schreibpädagogik und supervision

das leiten von schreibgruppen und schreibwerkstätten ist nicht ganz einfach. man ist, wie bei anderen gruppen, mit dynamiken und konflikten konfrontiert. daneben sind veranstaltungen, die sich mit kreativem ausdruck beschäftigen für alle teilnehmerInnen auch etwas sehr persönliches und emotionales. ebenso, wenn sie mitschreiben, für leiterInnen dieser gruppen. in den momenten, in denen ich im psychosozialen bereich persönlich in abläufe und diskurse involviert bin, empfiehlt sich eine supervision.

leider ist das nicht standard bei leiterInnen von schreibgruppen, dass sie sich im laufe der zeit professionelle unterstützung suchen, die ihnen eine möglichkeit der selbstreflexion bieten. da erscheinen die schreibgruppen immer noch „zu kreativ“ und zu wenig „therapeutisch“ oder „psychologisch“, um sich diese unterstützung zu suchen. nun, man kann zwar in seinen schreibveranstaltungen bei seinen teilnehmerInnen immer wieder darauf hinweisen, dass es sich um keine therapeutische veranstaltung handelt, doch emotionale ausbrüche oder krisen kann man beim schreiben nicht verhindern. und damit hat man einen umgang zu finden, wenn man sich für die gruppe verantwortlich fühlt.

viele schultern diese anforderungen allein, da eine anleitung zu zweit, niemanden ernähren geschweige denn unterhalten kann. so steht man als subjekt relativ einsam in seinen gruppenangeboten, kann sicherlich für sich auch manches schriftlich reflektieren, versucht aber eben, die lösungen vollständig selbstständig zu finden. alternativ zu einer supervision könnte man sich auch eine intervisionsgruppe vorstellen. ein lockerer zusammenschluss von schreibpädagogInnen, der sich regelmäßig trifft, um konflikte und schwierigkeiten mit den eigenen schreibangeboten zu besprechen. aber auch solche treffen kommen sehr selten vor. das liegt allein schon daran, dass man außer in den großstädten, am selben ort, wenige schreibpädagogInnen antrifft. deshalb empfiehlt es sich, wenn es der verdienst zulässt, selbstständig supervisorInnen aufzusuchen und in regelmäßigen abständen die professionelle beratung in anspruch zu nehmen.

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