Monatsarchiv: Februar 2010

womit verhindert man kreativität?

ganz einfach: man geht davon aus, keine zu besitzen, nicht kreativ sein zu können. aber, wie kommt ein mensch zu dieser auffassung. es gibt da wahrscheinlich zwei gegensätzliche wirkmechanismen.

der erste und sicherlich bekanntere ist eine übertriebene ernsthaftigkeit. das fängt mich der kleinigkeit an, dass eltern meinen ihr kind müsse so aufgeklärt und gelehrt sein, dass es sich nicht in fantasien und ideen verstricken kann. dies sind die kinder, die schon wie kleine erwachsene wirken. dabei greifen eltern den wunsch der kinder auf, wie ihre eltern zu sein und überhäufen sie mit wissen und verantwortung. diese ernsthaftigkeit zieht sich weiter durch das leben der menschen: es wird nicht mehr gespielt, es wird gelernt. es wirkt jeder emotionale ausdruck, jeder kontrollverlust sehr bedrohlich. es wird vermittelt, dass jede anstrengung, jede leistung noch nicht genug ist, sondern noch besser sein könne.
dieses wirkungen der umwelt lösen bei den menschen meist aus, dass sie sich nicht genug anstrengen, dass sie das noch besser machen können. in solchen momenten besteht kein „spielraum“ für kreatives, würde es doch vermitteln, dass man aus sich etwas schöpft, das genügt. aber es genügt eben nicht. dieses geringe selbstwertgefühl passt wunderbar zu einem grenzenlosen leistungsprinzip. die entdeckung des kreativen wäre widerstand gegen die gelernten strukturen.

doch es gibt noch eine andere möglichkeit, kreative bestrebungen von anfang an zu ersticken. es handelt sich bei der zweiten vorgehensweise beinahe um das gegenteil der eben geschilderten. kritiklose begeisterung bei allem was kinder machen, machen die kleinen eher zu tyrannen, denn zu kreativen. lernen und entwicklung gehen einher mit einschränkungen und begrenzungen. in einer grenzenlosen umwelt, die mir alles ermöglicht und jede meiner äußerungen bejaht, muss ich keine kraft entwickeln etwas zu überwinden. mein dasein scheint einzig richtig zu sein. doch erst grenzen lassen mich alternativen denken, veranlassen mich nach kreativen auswegmöglichkeiten zu suchen.
nun bedeutet dies aber nicht, dass erst die richtige härte, strenge und einschränkung in meiner entwicklung zu kreativen ausdrücken führt. Weiterlesen

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schreibidee (168)

wenn sich die schneefelder und eisflächen verzogen haben, dann bricht die erde auf, brechen die knospen auf. ein kreislauf wird in gang gesetzt, der lang ruhte, verharrte und auf den richtigen moment wartete. nicht dass es ein bewusstes warten gibt, es gibt ein unbewusstes wissen darüber, wann der richtige zeitpunkt zum aufbruch gekommen ist. also sollte eine schreibidee im frühling auch eine „aufbruch-geschichte“ erbringen. das soll mit dieser idee versucht werden.

aufbruch hat für viele menschen eine biografische komponente, weshalb der einstieg in die schreibidee auch über biografische betrachtungen geschieht. die schreibgruppenteilnehmerInnen beantworten für sich fragen nach situationen in ihrem leben: wann sind sie zu neuem aufgebrochen? was hat diesen aufbruch aufgelöst? wohin möchten sie noch aufbrechen? wenn diese fragen beantwortet sind, schreiben alle noch ein fokussiertes freewriting zum thema aufbruch. aus all diesen vorarbeiten wird eine erste, kürzere geschichte geschrieben. sie kann, muss aber nicht biografische züge tragen. diese „aufbruch-geschichten“ werden in der schreibgruppe vorgetragen.

nun wendet man sich bildern des aufbruchs zu. was oder wozu bricht man auf? ein bovist, die erkruste können aufbrechen oder man bricht zu wanderungen, in den urlaub auf. diese bilder und anlässe werden in einem brainstorming gesammelt. sie werden gemeinsam notiert. alle teilnehmerInnen suchen sich ein bild, das ihnen am besten gefällt. es wird nun ein einseitiger text verfasst, der den gewählten aufbruch detailreich umschreibt. die geschilderten aufbrüche werden nun kurz in der schreibgruppe vorgestellt.

