Tagesarchiv: 6. März 2009

schnickschnack (61)

drogensucht und drogenkonsum sind untrennbar miteinander verbunden. in deutschland ist dies weiterhin ein heikles thema, da, wie hier schon einmal erwähnt, die drogenerkrankung nicht wie eine krankheit betrachtet wird, sondern oft als mangel an selbstdisziplin. zudem ist der konsum mancher drogen gesellschaftlich anerkannt (siehe alkohol) aber anderer drogen strafbar.

doch in den letzten jahren gab es zumindest eine leichte veränderung in die richtung einen etwas unverkrampfteren umgang mit der thematisierung von drogenerkrankungen und den einhergehenden abhängigkeiten zu finden. so darf überhaupt über die freigabe bestimmter drogen, auch in der schmerztherapie, diskutiert werden. viele freie träger in der stadt berlin arbeiten auf der basis „akzeptierender drogenarbeit„, soll heißen, die drogenkonsumentInnen werden nicht zusätzlich kriminalisiert, sondern es werden ihnen hilfsangebote gemacht.

ein recht ungewöhnliche haltung wird eingenommen, wenn man davon ausgeht, dass der mensch als subjekt, sehr wohl darüber selbst bestimmen darf, was er seinem körper zuführt und was nicht, also auch seinen drogenkonsum selbstbestimmt gestaltet. informationen über die fachlichen begründungen und das konzept der arbeit mit drogenerkrankungen findet sich unter http://www.prosd.org . eine spannende und diskussionfördernde seite.

schreibpädagogik und psychische erkrankungen

 

zwei aspekte ergeben sich für die leitung von schreibgruppen im zusammenhang mit psychischen erkrankungen. zum einen kann es passieren, dass unter den teilnehmerInnen während der durchführung der gruppe psychische erkrankungen zu tage treten können. zum anderen können spezielle schreibgruppen für menschen mit psychischen erkrankungen angeboten werden.

in bezug auf den ersten punkt kann es zu schwierigkeiten kommen, die teils schwer zu bewältigen sind. schreiben, egal ob biografisch oder kreativ, kann bei menschen emotionen auslösen, die sie in eine krise bringen oder eben eine psychische störung auslösen. das schreiben an sich, verursacht dies nicht, es muss im vorfeld schon etwas vorgefallen sein, schon zu einer erkrankung gekommen sein und durch das schreiben müssen dann nur die emotionen transportiert werden. deshalb sollte im vorfeld einer schreibgruppe sehr klar formuliert werden, ob sie auch therapeutische aspekte berücksichtigt oder nicht. sollte man als leitung keine ausbildung in diese richtung erfahren haben, sollte man auf alle fälle weiter verweisen, wenn es zu vorfällen kommt. wichtig scheint es, in momenten des zutagetretens von störungen, klare grenzen der gruppe zu formulieren und das einzelgespräch mit den teilnehmerInnen zu suchen. es scheint mir wichtig, dass nur dann eine lösung gesucht werden muss, wenn die erkrankung den ablauf der schreibgruppe stark beeinflusst. kleine störungen können auch so oder so in schreibgruppen auftreten. und das schreiben an sich, soll ja auch dazu dienen, sich seiner selbst zu vergewissern. warum sollte dies nicht auch ein mensch mit psychischen erkrankungen machen können?

womit wir beim zweiten der oben aufgeführten punkte wären, Weiterlesen