biografisches schreiben und diskriminierung (1)

gesellschaften, auch so genannte „demokratische“ (hoch lebe das grundgesetz) sind oft alles andere als tolerant. das bedeutet, dass es aufgabe von grundgesetzen und verfassungsgerichten ist, minderheiten zur seite zu springen und sie zu schützen, gerade wenn es darum geht, dass erst einmal alle menschen gleichberechtigt behandelt werden. man muss zugestehen, dass deutschland in diesem zusammenhang, auch als folge der 68er, manche verbesserung erfahren hat.

doch etliche bewohner dieses landes haben im laufe ihrer biografie oder lebensgeschichte, erfahren, was es bedeutet zu einer minderheit zu gehören. sie sind im laufe ihres lebens oft genug diskriminiert worden, soll heißen, sie wurden beschimpft, verleumdet, ungerecht behandelt und vieles mehr bis zu tätlichen übergriffen. die betrifft und betraf so genannte „gastarbeiter“, migrantInnen, frauen (die gar keine minderheit darstellen), behinderte, schwule, lesben, alte menschen (die bald auch keine minderheit mehr darstellen) und teilweise kinder und jugendliche.

bei dem blick darauf fällt auf, dass es eigentlich beinahe die ganze gesellschaft betrifft, dass diskriminiert wird. es scheint, dass der versuch eines gedeihlichen zusammenlebens ein schwieriger ist, da mancher der meinung ist, anderen sagen zu können, dass sie stören. hier sei heute ein antidiskriminierungsgesetz vor, über das man streiten kann.

beim biografischen schreiben können diskriminierende erlebnisse aber sehr wohl eine große rolle spielen. denn sie beeinflussen den eigene lebenslauf enorm. ob es nun schon die schulzeit ist, die zum spießroutenlauf werden kann, die bildungschancen, die einem zur verfügung gestellt werden, die berufswahl, überhaupt die arbeitsstelle, der alltag, das leben in der nachbarschaft bis zur freizeitgestaltung und der diskussion über „no go areas“. all dies schränkt ein, verändert, hat einfluss. deshalb sollte man beim verfassen der eigenen lebensgeschichte einen blick auf solche erlebnisse werfen, sie notieren und vor allen dingen die auswirkungen auf die eigene lebensgestaltung erfassen. denn eines können biografien auch, der gesellschaft, die sich gern als allumfassend ideal betrachtet, einen spiegel vorhalten, um weitere verbesserungen zu erreichen.

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s