Tagesarchiv: 16. Juli 2009

leben neben der berliner feuerwehr (03)

ja, es wurde wärmer, ja, so langsam kriecht der sommer unter den wolken hervor, ja, die nächte sind auch warm. die konsequenz, wenn man neben der berliner feuerwehr lebt: hatte der löschzug des nachts einen einsatz, dann wird das gerät ungefähr eine halbe stunde lang in der tiefen nacht im hof überholt. die fahrzeughalle steht leer aber es scheppert und rumpelt durch die nacht ohne unterlass. faszinosum dabei ist es, kommt es zu ungefähr ebenso großen und ausführlichen einsätzen im winter oder bei schlechtem wetter, dann geht das nötigste ganz fix und der rest wird in der fahrzeughalle erledigt.

der große unterschied zwischen winter- und sommernächten besteht darin, das vielleicht auch noch einmal zum nachlesen für feuerwehrbeamte, dass anwohner ihre fenster und türen zu den hinterhöfen offen haben, um ein wenig frische luft schnappen zu können, nach den heißen tagen. viele davon haben vor allen dingen die schlafzimmer geöffnet. ich habe schon vor längerer zeit vorgeschlagen, die fahrzeughalle abzureißen, da sie sowieso keinen sinn mehr macht. und ich habe anscheinend die bedeutung des „tages der offenen tür“ falsch verstanden.

nun kann man natürlich darüber spekulieren, warum dieses zur hochform der inszenierung von geschäftigkeit auflaufende verhalten immer gern mit dem beginn der schulferien einhergeht. aber vielleicht ist es auch nur eine klimatische frage. und da wundert sich noch jemand, dass anwohner sich beschweren. aber laut ordnungsamt ist das ja ein privatgelände (wohl mit großem maschinenpark und nachtarbeit). ja, die lauen sommernächte 😆

schreibpädagogik und schreibkompetenzen

schreibgruppen bieten für alle teilnehmerInnen die chance, die eigenen schreibkompetenzen stück für stück zu erweitern. dies ist zum einen eine frage der zeit und zum anderen eine frage der wahrnehmung. schreibgruppen, die über einen längeren zeitraum stattfinden, bieten die größten chancen einer sukzessiven veränderung im schreiben und schreibverhalten.

am anfang steht bei schreibgruppen, vor allen dingen für menschen, die das erste mal teilnehmen, der „aha-effekt“ oder das erstaunen darüber, was man alles zustande bringt. seltener wird die weitere eigene entwicklung beobachtet. dass sich die eigenen texte beständig verbessern, dass das schreiben immer leichter von der hand geht, dass die ideenfindung unkomplizierter funktioniert und dass sich teilweise die schreibgeschwindigkeit erhöht.

um den blick für diese entwicklungen zu schärfen, kann man die teilnehmerInnen entweder dazu einladen, alte und neuere texte miteinander zu vergleichen. oder man fordert sowohl beim ersten oder zweiten ‚treffen einer schreibgruppe die teilnehmerInnen dazu auf, eine selbstreflexion über den schreibprozess zu verfassen, und das gleiche noch einmal gegen ende der durchlaufenen schreibgruppe. diese beiden texte können miteinander verglichen werden.

das angenehme an der erweiterung von schreibkompetenzen ist es, dass dieser prozess schwer wieder rückgängig zu machen ist. gut man hält die erlernten kompetenzen eher frisch, wenn man konsequent regelmäßig weiterschreibt. doch selbst bei langen pausen zwischen der schreibgruppe und späteren versuchen des schreibens, stellt sich wie beim fahrradfahren heraus, dass man das gelernte schnell wieder anwenden kann. diese tatsache bedeutet, dass es empfehlenswert ist, bei der durchführung von schreibgruppen immer auch die weiterentwicklung von schreibkompetenzen zu thematisieren. das lässt sich sogar in einer unterhaltsamen freizeit-schreibgruppe des kreativen schreibens verwirklichen.