alle teilnehmerInnen wählen für sich den interessantesten aufbruch. es muss sich dabei nicht um einen eigenen handeln, es kann auch eine aufbruch-beschreibung anderer gruppenteilnehmerInnen verwendet werden, dazu vielleicht auch deren text herangezogen werden. zum abschluss wird eine ausführliche aufbruch-geschichte geschrieben. sie soll nicht nur den aufbruch schildern, sondern die folgen und konsequenzen der veränderung thematisieren. wie sehen die effekte eines aufbruchs aus (man betrachte nur die blühenden gärten in den nächsten wochen). die geschichten werden in der gruppe vorgestellt und es wird ein feedback gegeben.

wie entwickle ich schreibideen?

es kann spaß machen, schreibideen von anderen aufzugreifen und mit deren hilfe texte zu verfassen. noch mehr spaß macht es aber für sich selber oder für gruppen, die man anleitet, schreibideen selber zu entwickeln. doch wie geht man am besten vor, um eine umsetzbare schreibidee zu finden?
zum einen gibt es keine garantie dafür, dass sich jede schreibidee umsetzen lässt. schreibideen bewähren sich erst dann, wenn sie einmal ausprobiert wurden.
zum anderen kann eine schreibidee in der einen gruppe ganz wunderbar funktionieren, in der anderen gruppe aber kläglich scheitern. nicht alle ideen sind überall umsetzbar.

also kann man im vorfeld nicht alles antizipieren, das eine schreibidee hilfreich macht oder nicht. deshalb sollte man nicht zu vorsichtig in der planung, dafür um so bedachter in der anwendung sein. im laufe der zeit entwickelt man ein gespür dafür, welche schreibidee in welcher gruppe ganz gut ankommen könnte.

nun geht es erst einmal darum, einen einstieg in eine schreibidee zu finden. hier gibt es keine beschränkungen. auslöser für eine idee und einen kreativen prozess kann eigentlich alles sein. angefangen bei einzelnen gegenständen, erlebnissen, jahreszeiten, rituale, verhaltensweisen bis zu einzelnen worten, zeitrahmen oder schreibwerkzeugen, alles kann in eine schreibidee verwandelt werden.
man setze sich zum beispiel an einen ruhigen ort, in einen raum oder ins alltägliche getöse und lasse seinen blick schweifen. was fällt einem auf, was erblickt man? Weiterlesen

schreibidee (167)

kreatives schreiben lebt nicht nur von ideen, die einem durch den kopf geistern, sondern vor allen dingen von erlebnissen und eindrücken, die man einmal hatte und nun in einer idee zum beispiel neu kombiniert. wer einmal anfängt, sich eindrückliches zu notieren, dies später zum anlass für texte zu nehmen oder in geschichten einzubauen, wird irgendwann nicht mehr aufhören können erlebnisse und ereignisse zu sammeln. man geht immer konzentrierter und beobachtender durch die welt, man saugt das drumherum auf. in der schreibideen sollen „aufgesaugte geschichten“ geschrieben werden.

um an material für geschichten zu kommen, begibt sich die schreibgruppe zu beginn ihres treffens für zum beispiel eine halbe stunde in die freie wildbahn. alle teilnehmerInnen haben notizzettel oder -blöcke bei sich und notieren sich eindrücke, die ihnen begegnen. dabei sollen vor allen dingen kurze dialoge zwischen anderen menschen oder ereignisse, die man miterlebt notiert werden. dieses mal geht es nicht darum, wie schon in einer anderen schreibidee, den ort, an dem man sich befindet, genau zu beschreiben, sondern die interaktionen zwischen den menschen. eine gute möglichkeit bietet dafür zum beispiel eine busfahrt durch die stadt, der besuch eines cafes oder der gang in ein einkaufszentrum.

mit ihren notizen kommt die gruppe wieder an den eigentlichen treffpunkt zurück. nun können die teilnehmerInnen selber wählen, was sie schreiben möchten. sie können eine beschreibung ihrer tour mit allen erlebnissen formulieren. sie können sich einzelne aufgesaugte ausschnitte vornehmen und die geschehnisse vorher und hinterher beschreiben. sie können einzelne notizen zu einer ganz neuen geschichte zusammenfügen. sie können dialoge, die sie teilweise mitbekommen haben, weiterführen. oder sie können sich in ein ereignis einschalten, das sie nur beobachtend wahrgenommen haben, also sich zum einem teil der geschichte machen.

