Tagesarchiv: 29. Januar 2010

damit die digitale revolution auch wirklich eine revolution wird

revolutionen haben das ziel, dass sich gesellschaftliche bedingungen so weit verändern, damit für viele mitglieder der gesellschaft eine verbesserung eintritt. nachdem in den vorherigen beiträgen die problematiken des web beleuchtet wurden, möchte ich hier einmal darauf eingehen, was es bräuchte und was es schon gibt, um eine positive veränderung hervorzurufen.

man kann es negativ sehen und von einer informationsflut schreiben. doch eigentlich handelt es sich dabei um eine sehr positive entwicklung. noch nie war es für den einzelnen menschen bei uns so leicht an verschiedene informationen zu allen aspekten des wissens zu gelangen, wie heute. und selbst wenn die überprüfbarkeit mancher informationen schwer ist, so habe ich doch viele vergleichsmöglichkeiten. wenn man die situationen mit bibliotheken vergleicht, so war die auswahl in den bibliotheken um einiges schwerer, ich konnte nur einen ausschnitt der vorhandenen literatur erhaschen und hatte selten vergleichsmöglichkeiten oder andere positionen dazu.

gut, ich habe oft immer noch nicht die möglichkeit, ganze bücher im internet zu lesen. dies wird auf absehbare zeit auch weiterhin aufgabe der bibliotheken sein. aber ich kann zum beispiel die bücher direkt über das internet ausleihen. ich muss meine wohnung seltener verlassen, um überhaupt an informationen zu kommen. Weiterlesen

am rande (04)

die süddeutsche zeitung berichtete vor anderthalb wochen über die datensammlungen, die die betreiber von facebook anstrengen (siehe „nachrichten aus dem netz“ vom 18.01. unter: http://www.sueddeutsche.de/kultur/157/500423/text/ ). gut man muss vorsichtig sein, vor allen dingen im internet, mit aussagen von insidern oder ehemaligen insidern, die anonym bleiben wollen, wenn sie sich zu den geschäftpraktiken von anbietern äußern.

aber abwegig erscheint das interview, das auf der homepage von „the rumpus“ veröffentlicht wurde, nicht. es berichtet, wie im artikel der sz zu lesen ist, dass facebook keine daten seiner user löscht. das interview kann hier nachgelesen werden: http://therumpus.net/2010/01/conversations-about-the-internet-5-anonymous-facebook-employee/#more-40822 .

selbst wenn die nachricht nicht stimmen sollte und social-software-anbieter in regelmäßigen abständen die daten ihrer user löschen sollten, selbst wenn internetprovider die verbindungsdaten ihrer kunden niemandem preisgeben und sie auch regelmäßig beseitigen, macht einem das interview doch bewusst, dass man keine kontrolle darüber hat. woher soll ich wissen, ob sich die stellen, die daten sammeln auch an ihre eigenen geschäftsbedingungen halten? woher soll ich wissen, ob die vorratsdatenspeicherung nach einem halben jahr restlos vernichtet wird und nicht doch herausgefilterte daten einfach woanders und abgekoppelt verschoben werden?

ich weiß es nicht! es wäre an der zeit, die rechte der user zu stärken und einblick in die eigenen daten zu gewähren. aber, und hier sind andere einrichtungen nicht unbedingt positive vorreiter, misstrauen ist angebracht, ob dies jemals geschehen wird. die auskunftspolitik der „schufa“ und die von ihr weitergegebenen vermerke unterscheiden sich: je nachdem ob ein kreditinstitut anfragt oder die person nach ihren eigenen daten fragt. und abgesehen davon erstellen inzwischen private firmen datensätze, die sie weiterverkaufen. diese firmen unterliegen anscheinend gar keiner kontrolle. also, warum sollten facebook und allen anderen anbieter sich da anders verhalten?