kreatives schreiben und selbstdisziplin

 

gerade habe ich wieder in einem blog gelesen, dass jemand wahnsinnig gerne an einer geschichte schreiben würde und überhaupt schreiben wolle, aber nie so richtig zeit dafür habe. es wären soviele andere dinge vorrangig zu erledigen, dass man einfach nicht zum schreiben komme.

der psychologe würde jetzt sagen, dann ist man noch nicht so weit, die richtige zeit wird kommen. aber der psychologe könnte auch sagen, und hier würde der pädagoge wahrscheinlich zustimmen, dass die richtige motivation geschaffen werden müsse, um zur handlung des schreibens zu gelangen. leichter gesagt, als getan, denn die fenster sollten auch seit monaten schon geputzt werden. und wenn ich schreibe, bleiben die fenster dreckig.

in solchen momenten kann das lustprinzip recht hilfreich sein. auf was habe ich lust? auf schreiben. habe ich auf das fensterputzen ebenso viel lust? nein. warum putze ich dann lieber die fenster, anstatt zu schreiben? könnte mir ein nachteil beim schreiben daraus entstehen, wenn die fenster weiter ungeputzt sind? nein. höchstens ein paar nachbarn machen sich gedanken darüber. aber über die kann ich ja schreiben.

und hier greift für mich der begriff „selbstdisziplin“, den ich nicht so negativ verwenden möchte, wie er im deutschen oft gebraucht wird. selbstdisziplin ist nicht per se lustfeindlich. selbstdisziplin kann ich auch als disziplin für sich selbst einzutreten verstehen. so folge ich in einzelnen handlungen meinen bedürfnissen und nicht den sachzwängen, was man so tut. ich passe also strikt darauf auf, dass ich auch schreibe, wenn ich lust dazu habe. es macht keinen sinn, zu schreiben, wenn ich keine lust habe. ebenso wenig sinn macht es, die fenster zu putzen, wenn ich keine lust dazu habe. zu oft wird der kreative ausdruck durch das schreiben als luxus betrachtet, dem ich nur frönen darf, wenn das tagwerk erledigt ist. wie wäre es mit der überlegung, dass das tagwerk viel leichter zu erledigen ist, wenn ich vorher meinen wünschen gefolgt bin.

also, man notiere auf einen zettel: „ich habe lust zu schreiben und nichts hält mich davon ab, denn meine lust geht vor.“. diesen zettel hänge man sich an den badezimmerspiegel und lese ihn sich jeden morgen laut durch. wäre doch gelacht, wenn sich keine zeit für´s schreiben finden ließe. nach der morgenwäsche wird sofort festgelegt, wann an diesem tag eine stunde für das schreiben genutzt werden kann. und sollte etwas dazwischen kommen, dann ist die motivation vielleicht wirklich nicht groß genug 😀

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