Tagesarchiv: 3. April 2009

datenschutz und interne oder externe rasterung

 

es geisterte die meldung durch die medien, die telekom habe nach dem 11ten september ihre gesamten kundendaten dem bka zur rasterung zur verfügung gestellt. daraufhin dementierte das bka, dass dies nicht so gewesen sei. es eröffnet sich ein weites feld für verschwörungstheorien und paranoia.

doch es muss gar nicht so gewesen sein, um eine liste aufstellen zu können, was man eigentlich nicht mehr machen sollte, wenn man seine persönlichen daten schützen möchte. denn eines ist gewiss, die techniken, die firmen oder behörden intern anwenden, werden sie garantiert auch extern anwenden. es wäre die erste technik, die nicht auch genutzt würde, wenn sie schon einmal da ist. die meldungen der letzten zwei jahre bekräftigen die auffassung, dass man eigentlich vor niemandem mehr sicher ist, privatheit auf dem abstellgleis steht. und jedes mal wäre zu betrachten, wer eigentlich ein interesse daran hat, alles von allen zu wissen. also:

  • kreditkarten fördern nicht nur das schuldenmachen, sondern die erfassung persönlichen kaufverhaltens
  • kundenkarten und rabattkonten dienen dem gleichen zweck, der rasterung der verbraucher
  • empfangsbereite handys erleichtern die ortung des einzelnen, telefonate an handys geben noch zusätzlich die verbindungsdaten preis. telefonzellen mit telefonkarten zum beispiel auch, selbst wenn der telefonierende unbekannt ist.
  • google versucht das suchverhalten für personalisierte werbung zu nutzen
  • die autobahn-maut erleichtert die erfassung von bewegungsdaten Weiterlesen
Werbeanzeigen

bibliotheken statt flugfeld

eine schöne, ausbaufähige idee! heute steht im feuilleton der süddeutschen zeitung (s.12), dass es die planung gibt, das flugfeld des flughafens tempelhof für einen neubau der berliner landesbibliothek zu nutzen. ein rascheln des umblätterns anstatt dem lärm landender und startender flugzeuge. wenn das keine alternative ist!

doch es ließe sich noch einen schritt weiter gehen. auch die staatsbibliotheken in berlin, die geteilt am potsdamer platz und unter den linden sitzen, sind schon längst zu klein für ihren bücherbestand. was wäre es für ein traum, wenn sich berlin dazu durchringen könnte, ein literarisches zentrum zwischen tempelhof und neukölln zu setzen. die verkehrsanbindung wäre hervorragend (u-bahn und ring-s-bahn).

seitdem die bundesregierung berlin zur hauptstadt erklärte, wurde und wird viel gebaut. die mitte ist reserviert worden für regierungsbauten und lobbyistenbüros, hotels sind aus dem boden geschossen, botschaften und landesvertretungen haben sich breit gemacht. zur zeit wird außerdem am stadtrand ein großflughafen aus dem boden gestampft. viel geld floss und fließt in diese projekte.

und nun hat die bundesregierung beschlossen, viel geld zur ankurbelung der wirtschaft zur verfügung zu stellen. wie wäre es da, dieses geld in das wissen und die bildung der bevölkerung zu investieren, anstatt in autos. doch bis jetzt liegen die schwerpunkte immer noch bei abwrackprämien und strassenbau.

es wäre ein traum, aus einem flugfeld, einer riesigen brache, einen parkartigen ort zu machen, der autofrei, aber voller bibliotheken, gebäuden für lesungen, vielleicht auch verlage und schreibwerkstätten wäre. dazwischen viel grün, orte der entspannung , handyfreie zonen, kulturbegegnunsstätten, grandiosen buchläden und dergleichen mehr. ja, das würde eine alternative zu sonstigen industrieansiedlungskonzepten darstellen. eben eine schöne, ausbaufähige idee.