Tagesarchiv: 21. Oktober 2009

50 000 besuche auf diesem blog in anderthalb jahren

kaum wieder ins schreiben gekommen nach verdienter pause, zeigt mir das zählwerk zum einen an, dass die pause nicht unbedingt leserInnen davon abhielt, den blog zu besuchen, zum anderen, dass nach anderthalb jahren eine ganz ordentliche marke überschritten wurde.

es freut, wenn ein interesse am geschriebenen besteht. vieles notiert man ja auch für sich, wie zum beispiel die schreibideen und schreibaufgaben, da man sie selber in schreibgruppen und anderen arbeitszusammenhängen anwenden kann. ebenso die ganzen überlegungen zum kreativen schreiben, zum biografischen schreiben und zur schreibpädagogik an sich. dies bringt einen im laufe der zeit fachlich weiter.

wenn dann noch ein interessanter diskurs entsteht (der immer noch zu gering ist, den ich aber auch nicht immer aufrecht erhalten kann (die zeit, die zeit … 😮 )), freut das um so mehr. hier auch schon häufiger betont, das faszinierende am web 2.0 ist es, dass solche klitzekleinen nischen tatsächlich wahrgenommen werden. diese faszination wird sich bei mir nicht so schnell legen. anders geschrieben: „es funktioniert“. und noch einmal anders formuliert: es spricht sich auch herum. dazu muss man noch nicht einmal sehr häufig verlinkt sein, es braucht anscheinend nur ein wenig geduld.

so werde ich wohl ein tässchen mineralwasser auf diesen kleinen erfolg trinken, mich bemühen, nicht zu viele negative kommentare abzusondern (obwohl mir da schon wieder eine menge einfallen würde) und weiterhin den gesamtgesellschaftlichen blick nicht aus den augen zu verlieren. und ich danke natürlich für die aufmerksamkeit.

wortklauberei (50)

„sprachbox“

stellen sie sich eine schachtel vor. in diese schachtel führt ein gartenschlauch, der wiederum in einem trichter endet. nun sprechen sie in den trichter und hinterlassen für den besitzer der schachtel eine nachricht. in der schachtel sitzen kleine elektronen, die wie fleissige bienchen ihre nachricht speichern. jedes elektron vielleicht einen buchstaben oder eine kleine melodie ihres sprech-singsangs. so stelle ich mir jedenfalls eine „sprachbox“ vor.

also erst einmal stelle ich mir nur eine box vor. diese boxen stapelt anscheinend der deutsche telekommunikationsanbieter mit der magenta-farbe in großen lagerhallen. denn wenn man versucht, menschen telefonisch zu erreichen, wird man darauf hingewiesen, dass man auf eine sprachbox eine nachricht sprechen kann. das ist seltsam, da bis dahin diese box anders hieß. aber wahrscheinlich haben sich findige mitarbeiter überlegt, oder sprachschützerInnen beschwert und die telefongesellschaft aufgefordert, diese anglizismen aus ihrem angebot zu beseitigen. nun, das ergebnis kann sich hören lassen.

allein der begriff „box“ ist nun doch kein urdeutscher. aber dann auch noch „sprach“ als erklärenden begriff zu verwenden ist klasse. sinnvoller wäre dann schon die besprechungsbox oder die nachrichten-speicher-box oder aufzeichnungsbox zu erfinden. denn mit sprache hat die box nicht viel zu tun. man könnte natürlich die vergangenheitsform von „sprechen“ heranziehen, da die nachricht ein wenig gealtert ist, bis sie abgehört wird. nach dem motto: er sprach´s und es war vergebens. ob dann die kundInnen am anderen ende unterrichtet werden, dass etwas auf ihrer „gehört“-box zu finden ist? und was für boxen nehmen die da eigentlich? der begriff wirft mehr fragen auf, als dass er klarheit schafft.