Tagesarchiv: 2. April 2009

biografisches schreiben und fotosammlung

biografisches schreiben ist nichts anderes, als ein verbales abbild seiner lebensgeschichte zu verfassen. fotografie kann die visuelle version dieses versuchs sein. hier schon einmal erwähnt habe ich die familienalben. aber daneben, wie zum beispiel in der ausstellung von annie leibovitz zu sehen, kann fotografie auch tagebuchartig verwendet werden.

biografisches schreiben und „biografisches“ fotografieren eint vor allen dingen der blickwinkel. er ist in beiden fällen subjektiv. das lässt sich nicht und muss auch nicht verhindert werden. es ist beides ausdruck der eigenen person und kann sich hervorragend ergänzen.

beim fotografieren kann dies weit über porträts der mitmenschen hinausgehen. man kann zum beispiel eine fotosammlung von seinem lebensumfeld, dem wohnort, der straße, dem alltag erstellen. dies noch unterfüttert mit eigenen biografischen texten, gibt anderen ein noch intensiveres bild von der eigenen lebensgeschichte. oft sieht die vorgehensweise aber anders aus. erst wenn die eigene lebensgeschichte geschrieben wird oder wurde, fangen viele an nach fotografien zu suchen. da gibt es dann nur die familienalben oder allgemein verfügbare zeugnisse aus der damaligen zeit.

wer also lust hat, schon im vorfeld abbilder seines lebens zu sammeln, und hierbei muss es sich sicherlich nicht um künstlerisch wertvolle bilder handeln, der sollte zu einer schlichten kamera greifen und knipsen was das zeug hält. dabei kann man die erfahrung machen, dass der blick durch den apparat auch noch einmal den blick für details schärft, die einem beim schreiben gar nicht aufgefallen wären. und am schluss hält man eine geschrieben lebensgeschichte und eine biografische fotosammlung in händen. natürlich kann man auch filme drehen, aber die lassen sich mit geschriebenem schwerer in einklang bringen.

Werbeanzeigen

schnickschnack (67)

sie ist bekannt durch außergewöhnliche fotografien von bekannten personnen. außerdem war sie die partnerin von susan sontag, der berühmten us-amerikanischen kolumnistin und schriftstellerin. und jetzt findet gerade in berlin eine ausstellung von „biografischen“ fotografien statt.

annie leibovitz zeigt fotografien von landschaften und menschen, die sie in ihrem leben begleitet haben. dadurch entsteht ein bild ihrer lebensgeschichte. fotografie mal nicht nur als porträt oder als kunst, sondern als geschichtenerzählerin. auch hier findet die gratwanderung statt, wieweit man sich selbst an die öffentlichkeit mit dem eigenen begibt. gleichzeitig gibt die ausstellung aber einen einblick in das leben einer berühmten fotografin. 

dazu kommt, dass der ausstellungsort auch einer der außergewöhnlicheren in berlin ist. ein toller bau, direkt an der touristenmeile „oranienburger straße“, und ehemals das postfuhramt. veranstalter ist „c/o berlin„, ein verein zur förderung visueller medien. ein wenig mehr informationen zur ausstellung finden sich hier: http://www.co-berlin.info/co-neu/joomla/index.php?option=com_content&task=view&id=499 . die ausstellung dauert noch bis zum 24ten mai 2009 an. danach sollte man anfangen, sein eigenes leben vermehrt zu fotografieren.