Tagesarchiv: 27. Mai 2009

biografisches schreiben und körperkult

lebensbedingungen haben einfluss auf moden, aber auch auf den umgang mit dem eigenen körper. je nachdem, wie sich gesellschaften entwickeln, entwickelt sich auch der umgang mit dem eigenen körper. „gesundheit“ ist inzwischen zu einem regelrechten industriezweig geworden, der den bürger versorgt, hegt und pflegt. dazu gehören die fitnessgruppen, die sportstudios oder die wellness-farmen.

doch wie geht der einzelne mensch nun mit seinem körper um? haben sich die gesellschaftlichen normen schon im eigenen bewusstsein verankert? fragen, die im zusammenhang mit der eigenen biografie oder lebensgeschichte eine große rolle spielen können. gibt es zum beispiel im laufe des lebens körperliche einschränkungen, die einen zwingen, seine gesamten verhaltensweisen zu verändern? hier spielt nicht nur der blick auf die eigene körperliche verfassung eine rolle, sondern auch die frage, inwieweit man sich generell wohl fühlte oder fühlt in seinem körper.

um sich diesem thema anzunähern, kann man zum beispiel eine liste erstellen, was einem am eigenen körper gefällt und was nicht. vielleicht kann man auch notieren, was anderen am eigenen körper gefällt und was nicht. und dann wäre zu betrachten, wann man welche körperlichen einschränkungen erfahren hat. wann fühlte man sich den körperlichen reaktionen aufgrund von krankheiten ohnmächtig ausgeliefert und wie fühlte sich das an? vor allen dingen stellt sich die frage wie groß der einfluss der körperlichen verfasstheit auf die eigene lebensgeschichte ist.

was für eine musik hätte beethoven zum beispiel geschrieben, wenn er nicht im laufe der zeit taub geworden wäre? oder wie gestaltet man sein leben, wenn die bewegung stark eingeschränkt ist? muss man die grenzen seines körpers erfahren oder steigert man sich gern in kleine störungen hinein?
denn eines ist sicher, viele menschen gehen nicht sehr gut mit sich selber um. der mittelweg zwischen zu viel oder zu wenig aufmerksamkeit gegenüber dem eigenen körper wird selten beschritten.

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schreibidee (125)

lust ist ein begriff, der schon ausgesprochen lust auf mehr macht. wahrscheinlich liegt es am klang des wortes, dass so viele assoziationen und gedanken hervorgerufen werden und doch so selten danach gelebt wird. lust ist etwas subjektives und bedeutet für jeden menschen etwas anderes. um ein gefühl für die eigene lust zu bekommen, dient die schreibanregung dieses mal der animation zu „lust-geschichten„.

da lust so vielfältig verwendbar ist, angefangen bei der leselust, bis zu lüsternen begebenheiten, dient als einstieg ins schreiben über die lust ein cluster, das alle teilnehmerInnen der schreibgruppe zum thema „lust“ erstellen. anschließend werden gedanken zu einzelnen lustvollen momenten in halbseitige geschichtchen gefasst. diese werden anschließend in der schreibgruppe vorgetragen.
nun ist es an den teilnehmerInnen, für sich die momentan vorrangige lust auszuwählen (kann sich dieses bedürfnis doch recht schnell ändern).

anschließend ist nach einem kurzen freewriting zur jeweils gewählten lust-variante, eine längere geschichte zu schreiben. die geschichten werden auch wieder in der schreibgruppe vorgetragen. es ist davon auszugehen, dass eine große bandbreite an lustvollen begebenheiten vorgestellt. nach diesem umfassenden überblick sollten alle teilnehmerInnen einen text verfassen, was für sie „lebenslust“ bedeutet. lebenslust ist eine viel umfassendere vorstellung von lustvollem leben, als die vorherige konzentration auf eine lust.
die jeweiligen lebenslust-konzepte werden sich gegenseitig vorgestellt. und zum abschluss ein text verfasst, was notwendig wäre, um diese lebenslust auch zu leben, wenn dies nicht schon geschieht. wenn teilnehmerInnen ihrem konzept folgen, können sie noch einmal in einem text beschreiben, worin der vorteil für sie darin liegt. diese texte werden nicht mehr vorgetragen, da sie zum abschluss ausschließlich der selbstreflexion dienen.