anschließen geben alle schreibgruppenteilnehmerInnen der gruppe einen kurzen einblick (also wirklich nur kurzen) in ihre notizen. dann werden die entstandenen texte vorgelesen. in der feedbackrunde können dieses mal von allen teilnehmerInnen zu den notizen der anderen weitere ideen für texte und geschichten formuliert werden.

schreibidee (166)

es passiert etwas, daraufhin kommt es zu reaktionen, zu handlungen, die wiederum etwas verursachen, das abermals zu reaktionen führt, um in eine weitere handlung zu münden, und so weiter. so ließe sich grob jeder erzählstrang einer geschichte abbilden. technisch kann eine solche abfolge natürlich durch einschübe, einen zweiten erzählstrang oder verschachtelungen unterbrochen werden. aber, man kann auch verschiedene teile, module, nebeneinanderstellen, die wie aufeinander gebaute klötzchen ein gesamtbild geben. diese schreibidee versucht „aufbau-geschichten“ entstehen zu lassen.

wunderbar wäre es, wenn die schreibgruppenteilnehmerInnen holzklötzchen oder legosteine zur verfügung gestellt werden könnten. diese sollten sie (maximal 10 stück) zu einem gebilde zusammenfügen, das vor ihnen steht. dann wird ein kurzes freewriting zu dem gebilde geschrieben. vielleicht ergibt sich durch das aufgebaute, das vor den teilnehmerInnen auf dem tisch steht, schon ein ort, ein raum, ein gebäude. wenn nicht, dann sollten sich die schreibenden etwas auswählen, zum beispiel ein mehrfamilienhaus, einen ummauerten garten, ein schloss oder auch einen würfel.

jeder stein, jedes klötzchen steht nun für eine begebenheit, eine beobachtung, eine person, die diesen raum bespielen und bevölkern. am besten erstellt die schreibgruppe eine kleine skizze ihres aufbaus und notiert in jedes bestandteil einen begriff, eine idee. im anschluss werden zu jedem klötzchen, jedem stein mit ihren begriffen kurze texte geschrieben (ungefähr eine viertel bis eine halbe seite). anschließend werden die textbausteine genauso aufgebaut wie die konstruktionen auf dem tisch. hilfreich kann es dazu sein, die klötzchen und steine durchzunummerieren. die daraus entstandenen geschichten werden vorgelesen.

anschließend kann man nun den eigenen aufbau umgestalten, also etwas neues bauen. nun nimmt man die neu entstandene konstruktion und bringt die textbausteine in die neue reihenfolge, liest die texte abermals vor. in der feedbackrunde wird darüber diskutiert, inwieweit sich durch eine umgruppierung der textbausteine ganz neue geschichten, neu bilder und assoziationen ergeben haben. die schreibidee kann einen eindruck davon vermitteln, wie groß der einfluss der anordnung von textbausteinen auf die aussage von geschichten und beschreibungen haben kann. sowohl die reihenfolge als auch die zusammensetzung der einzelnen abschnitte hat auswirkungen auf das gesamtverständnis eines textes.

wie schreibe ich kreativ?

ich möchte gern den kommentar von regido aufgreifen und behaupten: kreativ schreibt man dann, wenn man den mut aufbringt, die beschränkungen und konventionen des schreibens, zumindest ansatzweise, zu überwinden. eine der größten hürden ist sicherlich die vorstellung, dass man sich erst dann schriftlich äußert, wenn gedanken und geschichten ausgereift sind, qualitativ hochwertige produkte sind. dabei wird unterschätzt, wie profan die meisten schriftstellerInnen ihre werke beginnen.

hier steht die vorstellung vom großen mut, der notwendig ist, um sich zu äußern, um kreativ sein zu können, um sich bewusst in beziehung zu anderen zu setzen, im widerspruch zu den kleinen schritten, die alle menschen eigentlich machen. das überschreiten von regeln und konventionen wird natürlich mit sanktionen belegt und es kann nicht von einzelnen erwartet werden, locker diese „grenzen“ zu überschreiten und alle konsequenzen in kauf zu nehmen. doch oft wird die hürde selber so hoch veranschlagt, dass es gar nicht die sanktionen sind, die bremsen, sondern die eigenen vorstellungen.

