Tagesarchiv: 21. Januar 2010

schreibidee (158)

das internet verursacht nicht nur, dass immer mehr geschrieben wird, es führt auch zu einer verstärkten visualisierung unseres lebens. wir nehmen vieles nur noch ausschließlich mit den augen auf und andere formen der kommunikation treten in den hintergrund. dabei spielt es eine große rolle, in welcher abfolge zum beispiel bilder betrachtet. eine veränderte abfolge hinterlässt auch einen veränderten eindruck. diese schreibidee versucht, „bilder-folge-texte“ entstehen zu lassen.

sie wählen vor dem treffen der schreibgruppe 8 in ihren augen aussagestarke bilder aus. am besten haben sie sie schon in ihrem computer als dateien oder sie scannen sie ein. denn sie benötigen für jede(n) teilnehmer(in) den vollen satz der 8 bilder. variieren sie diese bilder für alle teilnehmerInnen in jeweils einer anderen reihenfolge. verteilen sie die stapel an alle.

nun werden die schreibenden aufgefordert, die bilder der reihe nach anzusehen und zu jedem bild 5 assoziationen zu notieren. dies sollten nur stichworte oder kurze gedanken sein. dabei soll die reihenfolge der bilder nicht verändert werden. anschließend wird noch ein freewriting zu den acht bildern geschrieben, dauer ungefähr fünf minuten.

aus der abfolge der bilder und den notierten assoziationen soll durch die teilnehmerInnen der schreibgruppe jeweils eine geschichte entstehen. dabei sollen die bilder in irgendeiner weise in die geschichte einfließen. und auch hierbei soll wieder die reihenfolge eingehalten werden. es wird genug zeit zur verfügung gestellt, eine längere geschichte zu verfassen.

wenn die geschichten geschrieben sind, stellen alle teilnehmerInnen kurz ihre bilderfolge vor, lesen ihre geschichte und reflektieren noch ganz kurz darüber, was sie zu der geschichte animiert hat. es gibt dieses mal keine klassische feedbackrunde, sondern es wird, nachdem alle geschichten vorgelesen wurden, darüber diskutiert und reflektiert, inwieweit die reihenfolge der bilder einfluss auf die jeweiligen geschichten hatte.

schreibidee (157)

schreibideen, kurze nachrichten, einkaufslisten oder adressen werden gern einmal auf kleine zettelchen, alte rechnungen, leere briefumschläge oder servietten notiert. später dies alles zusammenzutragen kann schwer sein. bei dieser schreibidee wird der umgekehrte weg gewählt, ein großes blatt wird in kleine abschnitte unterteilt und die darin notierten ideen zu einer „faltpapier-geschichte“ verbunden.

alle teilnehmerInnen erhalten zu beginn ein din-A3- oder sogar din-A2-blatt. sie werden aufgefordert dieses blatt kreuz und quer und auf keinen fall geordnet zusammenzufalten. dies sollte möglichst so geschehen, dass die falten relativ scharf und beim auseinanderfalten sichtbar sind. die falten können zur besseren orientierung auch noch mit einem stift nachgezogen werden.

in jedes durch falten begrenzte feld sind nun kurz-kurz-geschichten zu notieren. dabei kann es sich um kleine beobachtungen, dialoge oder auch handlungen handeln. es werden also viele verschiedene kurze geschichten auf dem großen blatt nebeneinander stehen. alle teilnehmerInnen der schreibgruppe geben ihr blatt anderen teilnehmern. diese lesen sich die kurzen geschichten gar nicht durch, sondern nummerieren nur die einzelnen „falt-felder“ nach belieben durch.

die durchnummerierten blätter werden nun den autorInnen zurückgegeben. entlang der zahlen schreiben die teilnehmerInnen der schreibgruppe aus den kurz-kurz-geschichten eine längere, zusammenhängende geschichte. dabei sollte möglichst nichts ausgelassen werden und wenn möglich sogar der o-ton der jeweiligen kurz-kurz-geschichte verwendet werden. die entstandenen texte werden in der schreibgruppe vorgetragen und es wird ein feedback gegeben.