Tagesarchiv: 27. März 2009

biografisches schreiben und kinder

 

was bisher in diesem blog zum biografischen schreiben überhaupt noch nicht berücksichtigt wurde ist, dass sich etliche menschen dafür entscheiden gemeinsam kinder zu bekommen oder zu adoptieren. dazu kommt noch, dass manche diese entscheidung gar nicht treffen, sich dies aber ergibt. diese veränderung, nämlich verantwortung für junge menschen zu übernehmen, verändert vieles im leben.

natürlich ist es interessant einmal zurückzublicken, wie zum beispiel die beweggründe aussahen, für nachwuchs zu sorgen. ist es möglich, jahrzehnte später eine kritische distanz zur eigenen entscheidung einzunehmen? von außen betrachtet gibt es zum beispiel eine ganze menge eltern, die anscheinend durch ihre kinder etwas leben wollen, was sie sich selbst versagt haben oder mussten. oder inwieweit hat sich das leben durch kinder so entwickelt, wie man sich das vorgestellt hat? wie groß war die angst, fehler bei der erziehung zu machen? ist der nachwuchs so geraten, wie man ihm dies wünscht oder ergaben sich eher dramen, die eine distanzierung von den eigenen kindern verursachten?

kinder haben wahrscheinlich mindestens einen so großen einfluss auf die eigene entwicklung wie beziehungspartner. Weiterlesen

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schreibaufgabe (25)

ich blogge jetzt beinahe genau ein jahr lang, habe in dieser zeit 25 schreibaufgaben gestellt, doch die resonanz war sehr gering. zwischendurch hatte ich eine abstimmung durchgeführt, die mir zu verstehen gab, doch weiter schreibaufgaben zu stellen. die resonanz blieb weiterhin gering. so habe ich nun beschlossen, die schreibaufgaben erst einmal einzustellen. die letzte bietet noch einmal die möglichkeit, sich schreibend zu veröffentlichen. und dieses mal dem anlass angemessen mit einem satz. der text oder die geschichte soll vor allen dingen einen gesprochenen satz enthalten: „du bist ja das letzte!„.

ansonsten sollten nicht mehr als 500 wörter verwendet werden. ich freu mich erst einmal über „die letzten“ texte von anderen menschen in diesem blog.

schreibspiel (02) – falt- und knicktexte (2)

 

erste varianten, falt- und knicktexte als spielerischen umgang mit der sprache zu verwenden, wurden hier im blog (https://schreibschrift.wordpress.com/2009/03/21/schreibspiel-01-falt-und-knicktexte-1/) schon vorgestellt. nun möchte ich noch ein paar weitere varianten vorstellen.

variante 5: hier wird es ein wenig schwer in der beschreibung. es geht um versetztes schreiben, das beständig lücken im text für die nächsten schreiberInnen lässt. und zwar wird von der ersten person der erste und der dritte satz notiert, von der nächsten der zweite und fünfte, dann der vierte und siebte satz und so weiter. das bedeutet, die nächsten schreibenden haben die aufgabe einen satz in eine lücke zu setzen und eine neue lücke zu schaffen. hier ist die anpassung an die vorgaben der anderen noch stärker gefordert, damit der text ansatzweise einen sinn ergibt.

variante 6: bei dieser variante wird mit der menge des zu schreibenden variiert. so kann gesagt werden, dass jede person einen absatz formuliert, bezogen auf den letzten absatz, der sichtbar ist. so können aus den federn einer schreibgruppe diverse geschichten entstehen. für dieses spiel ist einige zeit notwendig und sicherlich auch mehr als ein blatt papier.

variante 7: nun wird das genre gewechselt, es geht darum mit knicken und falten gemeinsam lyrik oder ähnliches zu verfassen. so kann man zum beispiel elfchen verfassen, wobei man nur die letzte zeile kennt (also erst ein wort, dann zwei, drei, vier und wieder eins). oder es wird ein schneeball geschrieben, also erst eins, dann zwei, drei, vier, drei, zwei, ein wort. es kann auch vorgegeben sich reimende vierzeiler entstehen zu lassen. diese vorgehensweisen können beinahe unendlich variiert werden.

variante 8: als letzte idee soll hier der versuch, zu vielen dialoge zu verfassen, vorgeschlagen werden. es bleibt also während des schreibens beständig die reihenfolge „person a“ sagt etwas, dann „person b“, dann wieder „person a“. als schreibende(r) sieht man immer nur die letzte aussage im gespräch und reagiert darauf, dann wird wieder umgeknickt und weitergegeben. hier kann auch vorgegeben werden, über was gesprochen werden soll, wieviel gesagt wird oder in welchem tonfall usw..

alle spielvarianten können sowohl zu sehr amüsanten zufallstexten führen als auch manchmal zu erstaunlich lyrischen oder zusammenhängenden werken. das kann nie vorhergesagt werden, macht aber am schluss bei der auflösung der texte meist viel spaß.