Tagesarchiv: 7. Mai 2009

biografisches schreiben und autoritäten

neben den vorbildern, die bei der entwicklung des eigenen lebens eine olle spielen können, haben vor allen dingen so genannte autoritäten einen gehörigen einfluss auf uns. autoritäten besitzen nicht per se mehr macht, sie wird ihnen auch zugeschrieben. dies oft gesellschaftlich und durch die erziehung. je nachdem was einem im laufe der zeit vermittelt wurde, verhält man sich auch dementsprechend autoritäten gegenüber.

die bewegung der 68er war zum beispiel in vielen gesellschaftlichen zusammenhängen der versuch, autoritäten vom sockel zu stürzen. darunter wurden professoren, universitätspräsidenten, richter, polizisten und vieles mehr verstanden. die antiautoritäre erziehung versuchte machtverhältnisse aufzulösen. früher war autorität vor allen dingen eng gekoppelt an das männliche geschlecht. das ist heute nicht mehr so.

trotz allem haben viele menschen vor allen dingen viel zu viel respekt vor öffentlichen einrichtungen, obwohl sich deren autorität aus nichts heraus erschließt. dazu kommt, dass viele anderen die macht zusprechen, über sie zu urteilen und sie zu bewerten. auch hier erschließt sich nicht, woraus diese position entsteht. eng gekoppelt wird dies zum beispiel an einen wissensvorsprung, der zwar in teilbereichen vorhanden ist, aber in anderen bereichen wahrscheinlich nicht gegeben ist. damit verkleinern menschen gern ihre eigenen kompetenzen.

beim betrachten der eigenen lebensgeschichte kann aus verschiedenen perspektiven auf die autoritäten des eigenen lebens geblickt werden. zum beispiel unter der fragestellung, wann man das erste mal den respekt vor einer künstlichen autorität verloren hat oder wer wirklich für einen eine autorität darstellte. man kann sich aber auch fragen, wer einem die eigene haltung zu autoritäten vermittelt hat und in welchen lebenszusammenhängen man in machtkämpfe verstrickt war. abhängigkeiten schaffen nicht selten autoritäre bezüge. wann befand man sich in abhängigkeiten? wie hat man diese erlebt und nutzte jemand seine autorität aus? was bewirkte dies in bezug auf die eigene biografie? autoritäten geben eine menge anlass über die eigenen lebenszusammenhänge beim biografischen schreiben nachzudenken.

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kreatives schreiben und träume

jeder mensch träumt nachts. die einen erinnern sich gut daran, andere erklären, dass sie nicht geträumt hätten. man kann die erinnerung an die nächtlichen träume ein wenig trainieren, indem man sich vor dem einschlafen vornimmt, die erinnerungen zu behalten. hilfreich kann auch ein traumtagebuch sein, dass möglichst neben dem bett liegt und in das kurz nach dem aufwachen eingetragen wird, an was man sich noch erinnert.

aber jeder mensch erinnert sich auch an sehr eindrückliche träume, die ihn eventuell geweckt haben. das sind meist sehr intensive träume, die für einen selbst eine große bedeutung haben. zum einen können versuche unternommen werden, träume aufzuschlüsseln und sie beim biografischen schreiben zu thematisieren oder in therapeutischen zusammenhängen. zum anderen können träume, die in ihren fantasievollen geschichten beeindrucken, auch eine grundlage für weitere geschichten im zusammenhang mit dem kreativen schreiben bilden.

so kann der „plot“ eines traumes verwendet werden, eine kurzgeschichte mit vielleicht surrealem touch zu schreiben. oder es werden einzelne eindrückliche bilder in geschichten übertragen. am spannendsten scheint mir die möglichkeit, einen traum weiter zu schreiben, wenn man abrupt von ihm aufwachte. ob es der klingelnde wecker oder die anspannung während des träumens war, die einen aufwachen ließen, die fortsetzung der geschichte wird dann der wachen fantasie überlassen.

wenn man eine schreibgruppe anleitet, könnte man zum beispiel einen geschichtsanfang ausgeben der aus einem eigenen traum resultiert und die teilnehmerInnen der gruppe weiterschreiben lassen. es kann für einen selber sehr aufschlussreich sein, welche wendungen und entwicklungen die anderen für die eigene geschichte finden. so bieten träume ein großes potential an schreibideen, die nicht verpuffen müssen.