schreibidee (122)

es gibt momente, in denen man das gefühl hat, alles um einen herum bewege sich, nur man selber kommt keinen deut voran, kann noch nicht einmal den kleinen finger heben. man fühlt sich wie paralysiert, wie gelähmt, kann nicht sprechen, doch gleichzeitig fühlt man sich hellwach und saugt alles in sich auf, dass um einen herum geschieht. diese situation soll anregung sein für die „paralyse-texte„.

dazu wird zuerst eine kleine körperliche übung in der schreibgruppe durchgeführt. man kennt das spiel, dass alle sich im raum bewegen und nebenher musik läuft. wenn die musik aussetzt verharrt man so lange in der position, bis die musik wieder einsetzt. genau dieses spiel wird gespielt und die teilnehmerInnen werden aufgefordert zu beobachten, was sie denken und wahrnehmen, während sie in ihrer position verharren. es gibt mehrere durchgänge des spiels und es können notizen zwischendurch gemacht werden. außerdem wird es momente geben, in denen lang in einer position zu verharren ist.

wenn das spiel beendet ist, werden alle aufgefordert, einen kurzen text von einer halben seite zum verharren zu schreiben. dann sollen sich die teilnehmerInnen vorstellen, sie seien vollständig gelähmt an ein bett gefesselt, sie könnten noch nicht einmal sprechen. dazu ist ein cluster zu erstellen und anschließend eine geschichte zu schreiben. diese kann länger werden, doch dabei sollten die eigenen erfahrungen mit dem spiel berücksichtigt werden.

und nun ist ein auslöser zu betrachten. es sollen paralysierende geschichten geschrieben werden. dazu kann man entweder etwas schockierendes schreiben, ein stillhalteabkommen wörtlich nehmen oder sich durch andere personen gelähmt fühlen. es gibt keine vorgaben für die paralysierende geschichte, nur anregungen. wie fühlt sich ein gefesselter mensch? wann gerät man in schockstarre? all dies kann einfließen. es kann aber auch nur eine spannende geschichte sein, die die zuhörerInnen paralysiert. auch diese geschichte kann länger werden.

anschließend werden alle drei texte von den teilnehmerInnen der schreibgruppe hintereinander vorgelesen. ins feedback sollte einfließen, wie realistisch die beschreibungen oder das paralysierende wirkt. und wehe, es bewegt sich einer während der lesungen 🙂

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