Tagesarchiv: 27. Juni 2009

schreibpädagogik und schreibstile

die erwartungen an schreibgruppen sind sehr verschieden. die einen möchten es schaffen, regelmäßig ohne größere anstrengung zu schreiben. die anderen schätzen den sozialen austausch zum schreiben und lesen mit anderen. und eine weitere gruppe verfolgt für sich das ziel immer besser zu schreiben. letztere gruppe möchte also ihren schreibstil verfeinern, geschmeidiger machen und treffender formulieren.

finden sich in einer gruppe alle drei interessen gleichzeitig wieder, ist die vorgehensweise und vermittlung des kreativen aber auch des biografischen schreibens nicht leicht. denn als anleiterIn muss man damit rechnen, dass sich mindestens eine gruppe nicht berücksichtigt fühlt bei den diversen übungen. gerade die verfeinerung des schreibstils ist eigentlich ein thema für fortgeschrittene schreibende. denn für sie stellt sich seltener die frage, wie komme ich überhaupt zum regelmäßigen schreiben.

es muss kein nachteil sein, vertreterInnen aller interessen in einer gruppe zu haben, es kann sich auch sehr gut gegenseitig befruchten. doch zumindest sollten am beginn einer schreibgruppe die interessen aller teilnehmerInnen geklärt werden, vielleicht auch schon bei der anmeldung. denn dann kann man bei der konzeption der veranstaltung rücksicht auf die verschiedenen schreibmotivationen nehmen und versuchen, abwechslung in die schreibanregungen zu bringen.

eine andere möglichkeit wäre es, schon in der ankündigung von schreibgruppen zu formulieren, welche schwerpunkte man legt und welche interessen in der veranstaltung berücksichtigt werden. so wäre es möglich, eine schreibgruppe anzubieten, die sich ausschließlich mit dem schreibstil beschäftigt, deren schwerpunkt in der überarbeitung von texten liegt und die sehr großen wert auf ein umfassendes feedback legt. eine andere gruppe könnte sich dann auf den spielerischen umgang mit kreativem schreiben konzentrieren und vor allen dingen schreibtechniken aufzeigen, die den zugang erleichtern.