Tagesarchiv: 21. Juni 2009

selbstbefragung (20) – emotionen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „emotionen„. wie offen drücken sie ihre gefühle aus? beschreiben sie.

  • können sie auch negative gefühle zelebrieren?
  • würden sie sich eher als emotionaler oder als rationaler mensch bezeichnen?
  • welche bedeutung hat für sie ihr bauchgefühl? hören sie darauf oder nicht? begründen sie.
  • ab wann ist für sie ein mensch gefühllos?
  • wie gehen sie damit um, wenn ihnen gegenüber ein mensch sehr emotional wird?
  • welche ereignisse lösen bei ihnen die meisten emotionen aus?
  • haben sie es schon einmal erlebt, dass sie dachten, sie werden ihrer gefühle nicht mehr herr? beschreiben sie?
  • was bedeutet für sie, mitfühlend zu sein?
  • welche emotionen erscheinen ihnen negativ?

schreibidee (132)

der alltag aber auch die freizeit sollen für viele ein event sein. events wiederum benötigen geld, konsum und eine menge menschen. das bedeutet aber, dass events meist laut und voll sind. diesen eindruck hinterlässt der alltag manchmal. vielen fällt es schwer, zwischendurch einmal zur ruhe zu kommen, durchzuatmen und sich fallen zu lassen. jeder rückzug aus dem sozialen kontext erscheint bedrohlich, lässt schwere gedanken aufkommen und wird möglichst schnell beendet. diese schreibanregung soll ein gegengewicht schaffen. es werden „geschichten der stille“ geschrieben.

der einstieg ist sehr einfach. man fordert die teilnehmerInnen der schreibgruppe auf, 10 minuten stille zu zelebrieren. dies bedeutet, es wird nicht geredet, es werden keine tätigkeiten ausgeübt, es wird versucht, keine geräusche zu machen. in dieser zeit können die teilnehmerInnen ihre gedanken schweifen lassen, sie notieren sich aber nichts.

erst nach den 10 minuten werden in 10 minuten freewriting die gedanken und eindrücke niedergeschrieben. anschließend können noch ein paar stichpunkte notiert werden. wenn dies geschehen ist, wäre es ideal, wenn man einen film zur hand hätte, der nichts anderes zeigt, als einen einsamen naturort (einen wald, eine küste, eine wiese oder anderes) mit den dazugehörigen geräuschen. das ist zwar meistens nicht still aber ruhig. während des zeigens werden auch keine notizen gemacht. nach dem film werden noch einmal zehn minuten freewriting durchgeführt und stichworte notiert.

erst jetzt ist es an der zeit, eine „geschichte der stille“ zu schreiben. es gibt keine weiteren vorgaben. anschließend werden die geschichten vorgelesen und im feedback sollte berücksichtigt werden, wie gut „stille“ oder „ruhe“ erfasst wurden. anschließen können vielleicht noch ein paar haikus verfasst werden. ideal kann diese schreibanregung natürlich umgesetzt werden, wenn die schreibgruppe schon an einem abgelegenen ort stattfindet. dann können die teilnehmerInnen anstatt einen film anzusehen, in die umgebung ausschwärmen und für sich einen ruhigen ort suchen, an dem sie allein ausharren.