Tagesarchiv: 10. August 2009

nabelschau (21)

fussball regiert die welt. brot und spiele sind immer noch ein befriedungskonzept, das in den heutigen gesellschaften ganz gut funktioniert. eine zeitlang machte es den eindruck, dass das brot die überhand beim ruhigstellen gewinnt. doch gerade in letzter zeit stellt sich heraus, wahrscheinlich seit der finanzkrise, die den rubel nicht mehr so rollen ließ, dass das brot in den hintergrund tritt. fussball aus den arenen wird bestimmend.

woran sich das ablesen lässt? die ziehung der lottozahlen wurde zum beispiel verschoben. da interessiert es nicht, dass wahrscheinlich sehr viel mehr menschen der hoffnung auf den großen gewinn, auf einen riesigen laib brot folgen, als dem über den rasen getretenen ball. doch das spielt keine rolle, in der konkurrenz um die senderechte für die übertragungen wird alles andere im fernsehprogramm gekippt. das hat zur folge, dass die ziehung der lottozahlen an sich, schon zu einem lotteriespiel werden. denn im vorfeld laufen in zukunft solch bewegende sendungen wie das „musikantenstadl“, die generell unklare schlusszeiten haben. also folgt die ziehung der lottozahlen nicht unbedingt den zeitangaben der programmzeitschriften. alles nur, wegen diesem fussball.

ähnlich sieht es in berlin aus. die stadt schämt sich ein wenig dafür, dass ihre schnellbahn nur sehr eingeschränkt verkehrt. dies bedeutet für alle ihr tägliches brot verdienenden bei dreißig grad im schatten, sich in verkürzte züge zu drängen, um überhaupt den arbeitsplatz zu erreichen. doch wenn der heimatverein ein spiel in der liga hat, dann schafft es die s-bahn, sonderzüge einzusetzen, damit jeder zuschauer pünktlich das stadion erreichen kann. und dies, obwohl der spielort auch noch von der u-bahn angefahren wird. wenn das mal keine aufforderung ist, arbeit arbeit sein zu lassen und brot brot sein zu lassen, um sich nur noch dem spielen zu widmen. oder sich einfach mal bei der s-bahn zu beschweren, warum diese sonderzüge nicht im alltag eingesetzt werden können. alle nur, wegen diesem fussball.

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selbstbefragung (27) – zweifel

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich ab nun ein wenig unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „zweifel„.

  • sind sie ein misstrauischer mensch? beschreiben sie.
  • haben sie schon einmal das gefühl gehabt, entwicklungen zu verhindern, da sie zu viel zweifelten? begründen sie.
  • was löst bei ihnen zweifel oder misstrauen aus?
  • was ist für sie gut daran, in manchen momenten bedenken zu haben?
  • in welchen lebenszusammenhängen sind sie am misstrauischsten? zählen sie auf.
  • möchten sie mehr oder weniger zweifeln?
  • wie reagieren sie meist auf bedenken anderer in bezug auf ihre eigenen entscheidungen? beschreiben sie.
  • gibt es situationen, in denen sie nie zweifeln?
  • waren sie schon einmal verzweifelt? wann?
  • wie überwinden sie zweifel? beschreiben sie.

schreibidee (146)

uralte bücher zeugen davon, dass es einmal einen mann gab, der sich viele auf der welt lebende tierarten vornahm, um sie in kurzen texten zu beschreiben. man nannte ihn tiervater brehm, dessen porträts von der allein naturwissenschaftlichen betrachtung abwichen, da er dem einzelnen tier nebenher menschliche charakterzüge zuschrieb. danach kamen micky mouse, die biene maja und der kleine maulwurf. und nun soll die schreibanregung sich den „tiergeschichten“ widmen.

dazu gibt es sowohl ein paar bände von „brehms thierleben“ als vorlage als auch ein lexikon mit diversen tierarten zum betrachten. wenn es der leitung der schreibgruppe möglich ist, sollten ein paar anschauungsbeispiele für die teilnehmerInnen vorliegen. alle teilnehmerInnen wählen sich fünf tiere aus, die sie auf einer halben seite in der art des tiervaters beschreiben. dabei sind naturwissenschaftliche aspekte nebensächlich, es geht um den charakter des tieres. diese tierbeschreibungen werden in der schreibgruppe vorgetragen.

im anschluss wählen sich alle teilnehmerInnen aus der großen palette ein tier aus, das sie als hauptprotagonist ihrer geschichte verwenden wollen. es geht hierbei nicht darum, eine tierfabel zu verfassen, diese schreibidee gab es hier schon einmal. es geht darum, das leben in die tierwelt zu verlagern. für die geschichte steht viel zeit zur verfügung. anschließend werden die „tiergeschichten“ in der schreibgruppe vorgetragen. beim feedback kann betrachtet werden, ob die anderen teilnehmerInnen die charakterzüge des beschriebenen tieres teilen.

diese schreibidee lässt sich natürlich auch wunderbar an einem anderen ort durchführen, wie zum beispiel im zoo oder auf einem bauernhof. außerdem bietet sich die idee für das schreiben mit kindern und jugendlichen an, da der bezug zu tieren für viele aus anderen kindergeschichten oft schon gegeben ist und gleichzeitig noch manches neue vermittelt werden kann.