Tagesarchiv: 6. April 2009

schreibpädagogik und warming up

ich bin kein großer freund von so genannten warming ups bei irgendwelchne fortbildungen. habe ich mich doch entschieden, mir neue informationen anzueignen und gehe deshalb zu bestimmten veranstaltungen. normalerweise fühle ich mich in solchen momenten konzentriert und aufmerksam, sonst würde ich die veranstaltung nicht aufsuchen. bei psychologInnen und sozialpädagogInnen werden trotz allem gern noch bewegungsübungen oder kennenlernspielchen gemacht. eine kurze vorstellungsrunde würde es auch tun.

doch viele teilnehmerInnen schätzen diese vorgehensweise. also ist zu überlegen, welche formen des warming up sich für schreibgruppen anbieten. bewährt haben sich schreibspiele oder assoziationsübungen als einstieg in schreibwerkstätten, also möglichkeiten, langsam ins schreiben zu kommen. dies lockert die runde teilweise auf, kann verknüpft werden mit äußerungen über die eigene befindlichkeit im moment oder einem vorstellungstext.

gerade der austausch über befindlichkeiten erscheint mir aber recht sinnlos, denn es ist nicht mehr, als ein erfahrungsaustausch, mir geht es gerade so und so. was sollen die anderen dazu sagen, was fangen sie mit dieser information an? „schön darüber geredet zu haben“ wäre eine mögliche reaktion. in diesen momenten sollte man sich überlegen, ob schreibgruppen selbsterfahrungsgruppen oder kreative werkstätten sind. oder haben sie erlebt, dass sportlerInnen, schauspielerInnen und musikerInnen erst einmal über ihre befindlichkeiten reden, bevor sie zu proben und üben beginnen?

bei psychologischen schreibgruppen wiederum kann die befindlichkeit eine große rolle spielen. hier sollte raum dafür da sein, denn es geht im laufe der gruppe auch darum, festzustellen, wie das befinden sich bis zum ende des treffens verändert. aber eines ist meiner ansicht nach überhaupt nicht nötig, durch den raum zu hüpfen und irgendwelche laute von sich zu geben. das möchte ich dann doch den sportlerInnen überlassen

biografisches schreiben und kultur

ich habe über hobbys, über bücher und über viele andere einflüsse auf die eigene lebensgeschichte geschrieben. aber zu allen zeiten gab es noch viele andere kulturelle einflüsse auf die gesellschaft und die gesellschaft hat die kultur beeinflusst. so sind schauspiel, film oder ausstellungen auch ein spiegel der gesellschaft, ebenso wie kabarett oder tanzveranstaltungen (heute discos).

deshalb kann es von interesse sein, welche kutlurellen ereignisse einen überhaupt interessiert haben und wieweit diese einfluss auf einen selber hatte. beinahe jeder mensch hat ein buch, dass großen einfluss auf seine einstellung hatte, ein theaterstück, das ihn berührte, einen kinofilm, der unvergessen ist oder musik, die einen nicht mehr losgelassen hat. ebenso kann es sein, dass es einzelne interessen gab, die einen heute nicht mehr beschäftigen, dass man sich verändert, weiterentwickelt hat. gehörte man einer jugendkultur an? hatte man interesse an der moderne und ihren konsequenzen oder hielt man es eher mit der klassik und der bewahrung älterer werke?

vielleicht lohnt ein blick von heute aus zurück. dazu kann man sich notieren, welche kulturellen produkte einen heute interessieren. dabei kann es sich auch um eine spielkonsole für den computer handeln oder die gesammelten werke von goethe. Weiterlesen