zweigleisiges vorgehen erscheint mir sinnvoll. das eine ist, sich bewusst zu machen, was mich erwartet, wenn ich anfange mit allem zu spielen, mit worten, sätzen und erlebnissen. was ist das schlimmste, das mir passieren kann, wenn ich meine ideen zu papier bringe? sollte die bedrohung zu groß erscheinen, kann ich mich strategisch verhalten. ich kann zum einen die erwartungen an mich bedienen und mich im rahmen der konventionen bewegen. gleichzeitig kann ich aber für mich, kleine schritte versuchen. das wäre sozusagen das zweite gleis. es muss nicht gleich der große schriftliche wurf sein. es genügt vielleicht schon einmal ein abc-darium, eine kurz-kurz-geschichte oder einfach „nur“ ein brief an jemand anderen.

das schöne an den kleinen schritten ist es, dass auch sie schon das gefühl vermitteln können, etwas geschaffen zu haben, aus sich und der umgebung geschöpft zu haben. es fühlt sich gut an. Weiterlesen

schreibidee (165)

die schreibideen in dieser woche des kreativen schreibens greifen die jahreszeit auf. es geht vieles „auf“, die eisflächen werden porös, die sonne geht früher auf, die temperaturen gehen langsam aufwärts, es wird alles besser. ja, es ist zu erwarten, dass der frühling, wie jedes jahr um diese zeit, nicht mehr lang auf sich warten lässt. zum einen eine gewissheit, die jedes jahr wieder verwirklicht wird, zum anderen die unsicherheit, ob es dieses jahr wirklich so ist. diese woche sollen ideen, die eine aufwärtsbewegung verheißen, vorgestellt werden.

beginne ich also einfach mit dem wetter. wir hatten einen tollen winter, aber jetzt ist es mal gut. der schnee sieht schon lang nicht mehr nur weiß aus, er ist schmutzig, eisig und schwer. zeit, dass er verschwindet. im süden republik ein wenig schneller im norden zögerlich. und doch ist es an der zeit, auch die gedanken zu enteisen und „auftauende texte und geschichten“ zu schreiben.

als einstieg kann man in einer schreibgruppe, so die möglichkeit besteht, allen teilnehmerInnen einen eiswürfel auf einer unterlage geben und sie auffordern, das tauen des würfels genau zu beobachten und einen kleinen text dazu zu schreiben. es können erst einmal stichworte und assoziationen notiert werden, die einem bei dem tauenden würfel in den sinn kommen. aus diesen notizen wird ein maximal einseitiger text verfasst, der später in der schreibgruppe vorgelesen wird.

als nächstes soll ein cluster zum gedanken „wenn ein mensch auftaut…“ erstellt werden. was passiert mit einem menschen in diesem moment? in welchem zustand hat er sich vorher befunden? was bedeutet es, wenn man von unterkühltem verhalten oder erstarrten strukturen spricht? wie ist ein mensch, wenn er sich enteist hat? aus dem cluster ist eine längere auftauende geschichte zu schreiben. diese wird anschließend in der schreibgruppe vorgetragen und ein feedback zur frage gegeben, wie eindrücklich das auftauen vermittelt wurde.

die schreibidee kann noch um andere aggregatzustände erweitert werden. man kann sich noch dem kochen widmen. was bedeutet es, jemanden zum kochen zu bringen? oder wie koch ich vor wut? sollte also noch zeit vorhanden sein, kann dies zu weiteren geschichten und texten führen.

wie werde ich kreativ?

anders formuliert lautet die frage: wie werde ich schöpferisch? und die platte antwort lautet: indem man einfach loslegt. doch womit nur loslegen? gern formulieren menschen von sich, dass sie nicht kreativ seien. so etwas könnten sie nicht, sie hätten keine fantasie, ihnen würde nicht so viel einfallen. genauer betrachtet sind erst einmal alle kreativ. allein die bewältigung des alltags in der heutigen zeit, verlangt von jedem menschen ein gewisses maß an kreativität. immer wieder geschehen situationen, die einen auffordern, die üblichen handlungs- und denkgewohnheiten zu verlassen und neue wege zu beschreiten. dies ist ein ausdruck von kreativität.

doch schauen wir mal auf die kreativität, die im kulturellen bereich eine rolle spielt. eines der größten vorurteile besteht darin, dass man glaubt, die kreativen köpfe würden ihre ideen aus sich selber heraus schöpfen, hätten eine veranlagung dafür auf ideen zu kommen. dabei machen sie nichts anderes, als zu spielen. natürlich bauen viele ein gedankengebäude drumherum, das ihre kreativität als theoretisch unterfütterte entwicklung erscheinen lässt. und doch spielen sie im endeffekt. denn was ist spielen anderes, als gegebenes neu zu kombinieren, unerwartete situationen zu meistern und szenarien zu erfinden.

