schreibpädagogik und geschlechter

beim blick durch die angebote von schreibgruppen fällt einem auf, dass es viele schreibgruppen ausschließlich für frauen gibt. teilweise altergebunden aber auch ohne vorgaben oder eben gruppen, die offen für alle sind. was es so gut wie nicht gibt, sind schreibgruppen für männer. oder anders formuliert, wenn es schreibgruppen für männer gibt, dann sind dies meist gruppen für schwule. außerdem kann man feststellen, dass bei geschlechtsunabhängigen schreibgruppen frauen meist in der mehrheit sind und oft nur wenige männer daran teilnehmen.

ich habe mich schon öfter damit auseinandergesetzt, dass schreibangebote des kreativen schreibens eher von frauen angenommen werden. doch weshalb werden eigentlich keine angebote für männer gemacht? ist die nachfrage zu gering? das könnte natürlich sein. doch der versuch, ohne die bindung an die homosexualität wäre es eigentlich einmal wert, männer dazu einzuladen sich kreativ schreibend zu betätigen. denn man kann es eigentlich nicht oft genug wiederholen, eigentlich schreiben relativ viele männer.

doch da findet sich wieder die krux mit dem „lonesome-cowboy-syndrom“, mann schreibt anscheinend lieber für sich selber. auch in anderen zusammenhängen, ob es nun selbsthilfe, gesundheitsvorsorge oder andere kreative hobbys sind, männer fällt es schwer diese angebote wahrzunehmen. die gründe sind in diesem zusammenhang sicherlich weiterhin in der zugeschriebenen und anerzogenen geschlechterrolle zu suchen. gründen sie eine fußballgruppe und es finden sich sofort eine menge männer ein. doch der persönliche austausch, eventuell auch über befindlichkeiten, ideen und probleme, erscheint vielen bedrohlich.

dies ist nicht unbedingt auf gemachte erfahrungen gegründet, obwohl schon in schulzeiten der männliche jugendliche gern verspottet wird, der nicht den rollenmustern entspricht. dabei ist zu beachten, dass die rollenmuster nicht ausschließlich von männern weitertransportiert werden, sondern auch von frauen. so könnten schreibgruppen ausschließlich für männer die chance bieten, mit hilfe des kreativen schreibens die eigene rolle zu hinterfragen. dies sollte nicht der anlass solch einer gruppe sein, doch es würde sich wahrscheinlich automatisch aus der gemeinsamen erfahrung ergeben.

Eine Antwort zu “schreibpädagogik und geschlechter

  1. Ziemlich richtig: ist mir mal passiert. Ich wollte an der Uni ein Männerseminar anbieten (da es ja Frauenseminare gab und gibt). Kommentar: da kannst du ja hingehen, du und deine Schwulen. Dabei hatte ich etwas ziemlich Heterosexuelles vor. Nun gut ….

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