Tagesarchiv: 21. Februar 2009

literatur und geschmack

 

schon die literaturkritik zeigt, dass dasselbe buch, dieselbe geschichte sehr verschieden wahrgenommen werden kann. es gibt keine objektive literaturkritik, es kann sie gar nicht geben. selbst wenn germanistik und literaturwissenschaften versuchen hintergründe und stile aufzuschlüsseln und wenn behauptet wird, es gäbe einen kanon der wichtigen, „richtigen“ literatur, wird es sich nicht herumsprechen. wie bei allen medien und künsten sind die geschmäcker verschieden.

das muss aber kein nachteil sein. in einem gut ausgestatteten buchladen wird auch noch heute eine bandbreite an literatur angeboten, die reichhaltiger nicht sein kann. auch wenn die großen verlage den markt beherrschen, finden sich doch oft genug nischen, um kleine werke zu platzieren. das ist ein angebot, das nicht zu unterschätzen ist, zeigt es doch, dass der mensch sehr wohl wählt, was er mag. ob nun der unterhaltungsliteratur-krimi gern gelesen wird oder der abenteuerroman, wenige menschen beharren darauf nur ernste weltliteratur zu verköstigen.

hier kann man sicherlich parallelen zum fernsehkonsum oder zum surfen im internet ziehen. da zeigt sich nämlich, dass vor allen dingen auch das bildungsbürgertum, soweit es noch existent ist, gern einmal zur fernbedienung greift und genau das anschaut, das er marcel reich-ranicki so verteufelt hat.

unterhaltung muss nicht immer ein hohes niveau haben, um zu unterhalten. manchmal geht es auch um die sinnfreiere entspannung, die eine unterbrechung in einem verantwortungs“vollen“ leben darstellt.

so stellt sich die frage, inwieweit sich über geschmack streiten lässt? Weiterlesen

web 2.0 und soziale netzwerke

 

die menschen scheiden sich in zwei gruppen. die einen sagen zu netzwerken wie „facebook“, „studivz“ oder „xing“, dass sie iher kontakte lieber persönlich und real-kommunikativ pflegen. andere sagen, dass sie über die im web 2.0 existierenden netzwerke kontakt zu menschen bekommen, zu denen sie nie in ihrem leben kontakt bekommen hätten. vollständig vergleichbar sind reale und virtuelle netzwerke auf keinen fall. es sind unterschiedliche kommunikationsformen, die jeweils angewendet werden. und es wird deshalb eben auch verschieden kommuniziert.

beide formen haben ihre vor- und nachteile. die netzwerke im web sind sicherlich viel größer, als man sie im realen zusammensein überhaupt erleben kann. gleichzeitig besteht aber das problem im internet, dass sich die betreiber gerade stück für stück das vertrauen ihrer nutzer verspielen. gerade letzte woche änderte „facebook“ mal kurz seine nutzungsbedingungen und versuchte die hoheit über alle existierenden daten auf dauer zu sichern. unter protest wurde dies wieder zurückgenommen. „studivz“ hatte schon seine auseinandersetzung um werbemöglichkeiten und datenverwendung.

anscheinend sind datenansammlungen, die natürlich gehäuft in netzwerken vorkommen (oder bei großen arbeitgebern wie bahn und telekom), extrem verführerisch für jegliche nutzung. Weiterlesen