Tagesarchiv: 20. Januar 2010

schreibidee (156)

wie oft warten sie in ihrem leben auf andere. sie sind verabredet und ihre verabredung kommt zu spät. sie sitzen in einer veranstaltung, alle lesen den gleichen text, und sie sind schon fertig. sie befinden sich in ihrer schreibgruppe, die anderen schreiben noch, aber sie haben ihren text schon beendet. sie diskutieren mit freunden und haben das gefühl, dass diese ihren argumenten nicht mehr folgen können, da ihnen ihre gedankensprünge zu schnell gehen. dann sind sie zu schnell für diese welt. die schreibidee greift im gegensatz zur vorherigen, diesen aspekt auf und bringt „zu-schnell-für-diese-welt-geschichten“ hervor.

als einstieg sollten sie der schreibgruppe kurz ein paar künstlerInnen und wissenschaftlerInnen vorstellen, die ihrer zeit voraus waren. menschen, die andere zum kopfschütteln bewegten, da sie sich nicht vorstellen konnten, dass die welt sich so entwickeln würde. dann sollen die teilnehmerInnen eine eigene biografie eine menschen erfinden, der seiner zeit voraus ist. diese biografie sollte auf einer seite beschrieben werden.

als nächstes wendet sich die schreibgruppe den erfindungen zu. alle teilnehmerInnen beschreiben auch wieder auf einer seite, eine innovation, die die menschenheit in zukunft verändern wird. dabei können alle ihrer fantasie freien lauf lassen und die erfindung muss nicht realistisch erscheinen. zum abschluss findet noch 10 minuten lang ein fokussiertes freewriting zum thema „geschwindigkeit“ statt. dabei ist von den teilnehmerInnen darauf zu achten, dass sie so schnell wie möglich schreiben.

anschließend sind alle aufgefordert, einen „hochgeschwindigkeits-text“ zu schreiben. irgendetwas in dieser geschichte muss schneller, innovativer oder neuer sein als alles andere. dabei kann es sich um menschen, dinge oder situationen handeln. die geschichten werden anschließend in der gruppe vorgetragen. das feedback ist kurz und schnell. alle teilnehmerInnen dürfen jeweils fünf worte zur geschichte sagen ohne nähere erklärungen abzugeben.

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schreibidee (155)

kennen sie die situation, in der sie den ganzen tag terminen und fortbewegungsmitteln hinterher hetzen und am abend das gefühl haben, dass sie mit allem nicht mehr schritt halten können. oder sie lesen ein buch, von dem viele menschen berichten, es sei äußerst interessant, aber sie verstehen das buch nicht. oder sie haben sich gerade mit der neuen mode angefreundet, jedoch alle um sie herum tragen schon wieder ganz andere sachen. dann kann das gefühl aufkommen, zu langsam für diese welt zu sein. die schreibidee will diesem gefühl nachgehen und „zu-langsam-für-diese-welt-geschichten“ entstehen lassen.

als einstieg werden die teilnehmerInnen der schreibgruppe aufgefordert zwei situationen auf jeweils einer halben seite zu beschreiben, in denen sie meinen etwas verpasst zu haben. dann sollen noch zwei situationen beschrieben werden (auch wieder jeweils eine halbe seite) in der sie sich langsamer als die anderen vorkamen.

im anschluss wird eine seite zu den vorteilen der langsamkeit geschrieben. dabei sollten die schreibenden darauf achten, dass sie auch ihren schreibrhythmus verlangsamen. jedes wort wird gemalt. im hintergrund kann beruhigende, getragene musik gespielt werden. als letzte vorbereitung für den eigentlichen text wird ein cluster erstellt, dass sich auf die worte „zu langsam“ bezieht. die teilnehmerInnen schauen sich noch einmal in ruhe ihre ganzen vorarbeiten an und lassen die ideen in eine geschichte fließen. es wird genug zeit zur verfügung gestellt, die geschichte zu schreiben.

anschließend werden die geschichten vorgelesen. dabei sollen die schreibgruppenteilnehmerInnen darauf achten, langsam zu lesen. es gibt keine feedbackrunde, sondern es werden feedbackgeschichtchen geschrieben. die jeweils rechten nachbarInnen schreiben das feedback unter dem blickwinkel, woran die langsamkeit in der geschichte hindert, selbst wenn in der geschichte die langsamkeit positiv bewertet wird.