schreibpädagogik und altersunterschied

bei offenen schreibgruppen oder schreibwerkstätten kann es vorkommen, dass sich menschen sehr verschiedenen alters anmelden. das ist eigentlich einer der schönen nebeneffekte vor allen dingen des kreativen schreibens. das interesse zieht sich durch alle altersgruppen. dadurch wird zumindest schriftlich der austausch zwischen den generationen gefördert.

jedoch für die anleitung von schreibgruppen kann dies auch schwierigkeiten verursachen, die aber nicht überwunden werden können. es fängt schon mit der frage an, ob neben einer schreibgruppe auch moderne kommunikationsmittel zu nutzen sind. es kann in der älteren generation weniger vorausgesetzt werden, dass wissen über die verwendung des internets vorhanden ist. inzwischen nähern sich zwar die nutzerInnendaten an, doch es muss damit gerechnet werden, zeit für grundsätzliches aufzuwenden.

dann sind die lebenserfahrungen natürlich sehr verschieden. dies sind sie zwar auch schon in einer altersgeneration, aber zwischen den generationen bedarf es eventuell zwischenzeitlich einiger erklärungen. dabei kann es um begriffe, lebensorte oder auch die beziehungskonzepte gehen. alles dinge, die beim schreiben von geschichten eine rolle spielen können. hier scheint es wichtig, immer wieder die vorzüge aufzuzeigen, von der jeweils anderen generation etwas lernen zu können oder vermittelt zu bekommen, das einem selber überhaupt nicht bekannt ist.

anleiterInnen sollten aufpassen, dass sie einer generation nicht den vorzug geben, sich selbst darstellen zu können. darauf achtet man sowieso bei der anleitung von gruppen, doch es fällt schwerer, wenn es um die grundsätzlichen lebenserfahrungen geht, wie es im laufe des schreibens eine große rolle spielen kann. bei gruppen zum biografischen schreiben empfiehlt es sich, altersbegrenzungen schon bei der ankündigung der gruppen einzuführen. oder man formuliert eindeutig, dass die gruppe dem austausch der generationen dienen soll.

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Eine Antwort zu “schreibpädagogik und altersunterschied

  1. Malwieder staune ich. Dem Christof geht der Schreibstoff einfach nicht aus. Kompliment für diesen sehr klaren Artikel. Der Hinweis direkt in der Ausschreibung eines z.B. biografischen Schreibkurses auf die generationsübergreifende Arbeit hinzuweisen oder direkt eine Altersbegrenzung anzugeben – wenn angestrebt vom Kursleiter oder Kursleiterin – klingt ganz logisch und scheinbar nicht neu, erweckt in mir aber eine Situation in den Anfängen meines SchreibberaterInnenstudiums, hier Schwerpunkt: „Biografisches Schreiben“. Die Kursleiterin sprach mich in der Küche an: „Und du bist das Kücken hier in der Gruppe, oder?“ – ich wäre auf diese Ansprache hin am liebsten schreiend weggerannt.

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