Tagesarchiv: 16. Juni 2009

biografisches schreiben und generationskonflikte

seit menschengedenken sind die zeitabschnitte für die eine gesellschaft vorausplant beschränkt. nicht wissend, was als nächste passieren wird im sozialen kontext, lässt sich vieles auch gar nicht so bestimmen und regulieren. früher wurde eigentlich nur im jahrestakt gedacht, da allein die ernte und produktion für ein jahr gesichert werden musste. seitdem die selbstversorgung verschwunden ist, ist der mensch daran, den folgen der natur vorzubeugen und weiterzudenken.

doch in den letzten zwei jahrzehnten verkürzen sich wieder die planungsphasen. seitdem die mediale präsentation von politik noch stärker in den vordergrund rückt. das strukturieren in abschnitten von legislaturperioden liegt im trend. die oft beschworene und angemahnte nachhaltigkeit wird nur in seltenen fälle verfolgt. das bekommen dann die nachfolgenden generationen zu spüren.

neben dieser entwicklung gibt es immer wieder die schwierigkeit, dass sich lebensmoden und -muster überholen und somit nicht weitergeführt werden. die so genannten traditionen verändern sich, gesellschaftliche moral- und ethikvorstellungen wandeln sich und der technische fortschritt verändert die lebens- und arbeitswelt. vor allen dingen ältere generationen können diesen veränderungen nicht mehr folgen oder wollen es nicht. dies bildet die grundlage für generationskonflikte, so lang die ältere generation die machtstrukturen besetzt.

beim betrachten der eigenen lebensgeschichte sollte ein blick auf die eigene haltung, Weiterlesen

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wortklauberei (42)

„trendwende“

ein trend bezeichnet eine mode, eine entwicklung und vor allen dingen deren richtung. dabei handelt es sich immer nur um eine andeutung dessen, was für die zukunft zu vermuten ist. folgend sind „trendbarometer“, „trendscouts“ oder einfach nur „modeerscheinungen“. trends vorherzusagen hat immer etwas von dem blick in die glaskugel, mit einer pr-maschinerie wird versucht, trends zu schaffen. auch hier lässt sich nicht sagen, ob dies klappt. trends scheitern gern an der undurchschaubarkeit oder auch subjektivität der menschen.

beliebt ist in diesem zusammenhang, erst einen trend anzunehmen und dann seine wende zu verkünden. die „trendwende“ ist also der zweifache blick in die glaskugel. besonders gern verkündet wird sie, wenn ein „negativer“ trend vorhergesagt wurde. dabei scheint ein widerspruch zu einem trend oder besser geschrieben eine vollständige umkehrung einer entwicklung eher fragwürdig. dies hieße, dass die vorherigen prozesse keine spuren hinterlassen würden, also alles umkehrbar sei.

deshalb wird der ausdruck „trendwende“ besonders gern in politischen und wirtschaftlichen zusammenhängen genutzt. es wird etwas versprochen, vorhergesagt, das so sicherlich nicht eintreten wird, denn in der zwischenzeit ist viel zu viel passiert. deshalb hat es, sollte man nicht an glaskugeln glauben, wenig sinn, diese aussagen zu beachten. die entwicklungen schreiten voran, die lebensbedingungen ändern sich. es scheint sinnvoller, den versuch zu unternehmen, einfluss auf die entwicklungen zu bekommen, denn sie geschehen zu lassen und auf eine trendwende zu warten, die den positiven zustand wieder herbeiführt.