Tagesarchiv: 8. Juli 2009

kreatives schreiben und idole

die literatur lebt vom ideenklau und der weiterentwicklung von schreibstilen. viele menschen, die angefangen haben zu schreiben, versuchten sich im kopieren eines bestimmten schreibstils ihrer lieblingsschriftstellerInnen oder griffen eine idee für eine geschichte auf, um sie weiterzuentwickeln, auszuformulieren oder einfach nur in bestimmten abschnitten der eigenen geschichte zu zitieren.

so kann man sich beim kreativen schreiben auf die suche begeben, wer denn das eigene schriftstellerische idol ist und sich dem literarischen stil durch nachahmung annähern. man wird bemerken, dass man diesen stil nie vollständig annähern wird, aber gleichzeitig eine eigene schreibsprache entwickelt, in die anregungen durch das idol einfließen. dies ist eine gute übung für die entwicklung eines eigenen schreibstils, der sich beständig weiterentwickelt. man kann ja weitere schriftstellerInnen mit ihren werken hinzuziehen. es geht aber nicht um die exakte kopie, sondern einzig um die anregung.

doch idole können auch noch eine andere rolle einnehmen in der eigenen kreativen schaffensphase. sie können zum beispiel hauptakteure der eigenen geschichten werden. schreiben sie doch einmal die lebensgeschichte von albert einstein um. dies kann in humorvoller, verschwörungstheoretischer, absurder oder politischer weise um. der vorteil eines idols ist es, dass man sich meist mit der lebensgeschichte der person schon auseinandergesetzt hat. darum fällt es auch leichter in die realität einzugreifen und die eigene fantasie zum zuge kommen zu lassen.

oder man konzetriert sich nicht auf ein idol, sondern formuliert geschichten, in denen sich idole begegnen, die sich im alltag nie begegnet sind und wahrscheinlich auch nicht begegnen werden. was haben sie sich zu sagen, welches interesse könnte aneinander bestehen? die frage nach den idolen erleichtert die suche nach protagonisten. die freiheit des kreativen schreibens erleichtert es, sich nicht sklavisch an die eigentliche lebensgeschichte zu halten. von vorteil ist es sicherlich, dass etliche idole viele andere menschen auch kennen und somit eine erklärung der jeweiligen rolle reduziert werden kann.

schreibidee (137)

das magazin einer tageszeitung veröffentlichte vor jahren jeden sommer geschichten von schriftstellerInnen geschrieben, die sich einzig um einen gegenstand drehten, nämlich eine luftmatratze (ich bin mir nicht mehr sicher, ob diese rot oder blau war). ansonsten gab es keine vorgaben. neben den einzelnen amüsanten geschichten machte vor allen dngen der vergleich der ideen, die sich um den gegenstand rankten, die ausgabe interessant. so soll es dieses mal in der schreibanregung um „geschichtenvergleiche“ gehen.

es gibt dafür keinen einstieg inhaltlicher art, sondern nur die anwendung einer schreibtechnik. als anleiterIn gibt man der schreibgruppe einen gegenstand vor. das kann besagte luftmatratze sein, aber auch ein handmixer, eine krawatte oder ein gelber teddy sein. zu diesem gegenstand wird in 10 minuten ein focussiertes freewriting verfasst. anschließend ist noch ein cluster zu erstellen und daraus eine geschichte geschrieben. die geschichten und somit ideen werden sich anschließend gegenseitig vorgestellt. während der feedbackrunde darf dieses mal die jeweilige schreibidee bewertet werden. wenn alle geschichten vorgelesen sind, können die teilnehmerInnen sagen, welche geschichte ihnen am besten gefallen hat und warum. darüber wird nicht diskutiert, da es um persönlichen geschmack geht.

danach kann die vorgabe erweitert werden auf zwei gegenstände, die die folgende schreibanregung bestimmen. in der vorbereitung der nächsten geschichte wird genauso vorgegangen, wie oben beschrieben. dies lässt sich natürlich, je nach vorhandener zeit, auf drei, vier oder fünf gegenstände erweitern. ich würde mich auf gegenstände konzetrieren und keine eigenschaften oder verben zur vorgabe machen, da ein gegenstand den meisten spielraum für ideen zulässt. außerdem sollte immer wieder betont werden, dass die gegenstände nicht bestimmend für die geschichte sein müssen, sondern auch nur am rand auftauchen können.