kreatives schreiben und idole

die literatur lebt vom ideenklau und der weiterentwicklung von schreibstilen. viele menschen, die angefangen haben zu schreiben, versuchten sich im kopieren eines bestimmten schreibstils ihrer lieblingsschriftstellerInnen oder griffen eine idee für eine geschichte auf, um sie weiterzuentwickeln, auszuformulieren oder einfach nur in bestimmten abschnitten der eigenen geschichte zu zitieren.

so kann man sich beim kreativen schreiben auf die suche begeben, wer denn das eigene schriftstellerische idol ist und sich dem literarischen stil durch nachahmung annähern. man wird bemerken, dass man diesen stil nie vollständig annähern wird, aber gleichzeitig eine eigene schreibsprache entwickelt, in die anregungen durch das idol einfließen. dies ist eine gute übung für die entwicklung eines eigenen schreibstils, der sich beständig weiterentwickelt. man kann ja weitere schriftstellerInnen mit ihren werken hinzuziehen. es geht aber nicht um die exakte kopie, sondern einzig um die anregung.

doch idole können auch noch eine andere rolle einnehmen in der eigenen kreativen schaffensphase. sie können zum beispiel hauptakteure der eigenen geschichten werden. schreiben sie doch einmal die lebensgeschichte von albert einstein um. dies kann in humorvoller, verschwörungstheoretischer, absurder oder politischer weise um. der vorteil eines idols ist es, dass man sich meist mit der lebensgeschichte der person schon auseinandergesetzt hat. darum fällt es auch leichter in die realität einzugreifen und die eigene fantasie zum zuge kommen zu lassen.

oder man konzetriert sich nicht auf ein idol, sondern formuliert geschichten, in denen sich idole begegnen, die sich im alltag nie begegnet sind und wahrscheinlich auch nicht begegnen werden. was haben sie sich zu sagen, welches interesse könnte aneinander bestehen? die frage nach den idolen erleichtert die suche nach protagonisten. die freiheit des kreativen schreibens erleichtert es, sich nicht sklavisch an die eigentliche lebensgeschichte zu halten. von vorteil ist es sicherlich, dass etliche idole viele andere menschen auch kennen und somit eine erklärung der jeweiligen rolle reduziert werden kann.

Eine Antwort zu “kreatives schreiben und idole

  1. Seltsam: am Montag habe ich auch etwas zum nachahmenden Schreiben geschrieben: http://frederikweitz.blogspot.com/2009/07/nachahmendes-schreiben.html.
    Meine Pointe ist leicht verschoben zu deiner. Ich behaupte, dass nachahmendes Schreiben deshalb häufig scheitert, weil man nicht das Schreiben (des Autors), sondern die Struktur (des Romans) nachahmt. Aber durch das Werk sieht man nicht das Schreiben des Autors. Deshalb ist Nachahmung beim Schreiben eine gefährliche Sache. Man sitzt leicht Illusionen auf. Trotzdem halte ich nachahmendes Schreiben, genau wie du, für sehr sehr wichtig.
    Frederik

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