Tagesarchiv: 14. April 2009

kreatives schreiben und aussergewöhnliche orte

das kreative schreiben an öffentlichen plätzen, in cafes oder auf reisen und in museen wird häufig durchgeführt. doch selten werden außergewöhnliche orte aufgesucht. hier bietet sich eine ganze bandbreite, die interessante schreibanregungen bieten können.

es ist zum beispiel vorstellbar, dass die schreibgruppe geschlossen in eine sauna geht oder in ein schwimmbad und sich notizen zu eindrücken macht, vielleicht sogar texte verfasst. die feuchtigkeit oder hitze machen das schreiben natürlich schwieriger, doch auch dafür lassen sich die richtigen materialien finden.

oder wie wäre es, mit einer schreibgruppe in ein bierzelt zu gehen, während einer theateraufführung notizen zu assoziationen zu machen, auf eine versteigerung zu gehen (hier sollten nicht die falschen handbewegungen gemacht werden 😉 ), sich auf einen flohmarkt zu setzen, sich an eine imbissbude zu stellen oder an einer demonstration teilzunehmen.

man sollte sich in diesen momenten bewusst sein, dass die reaktionen der anderen gäste oder der betreiber seltsam sein könnten, wenn nicht sogar empört. deshalb scheint es wichtig, in der vorbereitung erst einmal nachzufragen, ob man an diesem ort mit einer schreibgruppe auftauchen kann. oder wenn man angesprochen wird, sehr klar zu erkennen geben, dass es nur darum geht, ideen für texte zu sammeln und nicht die menschen auszuspähen. denn eine gruppe schreibender kann von vielen missverstanden werden.

doch wenn die erlaubnis da ist oder einmal alle fragen beantwortet sind, dann kann es an außergewöhnlichen orten sehr interessant werden. wie wäre es zum beispiel in einem kettenkarussell zu sitzen, und sich notizen zu machen. oder was hielten sie davon in einen buchladen mit sitzecken zu gehen, um texte zu schreiben. alles vorstellbare orte.

schreibspiel (04) – spiel der verbote

für dieses schreibspiel benötigt es einen spielleiter, der zwar auch mitschreiben kann, aber gleichzeitg die uhr im blick und den ablauf kennen sollte. das spiel basiert darauf, dass stück für stück neue regeln für den zu schreibenden text hinzu kommen. die regeln sprechen vor allen dingen verbote aus. so wird es im laufe der zeit immer schwieriger weiterzuschreiben.

bevor das spiel losgeht, werden alle teilnehmerInnen einer gruppe aufgefordert, auf einen zettel eine regel zu schreiben. die kann zum beispiel lauten: „ab sofort dürfen keine worte mehr verwendet werden, die mit „e“ beginnen.“ oder „keine namen mehr verwenden“ oder „ohne adjektive“. diese zettel werden vom spielleiter eingesammelt, kurz vorgestellt und dann gefalltet. anschließend wird zeitgleich angefangen, an einer kleinen geschichte zu schreiben. nach fünf minuten schreiben stoppt der spielleiter das schreiben und zieht den ersten zettel mit der ersten regel.

nun kann weitergeschrieben werden, aber die regel muss von allen befolgt werden. nach weiteren fünf minuten wird wieder gestoppt und die zweite regel gezogen. nun ist nicht nur die erste regel, sondern auch die zweite regel zu befolgen. und so geht es immer weiter. schon ab vier regeln kann das schreiben sehr schwer werden. das bedeutet, dass sich in fünf minuten nur noch ein paar sätze schreiben lassen.

dieses spiel kann in viele richtungen variiert werden. man kann zum beispiel sagen, dass regel eins nicht mehr gültig ist, wenn regel zwei in kraft tritt. oder man reduziert die regeln auf die anfangsbuchstaben der wörter, man reduziert auf worttypen, man reduziert auf satzlängen und so weiter. hier sind der fantasie keine grenzen gesetzt. es kann die schreibzeit beständig verlängert werden, da es immer schwieriger wird, aussagekräftige texte zu formulieren.

vor allen dingen werden teilnehmerInnen feststellen,, dass sie plötzlich ihre gesamte handlung verändern müssen, da sie bestimmte worte nicht mehr verwenden dürfen. im anschluss werden die texte sich gegenseitig vorgestellt.