Tagesarchiv: 30. März 2009

biografisches schreiben und vorbilder

menschen suchen sich für ihre lebenskonzepte vorbilder. entweder handelt es sich dabei um menschen im näheren umfeld, die kennengelernt wurden und deren lebensweise bewundernswert erscheint. oder es handelt sich um bekannte persönlichkeiten, von denen man viel gehört hat, sich mit ihren positionen auseinandersetzte und deren ansichten einem einleuchteten. diese orientierung an anderen kann eine große hilfe sein, eigene ziele und erwartungen an das leben zu formulieren

doch es handelt sich dabei um ein zweischneidiges schwert. denn der hang unerreichbares als vorbild zu nehmen, kann das eigene selbstwertgefühl gehörig heruntersetzen. es werden dabei die eigenen qualitäten gern unter den tisch fallen gelassen, um einem ideal zu folgen, das in der eigenen lebenssituation schwer umsetzbar sein wird. und selbst wenn man dem ideal sehr nahe kommt, kann man noch einen drauf setzen und weiterhin der meinung sein, nie das zu erreichen, das man erreichen möchte.

bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte, schadet ein blick auf die persönlichen vorbilder nicht. hierfür kann entlang einer zeitleiste mit den eigenen lebensjahren eingetragen werden, welche ideale man wann verfolgte. die einfachste variante notiert die personen, die man bewundert hat und denen man ähnlich werden wollte. doch man kann noch einen schritt weiter gehen und notieren, welche ideale mit den personen verknüpft waren. dann vielleicht ein resümee ziehen, ob man manches von dem erreicht hat, das man einst anstrebte. und sich zum schluss einmal betrachten, wie realistisch die erwartungen an einen selber waren. wenn man diese betrachtung in die eigene biografie einfließen lässt, kann es leserInnen aufzeigen, dass positive oder negative vorbilder zu haben, sicherlich ein ansporn sein kann. dass aber das eigene leben nicht aus den augen verloren werden sollte. denn oft schaut man bei der idealisierung von personen nicht hinter die fassade und dort kann es ganz anders aussehen.

Werbeanzeigen

wortklauberei (31)

„karriere lounge“

geahnt hat man es ja schon immer. der streit um die bonus-zahlungen für bankmanager hat es nur noch einmal bestätigt: einmal in einer bestimmten position, karriere gemacht, fließt das geld automatisch zu den menschen. man kann nur noch die treppe rauffallen und nur sehr selten abstürzen.

da passt es ganz gut, dass ein großer bekleidungskonzern im rahmen seines „general management programm“ eine „karriere lounge“ anbietet. das kann man so oder so verstehen. laut deutscher definition handelt es sich bei einer „lounge“ um einen aufenthaltsraum, einen wartesaal oder ein wartezimmer. momentan kann man da eventuell ganz schön lange warten, bis man karriere im management machen kann. werden doch eine ganze menge manager zur zeit dem arbeitsmarkt wieder überantwortet, wie man es so schön formulieren kann.

man kann es aber auch anders übersetzen: das englische „to lounge“ heißt übersetzt „faulenzen“. mal karriere gemacht, ein sicherlich zeitaufwendiges unterfangen, kann man den rest seiner arbeitstage faulenzen. das hübscheste daran ist, und hier schweife ich von den banken ab, man kann den größten bockmist bauen, in den seltensten fällen wird man zur verantwortung gezogen. Weiterlesen