spielen wird bei uns gern als den kindern vorbehalten angesehen. spiel hängt mit spaß zusammen und kann deshalb in der vorstellung vieler nichts ernsthaftes sein. dabei ist spielen eine form, die welt zu entdecken und zu bewältigen. nichts anderes machen kreative. sie greifen die einflüsse von außen und die gefühle von innen auf, kombinieren sie und schaffen daraufhin etwas neues. neu wird es durch die neuartige kombination. nehmen wir ein allseits bekanntes beispiel: die verhüllung des reichstags in berlin durch christo und jeanne-claude. es handelte sich um nichts anderes, als dinge, die man im alltag auch macht, nämlich etwas zu verpacken, in andere dimensionen zu übertragen. zum einen verpackt man geschenke und zum anderen verhüllt man häuser mit gerüsten, wenn man sie renovieren möchte. kreativ war die idee, ein großes gebäude, wie ein geschenk zu verpacken.

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woche des kreativen schreibens

so, jetzt aber mal zum bekanntesten bereich der schreibpädagogik, des schreibens für alle, der vorbereitungen für texte und bücher, das kreative schreiben. es handelt sich dabei um ein weites gebiet, da es viele möglichkeiten gibt, sich dem schreiben anzunähern und dabei den kreativen aspekt in den vordergrund zu stellen. wenn man dann noch die vorstellungen des creative writing dazu nimmt (schwerpunktmäßig aus den usa kommend), dann ufert das thema endgültig aus.

ich möchte in dieser woche den versuch unternehmen, das thema ein wenig einzugrenzen. ich möchte weitere schreibideen veröffentlichen und gedanken über das kreative schreiben im internet anstellen. daneben vielleicht noch ein paar links oder wortklaubereien einstreuen. mal sehen, was die „woche des kreativen schreibens“ bringt.

ein wenig ins schlingern gerate ich jetzt schon, da der begriff der kreativität beinahe noch schwerer einzugrenzen ist, als der des schreibens. es lohnt wahrscheinlich auch einmal ein blick auf die verwendung von kreativität im sprachlichen und wissenschaftlichen kontext zu werfen und vor allen dingen die frage zu stellen: wie werde ich denn kreativ?

und wie immer freue ich mich über aussagekräftige kommentare oder ideen.

„emergenz digitaler öffentlichkeiten“ von stefan münker – ein buchtipp

was ist denn das web 2.0 außer einer interaktiven oberfläche im internet? es ist vielleicht ein medium. aber eigentlich nicht nur eines, sondern es sind viele medien. eine medienplattform, die beinahe alle möglichkeiten bedient. wie unterscheidet sich dieses medium von anderen medien wie radio und fernsehen? was für auswirkungen hat das auf unser soziales miteinander, welche folgen ergeben sich zum beispiel für den journalismus? wie verläuft unsere kommunikation?

diesen und vielen anderen fragen widmet sich das buch von stefan münker, „emergenz digitaler öffentlichkeiten. die sozialen medien im web 2.0.„. der medienwissenschaftler gibt einen historischen überblick hin zum web 2.0. er eröffnet die folgen für unsere gesellschaftlichen kommunikationsstrukturen und befindet sich mit seinem buch auf der höhe der zeit. das buch hat nicht den anspruch, ein letztendliches urteil über die entwicklung zu formulieren. es formuliert einzig, dass man sich dieser entwicklung nicht entziehen kann.

so wie jedes medium, ist die medienplattform web 2.0 in ihren auswüchsen zu kritisieren. doch um kritik üben zu können, muss man sich erst einmal ein bild vom stand er dinge machen. dafür eignet sich das buch wunderbar. es zeigt auf, wie das private öffentlich wird. was es leider nicht aufzeigt, und dies gehört meiner ansicht nach heute zu dieser thematik einfach dazu, ist die frage nach dem datenschutz. denn auch hier unterscheidet sich das internet von allen anderen medien, der rückschluss auf die einzelne person ist sehr einfach geworden. münker beleuchtet zwar die verschiebung der machtverhältnisse, wirft aber kaum einen blick auf den schutz des einzelnen. es geht nicht nur um die umgehung der zensur und die beeinflussung von wahlen durch medien, es geht um die kleinteilige kontrolle des einzelnen.

