Tagesarchiv: 6. August 2009

kreatives schreiben und songtexte

musik begleitet bei vielen menschen den alltag. musik berührt und erzeugt stimmungen. so haben menschen oft songs und lieder, die sie mit bestimmten ereignisse verbinden oder für eine gewisse zeit stücke, die sie am liebsten hören. laden sie ihre schreibgruppe einmal dazu ein, das lieblingsmusikstück mitzubringen und möglichst gleichzeitig, die songtexte dazu.

es ist heute nicht schwer an songtexte zu kommen, sie sind im internet meist leicht zu finden. die texte stehen im einklang mit der melodie und dem rhythmus. so wie jede lyrik einen eigenen rhythmus hat, so verbindet sich dieser mit der musik. normalerweise orientiert sich das kreative schreiben wenig an vorgegebenen mustern oder strukturen.

doch songs und musikstücke bieten eine schöne grundlage, einen einstieg in die lyrik zu bieten. sie können umgeschrieben werden, indem man erst versucht einzelne worte auszutauschen, die die rhythmischen vorgaben einhalten. im anschluss kann man sich überlegen, welche eigenen worte zur melodie passen könnten. dies kann die grundaussage des ganzen muskstücks verändern.

sollten teilnehmerInnen keine hemmungen haben, sich vor der gruppe zu produzieren, dann ließe sich sogar nach der umformulierung von songtexten sogar eine karaokeveranstaltung durchführen. das bedeutet zwar ein wenig vorbereitung, könnte aber auch der kontrolle dienen, ob sich der eigene text in die melodie einfügt und viel spaß machen. hier ist es auch kein problem, einen englischsprachigen text durch einen deutschen text zu ersetzen. die verwendung von songtexten bietet jedenfalls viele weitere möglichkeiten für das kreative schreiben. manche rap-workshops nutzen dies schon seit langem und sind auch für jugendliche und junge erwachsene attraktiv.

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schreibpädagogik und spontanität

stellen sie sich vor, sie haben für das nächste schreibgruppentreffen eine schreibanregung draußen im wald geplant. es ist wunderschönes wetter und sie begeben sich mit ihrer gruppe in den wald. nach einer stunde kommt ein gewittersturm auf, der keinen zweifel daran aufkommen lässt, dass es nicht sinnvoll ist, im wald weiterzuschreiben. also müssen sie als leiterIn der gruppe eine alternative anbieten.

oder sie geben eine schreibanregung und neun von zehn teilnehmerInnen kennen diese anregung schon aus dem letzten volkshochschulkurs im kreativen schreiben, finden die anregung langweilig oder sagen, ihnen falle nichts dazu ein. sie können nun natürlich ihr konzept auf biegen und brechen durchführen oder sich schnell eine andere anregung einfallen lassen.

hier unterscheidet sich die anleitung von schreibgruppen nicht groß von anderen gruppenleitungen. es können immer dinge geschehen, mit denen sie nicht gerechnet haben. dies sollte man sich schon im vorfeld bewusst machen. bei manchen führt das dazu, dass sie versuchen, sich gegen alle eventualitäten abzusichern und drei alternativvarianten vorzubereiten. dadurch schaffen sie nur eine teilweise sicherheit, denn es kann noch so viel passieren, das ihnen gar nicht in den sinn kam.

wichtig scheint es in solchen momenten, die ruhe zu bewahren, gelassen zu bleiben und spontan alternative möglichkeiten anzubieten. die vorfälle sind selten eine kritik an ihrem konzept sondern zufällige begebenheiten. natürlich wäre es schöner gewesen, im wald zu schreiben, aber nun kann man vielleicht das thema „gewitter“ als anregung nutzen. es scheint eine übungssache zu sein, die man im laufe von gruppenanleitungen lernt, auch einmal vollständig das eigene konzept über den haufen werfen zu können. und es spricht auch nichts dagegen, in solchen momenten die teilnehmerInnen in die ideenfindung einzubeziehen. sie verspielen dadurch nicht den status der leitung, da sie weiterhin die umsetzung anleiten. meist kann man im nachhinein nur über die absurden zufälle, die einem das eigene konzept demontierten, lachen.