leben neben der berliner feuerwehr (01)

seit ungefähr 15 jahren versuche ich von berliner behörden herauszufinden, wer denn nun handelt, wenn in einem wohngebiet auf dem hinterhof von beamten des landes berlin während ihrer dienstzeit auch zu ruhezeiten und an wochenend- und feiertagen privat-pkw repariert, gewaschen und rangiert werden, fleissig gegrillt wird oder einfach nur ein gemütliches beisammensein in ständigen lärm ausartet. der bezirk sieht sich nicht in der zuständigkeit, das umweltamt des bezirks kann einer übergeordneten behörde keine anweisungen geben, das ordnungsamt hat angeblich keine kapazitäten einen blick auf die feuerwache zu werfen, obwohl sie es auf der anderen hausseite bei der parkraumbewirtschaftung hervorragend schafft. die direktion west der feuerwehr versucht sich aus der affäre zu ziehen, indem sie die verantwortung an mich zurückverweist und der meinung ist, ich solle mich doch jedesmal direkt bei der feuerwache beschweren. hübsche idee, um an einem grundsätzlichen und beinahe täglichen problem nichts zu ändern. die senatsverwaltung für umweltschutz kann einer gleichgeordneten behörde keine anweisungen geben. inzwischen ist die senatsverwaltung für inneres zuständig, die aber auch beständig an die feuerwehr verweist. 

und so agiert anscheinend eine feuerwache in einem rechtsfreien raum, für den keiner die verantwortung übernimmt. dadurch muss sich der feuerwehrbeamte weder an lärmbestimmungen noch an andere regelungen halten. ärgerlich bleibt die tatsache, dass alle anwohner ihren lebensmittelpunkt in der nähe der feuerwache haben, die beamten aber all das, was sie hier veranstalten, in ihrer freizeit ebenso vor ihrem eigenen wohnort machen könnten (aber wahrscheinlich gar nicht dürften). zumindest haben sich also kleine orte des rechtsfreien raums gebildet, für die keiner zuständig ist. also werde ich hier in loser folge einfach mal auflisten, was alles in öffentlichen einrichtungen möglich ist. vielleicht handelt mal jemand der dann doch zuständigen.

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7 Antworten zu “leben neben der berliner feuerwehr (01)

  1. Fakt ist aber auch, daß Sie es nicht geschafft haben, am Tag der offenen Tür teilzunehmen. Diesen haben wir extra für die Nachbarn in unserer Umgebung veranstaltet, um Ihnen unser Leben im Dienst näher zu bringen. Vielleicht sollten Sie es doch mal mit einem persönlichen Gespräch versuchen anstatt immer nur zu schreiben.

    MfG ein Feuerwehrbeamter aus dem rechtsfreien Raum

    • fakt ist, dass ich in den letzten jahren drei gespräche in der feuerwache hatte, mir die arbeitsbedingungen erklärt wurde, einmal sogar die mitarbeiter bei dem gespräch dabei sein sollten, dann aber doch nicht dabei waren. ich habe die schlechten bedingungen nie in frage gestellt und auch nie die eigentliche tätigkeit kritisiert, bleibe aber dabei, dass deshalb nicht die nachbarschaft in mitleidenschaft gezogen werden muss. denn jeder von ihnen hätte ähnliche vorkommnisse ungern beinahe täglich bei sich vor der haustür. dies gestand mir sogar einmal ein feuerwachenleiter zu. schreiben ist die konsequenz aus der anscheinenden rechtsfreiheit.

  2. Aber nun mal ganz ehrlich gesagt, sind Sie der Einzigste welcher sich aufregt. Entweder trauen sich die Anderen nicht oder empfinden das Ganze nicht unangenehm. Wenn sich etwas ändern soll, dann sollte es von beiden Seiten passieren und nicht nur von einer Seite. Wir beschweren uns auch nicht, wenn auf den Balkonen gegrillt wird und der Geruch zu uns rüber zieht. Im Gegenteil, wir beneiden die Leute, die entspannt ihren Feierabend oder ihr Wochenende geniessen. Wegen Ihnen wurde eine Absauganlage angeschafft, wegen Ihnen wurde uns anfangs fast das Grillen verboten. Grillen ist für uns im Sommer nur teilweise Entspannung, es dient uns auf Wache mehr der Nahrungsaufnahme und Stärkung unserer Einsatzkraft, welche ja auch schliesslich Ihnen zur Verfügung steht. Oder wünschen Sie sich, das im Falle eines Notfalles bei Ihnen ein ausgemergelter Feuerwehrmann vor der Tür steht, der sich kaum noch auf den Beinen halten kann???

