Tagesarchiv: 23. Juni 2009

biografisches schreiben und erholungsphasen

das leben ist ein anstrengendes. ob nun jobs, verantwortung, familie oder konflikte, die gestaltung des lebens benötigt energie. ob es heute anstrengender als früher ist, kann schwer gesagt werden, da die lebensumstände sich in den letzten jahrzehnten sehr gewandelt haben. sehr interessant scheint es daher, welche erholungsphasen ein mensch im lauf seines lebens benötigt und sich gönnt.

wie oft sind sie an den punkt geraten, dass sie dachten, jetzt ist jegliche eigene energie aufgebraucht, ich muss neue tanken? und haben sie dann die möglichkeit oder die kraft gehabt, sich erholungsphasen zu gönnen? wer zum beispiel auf dem land auf einem hof aufgewachsen ist, dem erscheint urlaub zu machen als luxus, da es vielen kaum möglich war. unsere gesellschaft konnte sich erst im laufe der zeit immer mehr urlaub gönnen und wir unterscheiden uns darin auch weiter stark von anderen gesellschaften.

für die eigene lebensgeschichte kann es interessant sein, inwieweit man das gefühl hatte, die erholungsphasen für sich zu nutzen, sie als wohltuende abwechslung zu erfahren und sie vielleicht auch zu nutzen, um später das eigene lebens- und arbeitskonzept zu verändern. denn erst in den letzten jahren entstand für manche menschen die möglichkeit ein „sabbatical“ einzulegen, um sich den eigenen bedürfnissen zu widmen. ebenso wie erst seit kurzem auch für männer die möglichkeit besteht, elternzeit zu nehmen und sich der familie zu widmen.

erholungsphasen sind eine gute chance, sich seiner bewusster zu werden oder aber „nur“ durchzuatmen, um später wieder die arbeit aufnehmen zu können. gerade selbstständig tätige menschen haben mehr schwierigkeiten, diese phasen für sich zu organisieren. das kann aber sogar gesundheitlich konseqzenzen haben. vielleicht fällt einem beim betrachten der eigenen lebensgeschichte auch auf, dass man sich sich selbst zu wenig gewidmet hat. oder man entscheidet, nachdem man einmal seine erholungsphasen aufgelistet hat, dass es dringend an der zeit ist, diese nun direkt einzulegen. vielleicht möchte man aber auch nur schauen, welches für einen die schönste erholungsphase war.

schreibpädagogik und kosten

schreibgruppen oder schreibcoaching anzubieten, ist eine dienstleistung. von dieser dienstleistung zu leben, gebärdet sich für viele schwierig. das liegt zum einen daran, dass die nachfrage nach kreativem und biografischem schreiben zwar weiter zunimmt, aber sich immer noch auf recht geringem niveau bewegt. zum anderen ist es immer wieder die frage, welche bedeutung dem schreiben zugestanden wird und wie sehr menschen davon ausgehen, dass eine professionelle anleitung in diesem zusammenhang nicht unbedingt notwendig sei.

die beschriebenen schwierigkeiten betreffen sicherlich den gesamten kreativen fortbildungssektor, da zwar mit kursen zum „richtigen“ verkaufen und präsentieren viel geld gemacht werden kann, aber nicht mit dem „richtigen“ schreiben. möchte man nun von seinen angeboten im laufe der zeit leben können, bleibt einem nichts anderes übrig, als sich selbst zu überlegen, was man an geld benötigt, um auch von nicht vollständig ausgebuchten schreibgruppen leben zu können.

teilweise ist es schwer einzuschätzen, wie groß die nachfrage zu einzelnen angeboten ist. oft wird, um gruppen voll zu bekommen, ein relativ geringer kostenbeitrag veranschlagt. das steuert aber zur unterbewertung des schreibens bei, soll heißen, fördert den zustand, dass kreatives schreiben, biografisches schreiben und schreibcoaching eher der hobbysparte und den volkshochschulen zugeordnet werden und somit die schreibpädagogik nicht unbedingt einer professionellen tätigkeit.

deshalb wäre es sicherlich hilfreich, sich an anderen coaching und beratungsformen preislich zu orientieren, denn die gewichtung des schreibcoachings oder auch der gruppenangebote ist für viele „kundInnen“ gar nicht so gering. und es ließe sich dadurch zumindest auch im laufe der zeit, der lebensunterhalt ohne zusätzliche nebentätigkeiten bestreiten.