schnickschnack (60)

letzte nacht vielen dann die entscheidungen über den „oscar„. interessant dabei erscheint die mischung aus künstlerischer bewertung und politischer haltung. hollywood war schon immer ein ort des kulturellen gegenpols zum konservativen amerika.

bei der gestrigen verleihung konnte man dies beim oscar für „sean penn“ feststellen. es geht um die homo-ehe in kalifornien. der film über „harvey milk„, den schwulen bürgerrechtler in san francisco kam zur passenden zeit in die kinos. in den usa tobt der kulturkampf um die gleichberechtigung homosexueller lebensgemeinschaften eine stufe schärfer als in deutschland. der „weltspiegel“ in der ard berichtete darüber, es kann noch einmal unter http://www.weltspiegel.de angeschaut werden.

und so wurde die verleihung an sean penn also auch zu einem statement für die homo-ehe, das sean penn bei seiner dankesrede offen aussprach. wiederum der saal honorierte diese haltung mit viel applaus. denn man achte auch darauf, welcher schauspieler in hollywood offen schwul und welche schauspielerin offen lesbisch ist, so gut wie niemand. das erstaunt ein wenig, da auch dieses arbeitsfeld nicht wenige homosexuelle bindet. denn ein coming out in der dankesrede für den „oscar“, also der gruß an den lebenspartner oder die lebenspartnerin kann die gesamte karriere kosten, auch heute noch. offene diskriminierung darf es nicht geben, aber die besetzungslisten sprechen dann häufig eine klare sprache. so war zumindest der applaus erfrischend und man kann nur hoffen, dass sich auch in hollywood noch mehr ändert. alle ergebnisse der verleihung sind zu finden unter: http://www.oscar.com .

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2 Antworten zu “schnickschnack (60)

  1. Sehr mutig, zumal Sean Penn nicht schwul ist (soweit ich weiß, obwohl: er war ja mit Madonna verheiratet, oder?).
    Übrigens seltsam: ich vertrete sehr offen die Gleichberechtigung, werde von meinen heterosexuellen Mitgenossen brav getätschelt, und höre leider allzu oft von homosexuellen Zeitgenossen solche Sprüche wie: „Sie verstehen garnichts!“ oder „So blöde wie Sie sind, sind Sie ja wohl geistig behindert.“ – Das hat mich doch einige Male an dem Wert von Toleranz zweifeln lassen. Keine Angst, ich bin extrem dickköpfig.

    • da scheint die erwartung zu groß, homosexuelle menschen seien aufgrund ihrer erlebten diskriminierungen toleranter als andere menschen. das ist garantiert nicht der fall, obwohl man es glauben sollte. doch minderheiten bauen gern einen schutzwall um sich, damit sie nicht mehr so leicht verletzt werden. löst sich dieser schutz auf, da gleichberechtigt, ist die angst da, in der masse zu verschwinden. muss nicht sein, kann aber sein. man kann das ganze aber auch von einer kritischeren seite her denken, bei den hohen scheidungsraten wäre doch einmal über eine vollständige abschaffung des gesellschaftlichen konstruktes der „ehe“ zu reden, ebenso wie die konstruierten geschlechterrollen. die „homoehe“ ist eben auch eine anpassung an die gesellschaftlichen vorgaben. hier liegen schwule und lesben auch im widerstreit miteinander.

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