    MfG ein Feuerwehrbeamter aus dem rechtsfreien Raum

    • der einzige heisst nicht unbedingt der „unbegründete“. zum einen haut das nicht so ganz hin, da etliche wegziehen, und übrigens der leiter der beliner feuerwehr herr brömme vor ein paar jahren im innenausschuss erklärte, dass eines der probleme in der lärmbelästigung der anwohner von feuerwachen bestünde und die wohnungen teilweise leer stünden. der wechsel der bewohner ist hier auffällig.
      abgesehen davon stelle ich mir die abgemagerten feuerwehrmänner vor der tür vor 😯 mein tipp: kohlenhydrate, also nudeln, grillgut ist in diesem zusammenhang eher hinderlich und aufgrund der karzinogene erfolgt die schwächung durch den krebs der humor ist jedenfalls vortrefflich 😆
      besonders erheiternd finde ich den hinweis, dass es sozusagen meine „schuld“ ist, dass eine feuerwache ein abgasabsauggerät erhält. schützt es doch die mitarbeiter vor dem beständigen einatmen der dieselabgase der betriebenen kleinfeuerungsanlagen (laut umweltamt). vor ein paar jahren stand ein transparent im garten der feuerwache, dass der feuerwehrmann etliche jahre früher stirbt als andere menschen. wieweit hängt das nur mit seinen arbeitsbedingungen zusammen? man könnte auch an einem strang ziehen 😉
      wie oft wird auf den angrenzenden balkons nur gegrillt? in diesem moment verrutscht immer wieder die wahrnehmung. es geht um baustelle, grillen, abgase, autowaschen, rangieren, … in einer öffentlichen einrichtung während der dienstzeit. dagegen stehen anwohner, die auch anstrengende jobs haben, aber ihre freizeit in ihrem lebensraum gestalten?? (siehe nächste antwort) und da bin ich ohne probleme der einzige.

  3. Lieber Fire!

    Also mal ehrlich, ich finde was dem armen Christof da wiederfährt ist ja nun wirklich nicht so toll.
    Ich meine, dass der Feuerwehrmann der eben noch verzweifelt versucht hat den drei Monate alten Säugling zu reanimieren um der Mutter dann zu sagen das er alles versucht hat aber … oder er den lebensüberdrüssigen Bankangestellten in Einzelteilen von den U-Bahngleisen gesammelt hat um im nächsten Augenblick eine komplette Familie dahingeschieden aus einem Autowrack zu bergen, JAWOHL!! Ich meine dieser Feuerwehrmann kann seinen Stress und seine psychische Ausnahmesituation gefälligst anders in den Griff bekommen als mit Unterhaltung und einer Wurst vom Grill!!
    Lieber Christof,
    Mal was anderes, was war eigendlich zuerst da das Huhn oder das Ei? Will heißen, wie lange steht denn diese Feuerwehrwache schon da wo sie steht?

    • moral, moral. da fällt es mir nicht schwer zu antworten. wenn ein psychologe bei einer niedrigschwelligen beratungseinrichtung unausgeruht bei einer krisenintervention (zum beispiel bei einem menschen, der sich vor die u-bahn werfen will) versagt, hat die berliner feuerwehr mehr zu tun. oder jemandem zu erklären, dass sein hiv-schnelltest positiv ausgefallen ist, erfordert höchste konzentration. das sind totschlag-argumente, die nicht das verhalten in der feuerwache rechtfertigen und einzig einen zynischen beigeschmack haben. eine lösung bei traumatisierenden erlebnissen besteht darin, wie es in meinem job auch hilfreich ist, supervision in anspruch zu nehmen.
      gelinde geschrieben skurril erscheint mir das rechts- und demokratieverständnis, das sich darauf beruft, wer länger da ist, darf machen und tun, was er will, egal ob es inzwischen regelungen oder auflagen gibt, die alle anderen bürger zu befolgen haben 😡
      ja, wenn die welt so einfach wäre, dann könnten wir gleich jegliches soziales zusammenleben aufgeben.

  4. Guten Morgen, das ein Feuerwehrmann etliche Jahre eher stirbt liegt sicher nicht nur daran, daß er Dieselabgase einatmet, sondern eher daran, daß er stetig Nacht für Nacht aus dem Schlaf gerissen wird, um sich sofort hoch konzentriert seiner Arbeit zu widmen. Dazu drücken Sie sich so aus, als wenn wir den ganzen Sommer nichts anderes zu uns nehmen als Grillgut, wenn Sie wüssten, was es sonst noch für leckeres und gesundes Essen bei uns gibt…… Und hab ich mich darüber beschwert, daß unsere Nachbarn auf dem Balkon grillen?? Nein, habe ich nicht, ich finde es schön, wie sie ihren Feierabend geniessen. Und die Baustelle ist ja nun nicht durch uns entstanden, oder haben Sie gesehen, wie wir still und heimlich in einer Nacht und Nebelaktion unseren Hof beschädigt haben?
    Ganz ehrlich, ich würde Sie gern mal sehen, wenn Sie die Schloßstrasse runterlaufen….trauen Sie sich da nicht zu atmen wegen der vielen Benzin- und Dieselabgase; deren Konzentration dort wohl um einiges höher liegen dürfte als bei uns.

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