Tagesarchiv: 25. Juli 2009

schreibpädagogik und handschriften

etliche schreibanregungen in schreibgruppen basieren darauf, dass texte und assoziationen ausgetauscht werden. da gleichzeitig viele schreibideen davon leben, die zeit für das verfassen der texte und assoziationen zu beschränken, wird häufig schnell geschrieben. teilnehmerInnen haben oft das gefühl, sie müssten sich beeilen, um ihre gedanken auf papier zu bringen, da sonst die zur verfügung stehende zeit abgelaufen ist.

die konsequenzen aus diesen abläufen ist aber oft genug, dass eine handschrift verwendet wird, die kryptisches gekrakel darstellt und von den anderen gruppenteilnehmerInnen nicht entschlüsselt werden kann. deshalb muss schon zu beginn der schreibanregung, auch wenn das konzept eigentlich ein anderes ist, bekannt gegeben werden, dass die texte weitergegeben werden, also bitte leserlich zu schreiben sei. die folge davon ist, dass es kaum möglich ist, schreibanregungen mit einem überraschungseffekt zu konzipieren, die die ganze gruppe einbeziehen.

noch eine weitere folge hat die bitte um leserlichkeit: etliche teilnehmerInnen sehen sich dadurch zusätzlich unter druck gesetzt. sie beschäftigen sich mehr mit der leserlichkeit ihrer handschrift denn mit der schreibanregung. sie haben das gefühl, dass ihnen die zeit davon läuft, nur weil sie ordentlicher schreiben müssen, und sie fühlen sich in ihrem schreibfluss behindert. das lässt sich nicht vollständig verhindern, doch es können zeitliche spielräume eingebaut werden.

so können schreibanregungen zweigeteilt werden Weiterlesen

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herr kauder und das kindeswohl – ein kommentar

hier schon öfter thematisiert, die alltägliche diskriminierung von homosexuellen hat mal wieder unterstützung aus höchsten kreisen bekommen. auch wenn dies eventuell nur wahlkampfgeplänkel ist, ist es eine unverschämtheit, was schwulen und lesbischen paaren vom franktionsvorsitzenden der cdu unterstellt wird. so äußerte er, als eine studie belegte, dass kinder die bei homosexuellen paaren aufwachsen keine nachteile haben (allein die forschungsfrage ist eigentlich eine frechheit), „es geht bei dem vorschlag allein um die selbstverwirklichung von lesben und schwulen und nicht um das wohl des kindes“ (sz von heute s.1). bei dem vorschlag handelt es sich um die idee, das gleiche adoptionsrecht für homosexuelle paare anzuwenden, wie für heterosexuelle paare.

laut herrn kauder gebe es auch andere wissenschaftliche erkenntnisse. die möge er bitte einmal benennen, dann kann man sich weiter darüber auseinandersetzen. unsereinem wären diese nicht bekannt. eher das gegenteil: schon vor über zwanzig jahren wurde eine ähnliche studie in den usa durchgeführt und kam zum gleichen ergebnis, also in einer zeit, als homosexualität noch viel umstrittener war. aber darum geht es überhaupt nicht, es geht um die unterstellung, dass der adoptierende homosexuelle per se ein egozentrischer ist, im gegensatz zum adoptierenden heterosexuellen, der nichts anderes als das kindeswohl im blick habe und wahrscheinlich aufgrund seiner sexuellen orientierung prädestiniert ist, kinder aufzuziehen.

nun könnte man den spieß natürlich umdrehen und einmal fragen, wie es passieren kann, wenn der heterosexuelle mensch so um das kindeswohl bemüht ist, dass es zu komasaufenden jugendlichen, zu amokläufen und zu vernachlässigten kindern kommt? wie geht es an, dass in schulen gemobbt wird? könnte es sein, dass diese kinder und jugendlichen dem schlechten einfluss von homosexuellen ausgesetzt sind? ja, die logische konsequenz wäre eine homosexuelle bewegung, die nichts anderes zum ziel hat, als die gesellschaft zu zersetzen. was ein glück, dass sich inzwischen etliche schwule und lesben in der cdu tummeln, lange wird es mit der partei also nicht mehr gutgehen :mrgreen: