Tagesarchiv: 12. April 2009

selbstbefragung (10) – melancholie

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „melancholie„, die konsequente folge auf das glück vom letzten mal. lese gerade ein sehr schönes buch über die melancholie in der „grinse“-gesellschaft. demnächst mehr darüber hier.

  • können sie in glücklichen zeiten auch traurig sein?
  • wie oft haben sie depressive verstimmungen? warum so selten oder so oft?
  • was halten sie von der aussage: man muss sich einfach zusammenreissen und seine gefühle nicht so vor sich hertragen?
  • was verstehen sie unter „in gefühlen schwelgen“?
  • würden sie sich als „romantische kuh“ bezeichnen? glauben sie wirklich an die verheissungen dieser haltung?
  • welche melancholischen schriftstellerInnen mögen sie?
  • ertappen sie sich öfter dabei, dass sie das glück festhalten wollen?
  • in welchen momenten werden sie besonders traurig?
  • wie reagieren sie auf menschen, die immer gut drauf sind (weiß der geier auf was)?
  • sind für sie liebe und melancholie unzertrennlich verbunden? warum?
  • wie melancholiefreundlich ist ihre umwelt (freundInnen, partnerInnen, verwandschaft…)?

schreibidee (112)

der mensch kann vieles, nur eines kann er nicht, fliegen. laufen, rennen, schwimmen, denken und essen, alles kein problem, nur fliegen ist eines. dabei fühlt sich in der achterbahn das beinahe-fliegen schon sehr sensationell an. ob die vögel in der natur auch immer so ein kitzeln im bauch haben und deshalb so singen? jedenfalls sollen dieses mal „flugtexte“ verfasst werden. vielleicht schweben dann am schluss alle teilnehmerInnen davon.

als einstieg für die schreibgruppe gibt es zwei möglichkeiten. entweder man begibt sich an einen ort, an dem viele vögel anzutreffen sind (park, zoo, see) und beobachtet sie gemeinsam. alle teilnehmerInnen notieren sich gedanken und beobachtungen ausschließlich zum fliegen der vögel. oder man begibt sich auf ein volksfest und wählt ein schaustellergeschäft aus, das dem fliegen schon sehr nahe kommt. hier werden natürlich nach einer fahrt die notizen zum gefühl gemacht. am besten wäre es, beides zu machen. 

anschließend kommt die gruppe zusammen und sammelt ihre eindrücke. sie werden nur erzählt, nicht notiert. wer sich notizen zu den berichten der anderen machen möchte, kann dies gern tun. nun wird ein kurzer text (maximal eine seite) über eigene flugerfahrungen geschrieben. dazu können auch „flugträume“ zählen. diese form der träume bleibt meist den menschen intensiv im gedächtnis. sie träumten, sie fliegen. diese fluggeschichten werden sich gegenseitig vorgelesen.

nun erstellen alle teilnehmerInnen ein cluster zum thema „fliegen“. dann wählen sie die notiz aus, die sie am meisten anregt. dazu machen sie erneut ein cluster. in der folge wird ein längerer text über das fliegen oder die weiteren gedanken aus dem cluster geschrieben. diese texte werden gegenseitig vorgetragen.

sollte dann noch zeit sein, können kurze texte zum negativen anteil des fliegens verfasst werden, dem abstürzen. oder es wird ein weiteres treffen der schreibgruppe dem thema abstürzen gewidmet.

übrigens können auch andere orte besucht werden, wie ein flughafen, eine flugshow oder ein flugsimulator. wunderbar wäre natürlich ein rundflug der ganzen schreibgruppe an ihrem ort.