web 2.0 und bewertung von ärztInnen

das internet bietet inzwischen plattformen für die verschiedenen interessen und diverse informationsbedürfnisse, die menschen haben können. es wird immer leichter datenbanken aufzubauen, foren zu eröffnen und sich in sozialen netzwerken auszutauschen. doch was die aok jetzt aufbauen möchte ist bar jeder fachlichen sinnhaftigkeit. die aok möchte mit fachleuten zusammen eine datenbank über ärzte aufbauen, die von den patienten gefüttert wird.

dazu muss man sich mit seiner versichertennummer auf der homepage der aok anmelden und kann seine statements zu vorgegebenen kriterien abgeben. abgesehen, dass sich an diesen bewertungen schon etliche andere seiten probieren, wird es sich im endeffekt um den austausch von befindlichkeiten handeln, die nicht verallgemeinerbar sind und somit auch schwerlich vergleichbar.

damit liegt die aok aber in dem trend, die manche zeitung und zeitschrift schon begonnen haben und die keinem patienten helfen werden. dahinter steckt der gedanke, dass soziale leistungen (und das ist die medizin bisher noch) vergleichbar sind wie elektrogeräte. hier wird der gesamte soziale arbeitsbereich noch stärker in den dienstleistungssektor verschoben, wie wenn kein unterschied mehr bestünde zwischen dem buchen einer reise und dem besuch eines arztes. ähnliches wird in absehbarer dann auch den psychotherapeutInnen widerfahren.

das ganze ist deshalb so ärgerlich, da jeder patient, klient, therapeut und arzt die situation kennt, dass es wichtig ist, ob die chemie zwischen ihnen stimmt. aus der tätigkeit in einer beratungsstelle, die sowohl an ärzte als auch therapeuten weitervermittelt, kann ich nur berichten, dass wir eben nicht einzelne empfehlen, da die einschätzung der behandlung immer eine subjektive ist. so kann man zu ein und demselben arzt gleichzeitig begeisterte und entsetzte rückmeldungen bekommen. die empfehlung ist eher, sich mehrere (bei längerer behandlung) anzuschauen und nach persönlichem empfinden zu wählen. habe ich das gefühl mit meinem gegenüber über alle meine anliegen sprechen zu können, ja intimes preiszugeben. jedes andere vorgehen wird scheitern, denn auch die fachliche kompetenz der behandlerInnen ist von patientInnen und klientInnen schwer einzuschätzen, da sie meist keine expertInnen in dem gebiet sind. dies sollten andere einrichtungen übernehmen. hier zeigt sich einmal mehr, dass das internet gern genutzt wird, um eindeutigkeiten zu schaffen, die es so nicht gibt. abgesehen von vielen datenschutzrechtlichen fragen, die nicht geklärt sind.

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