web 2.0 und soziale netzwerke

 

die menschen scheiden sich in zwei gruppen. die einen sagen zu netzwerken wie „facebook“, „studivz“ oder „xing“, dass sie iher kontakte lieber persönlich und real-kommunikativ pflegen. andere sagen, dass sie über die im web 2.0 existierenden netzwerke kontakt zu menschen bekommen, zu denen sie nie in ihrem leben kontakt bekommen hätten. vollständig vergleichbar sind reale und virtuelle netzwerke auf keinen fall. es sind unterschiedliche kommunikationsformen, die jeweils angewendet werden. und es wird deshalb eben auch verschieden kommuniziert.

beide formen haben ihre vor- und nachteile. die netzwerke im web sind sicherlich viel größer, als man sie im realen zusammensein überhaupt erleben kann. gleichzeitig besteht aber das problem im internet, dass sich die betreiber gerade stück für stück das vertrauen ihrer nutzer verspielen. gerade letzte woche änderte „facebook“ mal kurz seine nutzungsbedingungen und versuchte die hoheit über alle existierenden daten auf dauer zu sichern. unter protest wurde dies wieder zurückgenommen. „studivz“ hatte schon seine auseinandersetzung um werbemöglichkeiten und datenverwendung.

anscheinend sind datenansammlungen, die natürlich gehäuft in netzwerken vorkommen (oder bei großen arbeitgebern wie bahn und telekom), extrem verführerisch für jegliche nutzung. erstaunlich erscheint mir, dass vor allen dingen betreiber der netzwerke immer noch kein gespür dafür haben, was ihre nutzer davon halten. begriffe wie „vertrauen“ spielen bei allen netzwerken eine große rolle. wer dies verspielt steht schnell allein da. doch das müsste über die jahre bewusst geworden sein. 

warum sollte ich mich jemandem mit meinen daten ausliefern, dem ich nicht vertrauen kann? das würden die betreiber der seiten, doch auch selbst nicht tun. lästig in diesem zusammenhang ist dadurch, dass vertrauen verspielt wird, die halbwertszeit der netzwerke. im realen leben können solche sozialen bindungen über jahrzehnte halten, im internet anscheinend maximal ein paar jahre. das macht sicherlich auch momentan die sozialen netze im web 2.0 für tiefgehende kontakte nicht sonderlich attraktiv. viele nutzen beide möglichkeiten im zusammenspiel. bleibt zu hoffen, dass dies weiter auf vertraulicher basis möglich ist.

3 Antworten zu “web 2.0 und soziale netzwerke

  1. @Datenschutz und Web 2.0:

    Ich denke die Frage ist generell: Wie steht es um den Datenschutz im Web 2.0? Ich selbst habe an der Entwicklung mehrerer (derzeit noch kleiner) Web 2.0 Plattformen mitwirken dürfen – und sehe die Fragestellung aus zweifacher Perspektive. Zum Einen muss ein Web 2.0 Dienst einfach gewisse Informationen dauerhaft speichern, damit der Dienst an sich funktioniert (z.b.: Blogger die Texte der Nutzer, wer hat was geschrieben?, welche Antworten gibt es? etc…)[Entwicklerperspektive]. Dann gibt es einen zweiten Kreis von Informationen, der die Funktionalität des Dienstes eigentlich nicht betrifft; Daten die aber dennoch über die Möglichkeiten die sich dem User mit dem betreffenden Dienst bieten einiges Aussagen. Kann der User zb zu seinen eigenen Webauftritten verlinken – oder geht das (wie im StudiVZ) nur eingeschränkt? Kann der User Bookmarks setzen und „seine“ Seiten so weiterempfehlen? All das setzt die freiwillige Bekanntgabe doch recht sensibler Daten voraus – weshalb viele Betreiber lieber auf einige Funktionen verzichten. Wir selbst haben versucht einen gangbaren Mittelweg einzuschlagen, und versuchen Datensicherheit bei einem gleichzeitig möglichst hohen Grad an Funktionalität anzubieten. Ich selbst mache mir über die Verwendung meiner Daten bei großen Plattformen deshalb auch keine Sorgen [Userperspektive] – weil ich weiß, daß die Meisten von mir bekanntgegebenen Daten den Nutzen einer Seite für mich erheblich steigern. (z.b. findet man nur dann Leute mit ähnlichen Interessen, wenn man seine Interessen angibt – zumindest jene die für die Öffentlichkeit bestimmt sind… *g*)

    Letztlich besteht mMn auch eine moralische Verpflichtung des Betreibers einer Seite gegenüber dem User/den Usern. Gerade weil sich registrierende User uns als Webmastern ihr Vertrauen schenken, müssen uns ihre Daten geradezu sakrosankt (im Sinne von unantastbar) sein. Hier wird sich gewiss kein seriöser Anbieter so schnell eines leichtfertigen Umgangs mit den Daten seiner Benutzer schuldig machen.

    mfg,
    zeiti

    • nun, das klingt ja alles sehr schön, lässt sich wahrscheinlich auch bei kleineren plattformen eher kontrollieren, aber „facebook“ hat laut medien zur zeit 175 millionen user. haben die sich jetzt, was das vertrauen angeht, alle geirrt oder ist über kurz oder lang damit zu rechnen, dass alle daten, die zur verfügung stehen, auch genutzt werden? die bundesregierung ist ein schönes beispiel dafür. im gegensatz dazu hält sich wahrscheinlich mancher private anbieter zurück. „vertrauen“ ist meiner ansicht nach inzwischen die falsche perspektive, „strategisches verhalten“ erscheint sinnvoller. 😦

  2. Man darf natürlich auch net vergessen, daß die Masse der User wieder eine gewisse Anonymität für den Einzelnen mit sich bringt. 🙂 Wen würde zb real interessieren ob der User Lieschen Müller Vanilleeis mag? *g* Daten sind ja auch für Firmen (Stichwort: Werbung) erst ab einer gewissen Menge interessant.

    mfg

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