Tagesarchiv: 11. Mai 2009

web 2.40 – entrepreneurship.de

parallel zu dem eben beschriebenen buch „kopf schlägt kapital“ gibt es die homepage der arbeitsgruppe um professor faltin an der freien universität in berlin. sie ist zu finden unter http://www.entrepreneurship.de . wenn man die seite aufruft, finden sich viele zusätzliche informationen zu den themen „gründung“ und „geschäftsideen“.

besonders interessant scheinen die vielen aufgezeichneten und abrufbaren vorträge und diskussionen mit menschen, die sich mit möglichkeiten der gründung eigener unternehmen auseinandergesetzt haben. sie sind vor allen dingen im blog zu finden. außerdem besteht das angebot, sich in einem „labor“ real über gründerideen zu informieren und beraten zu lassen. diese teilnahme benötigt eine vorherige anmeldung und die unterzeichnung einer verschwiegenheitserklärung. aber wer mit einer ausgereiften gründungsidee aufwarten kann, der kann sie dort anscheinend im laufe der zeit vorstellen.

außerdem sind auf der seite weiterführende texte zu finden, beispielhafte unternehmen und etliche links, die weiterhelfen können. zudem findet sich ein kleiner online-workshop, in dem professor faltin fragen zu seiner theorie der unternehmensgründung und zur praktischen umsetzung beantwortet. wer sich also überlegt, sich selbstständig zu machen, sollte einmal einen blick auf diese homepage werfen. hier findet man internet in seiner besten form des wissenstransfers, auch wenn die seite in der navigation ein wenig unübersichtlich ist.

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„kopf schlägt kapital“ von günter faltin – ein buchtipp

wie lassen sich kreativität und die gründung eines unternehmens verbinden? laut günter faltin gehören sie generell zusammen. er ist professor an der fu berlin und setzt sich in diesem zusammenhang mit „entrepreneurship“ auseinenander. der begriff „entrepreneurship“ ist nicht ins deutsche übersetzbar, „unternehmensgründung“ wird ihm nicht gerecht. er wird jedoch in dem buch „kopf schlägt kapital – die ganz andere art, ein unternehmen zu gründen – von der lust ein entrepreneur zu sein“ ausführlich umschrieben.

das spannende an dem buch ist es, dass es in sich sehr logisch klingt. faltin vertritt die auffassung, dass es zur gründung eines betriebs nicht immense kredite und einen umfassenden businessplan braucht, sondern vor allen dingen eine „ausgereifte“ idee. er propagiert, dass man lieber viel zeit für die entwicklung einer guten idee verwenden sollte, anstatt bestehendes zu wiederholen und mit viel marketing auf den markt zu brettern.

deshalb vergleicht faltin gründerInnen eher mit künstlerInnen denn mit betriebswirtschaftlich orientierten managern. das bedeutet nicht, dass er betriebswirtschaftlichen gedanken widerspricht, er versucht nur, die betriebwirtschaft wieder etwas mehr in den hintergrund zu drängen. dabei wird nicht an kritik der business-wettbewerbe gespart, die vom staat und den ländern gefördert werden. dabei entwirft faltin ein gegenkonzept, das er selbst bei der „teekampagne“, dem inzwischen größten händler für darjeeling-tee, umgesetzt hat.

das buch bietet viele ideen, wie man an eine eigene selbstständigkeit in den verschiedensten bereichen herangehen kann. es gibt impulse und fordert zur kreativität auf. es entwickelt ein modulsystem, dass gründerInnen entlastet und anscheinend den arbeitsaufwand reduziert. eine spannende lektüre, auch für kreative berufe, wenn sie nicht ausschließlich dienstleister werden wollen.
das buch ist 2008 im carl hanser verlag in münchen erschienen. ISBN 978-3-446-41564-5