Tagesarchiv: 15. März 2009

selbstbefragung (06) – beziehungsweisen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „beziehungen„.

  • wovor haben sie am meisten angst, wenn ihnen jemand wirklich nahe kommt? und warum nur?
  • wieviele ihrer beziehungen haben ihnen das gefühl gegeben, wichtig zu sein?
  • gibt es momente, in denen ihnen die anstrengungen um beziehungen zu groß sind? wenn ja oder nein, warum?
  • was verstehen sie eigentlich unter liebe, vorausgesetzt, alle menschen verstehen etwas anderes darunter? also, was bedeutet für sie liebe im augenblick?
  • wie gehen sie damit um, wenn sie sich einmal absolut daneben benommen haben?
  • wie gehen sie damit um, wenn sich ihre beziehungspartnerInnen einmal absolut daneben benommen haben?
  • woran merken sie es, dass sie sich mit ihren beziehungspartnerInnen wohl fühlen?
  • wie schaffen sie es, nach einer beziehung loszulassen?
  • warum müssen, ihrer ansicht nach, menschen überhaupt beziehungen eingehen?
  • wann haben sie das letzte mal einem menschen gesagt, dass er ihnen wichtig ist? und in welcher situation?
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schreibidee (104)

eigentlich erwarte ich gerade einen dieser hübschen skandinavischen krimis im fernsehen, doch dafür senden sie immer noch boxen, eine der ekligsten sportarten, die es gibt. um nicht hinschauen zu müssen, notiere ich lieber die schreibidee und möchte den schriftlichen schlagabtausch zur schreibanregung machen, es geht um „verbales boxen„.

es sollen dialoge geschrieben werden. dazu werden die teilnehmerInnen der schreibgruppe einander zugelost. nun können entweder konfliksituationen auf zetteln notiert werden und auch für die jeweiligen zweigruppen gelost werden. interessanter finde ich es aber, wenn alle dialoge zu dem gleichen konflikt geschrieben werden, da dann ein vergleich der ideen möglich ist. die vorgabe muss gar nicht ausführlich formuliert werden. so genügt es schon, dass ein beziehungskonflikt in dem schlagabtausch wiedergegeben werden soll. es sind dieses mal ausdrücklich tiefschläge beim verbalen boxen erlaubt. es gibt keine ringrichter, es gibt nur die beiden, die sich streiten und unterhalten. wenn die dialoge fertig sind, werden sie gegenseitig vorgelesen.

in der folge kann die aufgabe gestellt werden, den dialog weiterzuschreiben und zu einer versöhnung zu kommen. da vorher geboxt wurde, wird dies nicht so schnell möglich sein, aber beide schreiberInnen müssen die kurve kriegen.

als weitere konfliktsituationen kann zum beispiel über eine beschwerde in einer behörde geschrieben werden, es kann ein streit unter nachbarn sein, es kann eine auseinandersetzung an der schule oder im nahverkehr sein, es kann ein politischer schlagabtausch geschrieben werden und vieles mehr.

nabelschau (09) – berliner feuerwehr als freizeitpark

bürokraten-sprech. mein briefkasten liefert in letzter zeit viel stoff zum nachdenken und vor allen dingen zum übersetzen. so fand sich vor einiger zeit, folgendes meisterwerk im kasten, das an alle anwohner gerichtet war (oben rechts in der ecke überigens mit dem tollen logo „be berlin“:

sehr geehrte damen und herren, wie sie sicherlich mitbekommen haben, finden zur zeit umfangreiche bauarbeiten auf dem gelände der feuerwache statt. (ja, liebe feuerwehr, das habe ich mitbekommen, als in den letzten wochen bei mir in der küche die gläser in den regalen klirrten. zu dem ist mir aufgefallen, dass beinahe der gesamte hinterhof aufgerissen und zugeschüttet mit baumaterialien ist. das scheint mir „umfangreich“. und so wie ich ihre behörde kenne, gab es schon ein paar beschwerden, sonst wäre der brief überhaupt nicht verfasst worden.) sofern es zu keinen komplikationen kommt, ist mit einer bauzeit von ca. 10 wochen zu rechnen. (es ist also schon zu komplikationen gekommen, sonst wäre der brief nie so formuliert worden. wir können also mit großer sicherheit davon ausgehen, dass die bauzeit sich verlängert und das gesamte frühjahr der balkon nicht nutzbar ist.) in dieser zeit kann es zu lärmbelästigungen kommen. („kann“ ist schön formuliert. es kommt beinahe sieben stunden am stück zu lärmbelästigungen, ihre schöne sichtschutzwand, die sie letzten sommer an der einen seite des hinterhofs aufgebaut haben, sorgt dafür, dass der lärm volle pulle gegen die anderen häuser brettert. auch das beseitigen beinahe aller bäume und büsche auf ihrem hinterhof in den letzten jahren senkt die lärmbelästigung nicht.) in zusammenarbeit mit der baufirma und der bauleitung sind wir bemüht, die unannehmlichkeiten für sie so gering als möglich zu halten. (das glauben sie nicht wirklich. denn wäre das ihr anliegen, dann würden nicht nur zwei mitarbeiter der baufirma den hof häppchenweise umgraben, sondern dann würden mehr mitarbeiter schneller alles umgraben. und dann würden auch ihre zudem stattfindenden zwei schichtwechsel nicht zwei stunden dauern, sondern eine halbe stunde wie früher. dann würde nicht…). bei fragen stehe ich ihnen gerne, unter der oben aufgeführten telefonnummer, zur verfügung. mit freundlichen grüßen… (tja, nett gemeint, aber ich weiß jetzt schon, dass sich durch die antworten die grundsituation nicht ändern wird. aber schön, dass sie sich mal gemeldet haben.) 😆 hier bekommt zwischen den zeilen lesen immer wieder ein große bedeutung.

in den kommentaren finden sich die schönwetterentwicklungen, die sich jedes jahr wiederholen.