Tagesarchiv: 21. Mai 2009

kreatives schreiben und fachwörterbücher

es gibt berufe und fachrichtungen, deren begriffe vielen menschen unbekannt sind, von denen man noch nie gehört hat. zudem finden sich in grimms wörterbuch auch noch eine menge unbekannter wörter, die heute niemand mehr verwendet und lernt. deshalb können fachwörterbücher eine gute grundlage für schreibanregungen sein. vorgeschlagen wurde hier schon einmal, selber wörter zu erfinden und dafür lexikalische einträge zu formulieren.

dieses mal kann der weg anders herum beschritten werden. es werden fachwörterbücher herangezogen, aus denen jemand begriffe auswählt, von denen er ausgehen kann, dass sie allgemein unbekannt sind. diese wörter sollen nun definiert werden, der eigenen kreativität folgend und fantasie freien lauf lassend. ist man damit fertig, werden die ergebnisse verglichen mit der realen bedeutung der wörter.

aber man kann noch einen schritt weitergehen und gar keine ausführliche definition verfassen, sondern die wörter, die zum beispiel zugeteilt werden, gleich in eine zu schreibende geschichte integrieren. sie einfach so zu verwenden, wie man es für sinnvoll hält und darauf vertrauen, dass sich deren angenommene bedeutung durch den kontext der geschichte ergibt. es muss sich bei den verwendeten wörtern nicht unbedingt um fremdwörter handeln, es können auch alte wörter oder begriffe aus dialekten sein, die heute nicht mehr verwendet werden.

insgesamt bieten fachwörterbücher viele anregungen für schreibspiele, geschichten oder schreibanregungen. denn auch das zufällige auswählen von fachbegriffen, das lesen deren beschreibung und freie assoziationen in einem cluster können der anlass für eine geschichte sein. dem produzieren von schreibideen sind in diesem zusammenhang kaum grenzen gesetzt.

schreibspiele (07) – wortspiele (02)

es geht weiter mit dem jonglieren von buchstaben und worten. im vordergrund steht dabei sicherlich der spaß, aber die hier genannten spiele können auch eine anregung für weiterführende geschichten sein. es können dadurch assoziationen entstehen oder ganze sätze, die als grundlage für das weitere schreiben dienen können.

doch zurück zur generierung von worten, so lassen sich varianten entwerfen, die raum für weiterentwicklungen lassen. basis der ideen ist dieses mal scrabble (das spiel), bei dem die spielerInnen der zufälligen wahl von buchstaben unterliegen.

  • so kann eine art buchstaben-bingo gespielt werden. in einem quadrat von zum beispiel 10 mal 10 kästchen, sind drei wörter mit vier buchstaben, zwei wörter mit fünf buchstaben, zwei mit sechs buchstaben und eines mit sieben, sowie eines mit acht zu notieren. diese worte dürfen sich auch kreuzen. anschließend werden aus einer lostrommel immer wieder einzelne buchstaben gezogen. sind die notierten worte, also alle notwendigen buchstaben gezogen worden (es darf immer nur einer ausgestrichen werden) kann „bingo“ gerufen werden 😮
  • oder es werden 20 buchstaben für alle gezogen. aus diesen zwanzig buchstaben sollen möglichst lange wörter gebildet werden. hier hat die person gewonnen, die das längste wort notiert. bei gleicher buchstaben zahl stimmt die gruppe ab, welches wort ausgefallener aber gültig ist.
  • oder es wird in regelmäßigen abständen ein buchstabe gezogen, der der anfangsbuchstabe des zu notierenden wortes ist. im laufe der ziehung sollen alle notierten wörter in der reihenfolge der ziehung einen sinnvollen satz oder sogar eine geschichte ergeben. auch dies kann beliebig in den regeln verändert werden.
  • als letzte anregung ist die variante vorstellbar, dass wie bei kartenspielen die buchstaben weitergegeben werden können, die man nicht für die schaffung von wörtern gebrauchen kann. außerdem wird jedesmal ein weiterer buchstabe aufgenommen. zwischendurch können einzelne worte offengelegt werden. abgeschlossen ist das spiel, wenn eine person alle buchstaben als wörter ablegen könnte. dann wird wie beim canasta oder bei rommé nach vorher festgelegten regeln, das ergebnis der einzelnen spielerInnen gezählt und bewertet.