seines lebens das gefühl der ohnmacht, einer körperlichen erkrankung ausgeliefert zu sein. da viele bestrebt sind, ihr leben selbst zu bestimmen und im griff zu haben, sind krankheiten ein moment, in dem man gewahr wird, dass dies nicht immer funktioniert. schon die zur zeit durch die lande ziehende grippewelle wirft viele für einige tage auf sich zurück.

abseits der kleinen erkältungen, gibt es sehr viele erkrankungen, die das gesamte lebenskonzept durcheinanderbringen können. so zwingt einen die so genannte „zuckererkrankung“ sein essensverhalten zu verändern, chronische erkrankungen können zur einschränkung der bewegungsfreiheit führen, der herzinfarkt kann eine warnung sein, sein gesamtes lebenskonzept zu überdenken.

deshalb sollte der blick auf den eigenen körperlichen zustand oder „ausnahme“erfahrungen natürlich in die eigene lebensgeschichte einfließen. so kann für alle lebensabschnitte notiert werden, welche körperlichen schwierigkeiten in dieser zeit aufgetreten. in einem zweiten durchgang kannn dann notiert, welche auswirkungen dies auf das weitere leben hatte, auch wenn sich zum beispiel nur die eigene einstellung veränderte. und in einem letzten schritt könnten noch die emotionen notiert werden, soweit man sich erinnert, die man mit der erkrankung verbindet.

dieser blickwinkel lässt sich auch noch auf das jeweils nähere umfeld ausweiten, zum beispiel lebenspartnerInnen und gute freunde betreffend: wo war man konfrontiert mit erkrankungen, wieweit hatte dies einfluss auf das eigene leben und auch hier mit welchen emotionen ging dies einher? dadurch bekommt einen überblick über lebensphasen der eigenen biografie, die oft abgekoppelt werden, auch in erzählungen, vom so genannten „alltag“ oder beruf. dabei lassen sich diese situationen und ausnahmezustände normalerweise gar nicht trennen.

im vorfeld kann man sich auch gedanken machen, was man selber unter erkrankungen fasst, denn zum beispiele viele suchterkrankungen werden auch von den betroffenen selbst immer noch nicht als solche eingestuft.

und für die eigene biografie kann es aufschlussreich, ob man aus diesem lebensabschnitt gestärkt oder für das zukünftige leben eingeschränkter herausgegangen ist.

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