Tagesarchiv: 20. Februar 2009

schreibaufgabe (23)

diese aufgabe kommt ganz schlicht daher. es gibt einen textanfang, der der auslöser für eine geschichte sein soll. was dann kommt bleibt den schreibenden überlassen. doch die geschichte sollte 900 worte nicht überschreiten. der textanfang lautet:

Sie lauschte der Musik, die sich für sie immer wie ein See um sie herum ausbreitete, in dem sie als Delfin schwimmt. In diesem Moment fiel der Strom aus.

mal sehen, was so ein abruptes stoppen der musik bei menschen auslösen kann 😉

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nabelschau (05)

berlin schneit zu. ein seltenes ereignis, das vermerkt werden muss. die welt erscheint in solchen momenten angenehm gedämpft. langjährige „berliner“ sind schon genervt, zu viel winter, zu viel schnee. ab drei zentimeter neuschnee geben die räumdienste auf und lassen liegen, was nicht zu vollständig zu beherrschen ist. der einwurf, dass es viel ekliger wäre, wenn das alles als regen runterkäme, wird mit einem kurzen nicken toleriert. gleich darauf wird nachgeschoben, dass es dieses jahr reicht mit dem winter.

schade eigentlich, wird die stadt doch für ein paar tage ein wenig ruhiger. sonst brummt, schreit und poltert sie ungehörig durch den alltag. jetzt bremsen grippewelle und schneegestöber den tatendrang. doch auszeiten sind auszuhalten. wer konsequent auf hochtouren läuft, den überfällt gern in momenten des innehaltens die ganzen beiseite gelegten gedanken und bedenken. da scheint schnee plötzlich eine provokation zu sein, einen auf sich zurückzuwerfen. und wer hatte noch einmal die grippe erfunden?

diese form der dämpfung wünscht man sich manchmal fürs internet. einfach zehn zentimeter neuschnee, die das gelärme und die empörung ob aktueller entwicklungen und dem leben an sich zudecken. ein wenig abkühlen, zittern statt twittern. jeder muss sich seinen weg durch den belag bahnen, die gruppenwanderungen werden erschwert und der hype erschwert. mensch dreht sich schwerer um sich selbst, die gefahr auszurutschen ist zu groß. lieber eine schlittenfahrt durch eine landschaft, die in pastell daher kommt, keine brüllende werbung auf jeder seite, kein rennen, um die nase vorne zu haben. einfach schreiben bei dem sich die texte aufbauen, wie eine schneedecke und die worte leicht wie flocken fallen.

berlin scheint so hell wie selten, sand und rollsplitt, die bei einem zentimeter schnee tonnenweise aufs parkett geworfen wurden, sind verdeckt. die hundescheiße verschwindet unter weißen häubchen. eigentlich ein grund zur freude. und dann die bewegung gründen: „jedem haus seine schippe – hals- und beinbruch können kein lebensziel sein“. berlin schneit zu.

p.s.: jetzt ist dann alles wieder matsch 😦

kreatives schreiben und gelegenheiten

wie bei vielen anderen dingen, die einem eigentlich sehr viel spaß machen, findet der mensch gern hinderungsgründe, weshalb er sie gerade jetzt nicht machen kann. die am häufigsten gesuchte ausrede ist die zeitknappheit. man hat leider keine zeit gefunden, seinem hobby oder seinen interessen nachzugehen. da ist die tägliche arbeit, da sind die kinder oder da sind die erledigungen, die im alltag gemacht werden müssen. faszinierend daran ist, dass sich für tätigkeiten, die wenig spaß machen, die auch nicht notwendig sind, beständig zeit zur verfügung steht.

oftmals entsteht der eindruck, dass mensch angst davor hat, genau das zu tun, das ihm viel lust bereiten würde. könnte er doch feststellen, dass er bis jetzt die eigenen interessen zu sehr ignoriert hat und sich endlich einmal etwas ändern muss.

das kreative schreiben betreffend kann sich diese aufschiebende haltung entweder darin zeigen, dass man sich nie für eine schreibgruppe anmeldet, obwohl man große lust dazu hätte, oder dass man auch für sich nie die zeit findet, zu schreiben. beinahe alle menschen, die regelmäßig schreiben oder kreativ schreiben, haben irgendwann die erfahrung gemacht, dass sie einfach einmal damit anfangen mussten, dann aber schwerlich wieder aufhören konnten (abgesehen von den schreibblockaden).

wahrscheinlich ist es die überwindung, die notwendig ist, sich dem zu widmen, das einem spaß macht. so zum beispiel zu entscheiden, nach dem aufstehen gleich „morgenseiten“ zu schreiben, regelmäßig tagebuch zu führen, sich endlich für eine gruppe anzumelden, die nur einmal die woche an einem abend stattfindet oder auch nur in einer viertel stunde pause ein kleines schreibspiel für sich zu machen. denn schaut man genau hin, stellt man fest, dass es immer wieder pausen gibt, die zeit für ein zehnminütiges freewriting bieten. und ist der erste schritt einmal gemacht finden sich weitere möglichkeiten und gelegenheiten.

warum dies tun? weil meist festzustellen ist, was man sich bis jetzt versagt hat und es ein angenehmes gefühl ist, etwas eigenes geschaffen zu haben. warum nicht heute damit beginnen?