Tagesarchiv: 9. Mai 2009

wortklauberei (37)

„bad bank“

es gibt zur zeit eine menge banken, die auf miesen krediten, wertlosen spekulationen und einer menge schulden sitzen. geschickt wie der finanzjongleur ist, sind deshalb pläne entstanden, die eine so genannte „bad bank“ initiieren wollen, in der all die negativen werte versammelt werden. dadurch soll der rest der bank gut dastehen und eine rettung möglich sein.

mehr milchmädchenrechnung ist kaum möglich oder besser formuliert, mehr kann man nicht faken. hier tritt zutage, dass die ganze finanzspekulation ein einziges ideengebäude ist, das auf wenig basiert. denn wenn man alles negative hin- und herschieben kann und dies anscheinend zu einer verbesserung des restes führt, dann scheint wert beliebig und somit auch die wertschöpfung.

aber beim ersten hören von dieser überlegung und den folgenden planungen, können einem viele ideen in den sinn kommen. wie wäre es mit einem „bad konto“. dies können alles kontoinhaber einrichten, die ihren dispo vollständig ausgeschöpft haben und denen eine sperrung ihres kontos droht. so wäre es möglich von heute auf morgen wieder auf plus-minus null zu kommen. damit lebt es sich doch gleich viel angenehmer. oder auch die vollständige löschung bei der schufa könnte so ein schritt sein. es wird eine „bad schufa“ gegründet, die all die offenbarungseide und kreditunwürdigkeiten versammelt. so steht die bevölkerung bei der schufa plötzlich wieder gut da und das spiel mit den leichtfertigen krediten kann von vorne beginnen.

ein wenig erinnert dies an „monopoly“ spielen, wo der erfolg immer davon abhängig war, wie großzügig der mitspieler, der die bank inne hatte war. so konnte bei manchen ein kredit nach dem anderen aufgenommen werden. wenn genug mitspieler verschuldet waren, annullierte man diese. das spiel konnte weitergehen. leider gab es aber auch die ereigniskarte „gehe ins gefängnis, begib dich direkt dort hin. gehe nicht über „los“, zieh keine 4000 mark ein.“ nun, auch das könnte für manche abläufe eine alternative sein.

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11te lange buchnacht in der oranienstrasse

die vielen bücher, die geschrieben sind, wollen auch gelesen werden. da aber alle menschen unter der modeerscheinung „stress“ leiden, sich zwar immer mehr bücher kaufen, diese aber nicht unbedingt lesen, haben findige leute das vorlesen wieder entdeckt. so boomt der hörbuchverkauf, der es ermöglicht neben anderen tätigkeiten ganze epen zu konsumieren.

und für die, die erst kurz vor dem einschlafen nachts zum buch greifen, gerade mal zwei seiten schaffen um dann wegzuschlummern, bietet kreuzberg eine alternative. doch achtung, dazu ist das haus zu verlassen. am nächsten samstag, den 16ten mai findet eine buchnacht in der oranienstrasse statt. hier sind zwei fliegen mit einer klappe zu schlagen. nicht selber lesen zu müssen und texte kurz vor dem einschlafen goutieren zu können.

mehr informationen zum programm sind unter folgender adresse zu finden: http://www.lange-buchnacht.de .