Tagesarchiv: 20. März 2009

was könnte am schreibschrift-blog besser werden?

einjahrblog

 

es ist klar, etliche würden sagen, endlich groß- und kleinschreibung zu beachten. das hab ich hier schon viel diskutiert und stelle es nicht zur abstimmung. aber viele andere möglichkeiten der erweiterung oder veränderung möchte ich hier bewerten lassen. was sich dann wie umsetzen lässt kann ich nicht sagen, aber der versuch ein wenig dienstleistung mit einem blog zum kreativen schreiben und zur schreibpädagogik zu verbinden, scheint mir sinnvoll. je mehr dazu eine meinung abgeben, um so gewisser ist es für mich, den wertungen zu folgen. also, es sind alle herzlich eingeladen in die folgende liste zu klicken. das ergebnis lässt sich dann demnächst an den posts ablesen. Mehrfachantworten sind möglich.

 

biografisches schreiben und kriegserfahrungen

man muss nicht soldat oder soldatin auf dieser welt sein, um einen krieg hautnah mitzuerleben. es gibt weiterhin viel zu viele kriege. immer wieder versagt die diplomatie und menschen meinen, die einzige lösung könne es sein, andere menschen zu töten. wer solche situationen miterlebt, wer den schrecken und die angst spüren muss, wird diese situation nie vergessen.

wie die generationen, die den zweiten weltkrieg miterlebt haben, zeigen, kann man ein traumatisierendes erlebnis aber oft erst einmal gut verdrängen, so dass man sich nicht weiter mit dem erlebten auseinandersetzen muss. da ist nichts verwerfliches dran, da der menschliche körper die verdrängung auch als selbstschutz bei traumatisierungen eingebaut hat. der alltag kann aufrecht erhalten werden, das funktionieren wird gesichert.

aber es hat sich herausgestellt, dass die generationen so lang verdrängen konnten, so lang sie gefordert waren und nicht zur ruhe kamen. das schwierige am gedächtnis ist aber, dass die traumatisierungen gern dann erinnert werden, wenn man einmal zur ruhe kommt. als die kriegsgenerationen in rente gingen, stellte sich für viele plötzlich die frage, weshalb es ihnen so schlecht ging. sie fanden keine worte für ihre empfindungen. etliche projekte boten und bieten heute noch daraufhin das biografische schreiben als möglichkeit an, sich selbst seiner zu vergewissern und seine lebensgeschichte aufzuarbeiten. dabei stellte sich heraus, dass erlebnisse, die jahrzehnte lang vergessen schienen wieder die oberfläche erreichten und einen ausdruck suchten. die traumatisierung war nicht vergessen.

man kann sich die frage stellen, ob die aufarbeitung der vergangenheit sein muss, Weiterlesen

schreiben über den krieg – ein filmtipp

auf der welt werden immer noch zu viele kriege geführt. oft wird dabei versucht, die kriege nach außen als humaner erscheinen zu lassen. das ist und bleibt ein trugschluss, denn im endeffekt geht es immer darum, andere menschen zu töten. wer in den nachrichten oder in dokumentationen die berichte über kriege sieht, wird feststellen, dass vor allen dingen junge menschen weiterhin in die kämpfe geschickt werden und im vorfeld davon ausgehen, dass sie einer guten sache dienen. kehren sie dann zurück, sind die meisten vom erlebten traumatisiert und wissen nicht, wie sie das erlebte verarbeiten sollen.

in den usa gab es ein projekt, in dem soldatInnen über ihre kriegserfahrungen schreiben sollten. inzwischen versuchen militärs eine rundumversorgung für ihre soldaten, um die kriege leichter zu verkraften. es scheint absurd, an den traumatisierungen zu arbeiten aber nicht an der verhinderung von kriegen. richard e. robbins hat eine doku zum schreiben über den krieg gedreht, die für den oscar nominiert wurde. sie heisst „operation heimkehr“ und lief gestern auf arte. leider fiel mir zu spät auf, dass diese spezielle form des biografischen schreibens in einer doku gesendet wurde.

das schöne an arte ist aber, dass manches aus dem programm sieben tage lang im internet wiederholt wird. also ist es noch möglich, die nächsten sieben tage den film unter folgendem link: http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=2509154,scheduleId=2472116.html am computer anzuschauen. es scheint lohnenswert.

schade ist wieder, dass man zwar wild diskutiert, kriegscomputerspiele zu verbieten, es aber nicht schafft, solch eine dokumentation um 20.15 uhr in der ard oder dem zdf zum beispiel am samstagabend auszustrahlen. also am besten mit den eigenen kindern zusammen anschauen.