kreatives schreiben und absurdes

 

oft scheint es leichter, einen absurden text schaffen zu können, als dies in wirklichkeit umsetzbar ist. denn meist entsteht eher klamauk, denn ein absurder text. hier stellt sich die frage, was nötig ist, um absurd zu wirken. letztendlich kann der text nicht vollständig befreit werden von zusammenhängen. ist dies der fall, wirkt alles nur noch wie eine aneinanderreihung von ideen oder beschreibungen. doch der bezug der aussagen im text darf bestehen, sollte aber eher unklar oder widersprüchlich sein. absurd ist es zum beispiel, wenn menschen aneinander vorbei kommunizieren. deshalb bieten sich im kreativen schreiben dialoge zur produktion absurder texte hervorragend an.

aber auch abseits der dialoge ist der spielraum groß, wahrscheinlich ist „spielraum“ auch der begriff, der die entstehung eines absurden textes ganz gut umschreibt. so bilden sich beständig steigernde gedanken und geschichten, die in ferne dimensionen abdriften eine gute grundlage für „absurdes“. ähnlich scheinen auslassungen zu wirken, die die leserInnen in der ungewissheit belassen. oder es können gegenstände und wesen miteinander in kontakt treten, die in der realen welt keinen bezug zueinander haben.

aber auch hier ist zu unterscheiden zwischen science-fiction oder fantasy und absurdem. das absurde hat immer noch einen stärkeren bezug zum realen als die beiden anderen literaturformen. ein irrtum besteht darin, zu glauben absurd müsse lustig oder satirisch daherkommen. es gibt sehr ernsthafte absurde erzählungen, die dem drama ähnlicher scheinen. schwer einzuordnen bleibt absurdes allemal, aber selbst in der lyrik finden sich genug beispiele. bekanntester und sehr produktiver autor war „ringelnatz“.

wirkliche absurditäten werden erst dadurch sichtbar, dass sie entweder plötzlich auftreten oder sich im laufe des geschriebenen einschleichen. jedoch für jede form finden sich genügend schreibaufgaben, die es ermöglichen in schreibübungen, absurde texte entstehen zu lassen. klassisch ist zum beispiel der „knicktext“, bei dem geschriebenes immer wieder umgefaltet wird und gleichzeitig verschiedene menschen am letzte sichtbaren satz nacheinander weiter schreiben. hier finden sich als endprodukte viele absurde texte. generell verlangt das schreiben eines absurden textes von den autorInnen auch die fähigkeit, den inneren zensor ein wenig in die ecke zu stellen, um sich an unlogisches zu trauen.

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