Tagesarchiv: 7. Juli 2009

linke buchtage in berlin – ein tipp

mit verwunderung kann man zur zeit feststellen, dass viele an dem festhalten, was es bis jetzt gab, einem wirtschaftssystem, das sich im herbst letzten jahres beinahe von selbst erledigt hätte. zumindest wenn man der süddeutschen zeitung glaubt, die in der heutigen ausgabe aus dem protokoll der rettungssitzung zur hypo real estate berichtet.

mit verwunderung kann man feststellen, dass die kritik am kapitalismus und dem dazugehörigen gesellschaftssystem weiterhin nur von wenigen geäußert wird. man hat milliarden in die rettung gepumpt und hofft nun, dass sich wieder alles zum guten wendet. diese hoffnung äußert sich auch darin, dass die liberalen plötzlich in den wahlumfragen aufwind haben, obwohl sie eigentlich den definitiv freien markt propagiert haben. einer der widersprüche, in denen wir leben.

doch da gibt es eine kleine verlagslandschaft, die sich unermüdlich den analysen und kritiken des status quo widmet. so manches ihrer werke mag in letzter zeit verstärkter nachgefragt werden, aber sicherlich nicht in dem ausmaß, in dem man es hoffen könnte. doch wer sich über die diskurse der linken (nicht der partei) und ihre veröffentlichungen informieren möchte, hat vom 10ten bis 12ten juli gelegenheit dies im mehringhof in berlin zu tun. es gibt ein reichhaltiges programm aus lesungen, buchvorstellungen und diskussionen. zu finden ist dies alles unter: http://www.linkebuchtage.de . so lässt sich hoffen, dass manche analyse, mancher diskurs eine anregung für zukünftiges handeln sei.

biografisches schreiben und anpassung

menschen geraten im laufe ihres lebens häufiger an den punkt, dass sie für sich die entscheidung treffen müssen, ob sie sich den vorgaben von außen anpassen oder dagegen aufbegehren und die konsequenzen ihres widerstandes tragen. dies kann im kleinen geschehen, wie zum beispiel bei den auseinandersetzungen mit dem elternhaus, oder es kann im großen geschehen, wie zum beispiel beim gesellschaftlichen umgang mit der atomenergie, um nur zwei kleine beispiele zu nennen.

gerade diese momente machen einem sehr bewusst, wie weit man den fortgang des eigenen lebens beeinflussen kann. leider folgt der erkenntnis oft genug die aussage „da kann man ja eh nichts machen“. dies kann man kaum zum vorwurf machen, denn jeder muss für sich selber entscheiden, wieweit man die drohenden sanktionen bei der einnahme einer widerständigen haltung in kauf nimmt. auch wenn sich immer wieder gezeigt hat, dass es effekte hat, wenn sich viele entscheiden, nicht mehr mitzumachen.

bei der betrachtung der eigenen lebensgeschichte spielen diese momente eine große rolle, da sie die kristallisationspunkte der selbstbestimmung sind. es sind die lebensabschnitte, in denen sich wenden der eigenen biografie ergeben können, die viele zukünftige handlungen bestimmen. der mensch findet sich plötzlich an einem punkt wieder, an dem er beinahe gezwungen ist, seine situation zu reflektieren. Weiterlesen