und doch, das buch fasst beinahe alle entwicklungen verständlich zusammen, so sperrig auch der titel daherkommen mag. wer also einen aktuellen überblick bekommen möchte, dem sei das buch an herz gelegt. es ist im suhrkamp verlag in frankfurt am main in der reihe edition unseld 2009 erschienen. ISBN 978-3-518-26026-5

schnickschnack (81)

die radiosender kranken an ähnlichen irrungen wie die fernsehsender. irgendjemand hat den sendern zu verstehen gegeben, dass sich ihre einschaltquoten verbessern, wenn sie reality-tv, ratgebersendungen und wissensentertainment vereinen. dann noch ein wenig aufgesetzten humor und der brei ist fertig. leider unterscheiden sich auch hier die öffentlich-rechtlichen sender nicht sehr von den privaten. gut, im radio gibt es noch ein paar nischen, doch die sind dann so wortlastig, dass radio als angenehme untermalung auch nicht geht. in berlin ist man mit „radio eins“ noch ein wenig verwöhnt, doch auch hier schlägt immer häufiger die ratgeberschiene zu.

schaut man in das internet, bietet sich eine riesige bandbreite an radiosendern, doch teils ist der empfang schlecht oder es findet sich überhaupt keine moderation mehr. außerdem möchte man auch neues entdecken können, denn wer kennt sich schon aus und verfolgt die ganze zeit abseits der trampelpfade, was es noch so an musik gibt. da ist es eine freude, einen sender (auch mal wieder über den grimme online award) gefunden zu haben, der es sich zur aufgabe gemacht hat, abseits des mainstream zu senden. dazu kommt noch, dass die musik nicht ausschließlich digitalisiert ist, sondern vom plattenspieler abgespielt ins netz gepumpt wird. man mag es vielleicht nostalgie nennen, doch manche audio-fans schwören auf das rillenabspielgerät.

byte fm“ ist der versuch, altes, gewohntes mit neuem zu verbinden. abseits des hypes, abseits der großen plattenlabel mit den verschiedensten musikrichtungen und den verschiedensten sendungen. gut, es ist schwierig, verpasste sendungen (man muss ja noch so manches im alltag bewältigen) noch einmal zu hören, diesen service gibt es nicht. aber dafür kann man kleine oder größere entdeckungen für sich machen, wenn man die möglichkeit hat, internetradio über die stereoanlage abzuspielen. zu finden ist der sender unter: http://www.byte.fm/ .

nabelschau (24)

mit schneekanonen auf spatzen schießen. na dett war ja mal nen ordentlicher winter. man ahnt schon, dass nun die kritiker der klimawandeltheorie wieder auf den plan treten werden und uns erklären werden, dass an der ganzen hysterie, von wegen die erde erwärme sich, nichts dran sei. dass sich all die entwicklungen im rahmen der natürlichen klimaschwankungen bewegen würden.

gleichzeitig versagte vor einiger zeit die weltpolitik beim versuch, eine veränderung bei der umweltverschmutzung herbeizuführen. es wäre mehr möglich gewesen, doch man zögert weiter. ökologisch betrachtet, hat die natur da kein problem mit. geht das eine ökosystem hopps, baut sich ein neues auf. es mag für den menschen nicht attraktiv sein, lebensunwirtlich, aber für andere lebewesen bieten sich da sicherlich möglichkeiten.

der gutmensch sagt sich in solchen momenten, da muss etwas geschehen. also organisiert er eine demo. doch demos sind auch nicht mehr so interessant, seitdem man eigentlich täglich wegen irgendetwas auf die straße gehen könnte. also muss eine aussagekräftige demo her, ein event. vor etlichen wochen organisierte man in berlin eine schneemann-demo, um auf den klimawandel aufmerksam zu machen. hübsche idee, auch wenn aufgrund der vorjahre davon auszugehen war, es wird keinen schnee geben.

doch weit gefehlt, berlin hatte dieses jahr genug schnee. nur leider keinen für schneemänner. es war zu kalt, der schnee zu pulvrig. doch anstatt einfach eine eisschollen-demo auszurufen (und vielleicht knut drauf zu setzen), wurden schneekanonen nach mitte geschafft, um genug pappigen schnee produzieren zu können. nun fragt sich der unbedarfte mensch, womit werden schneekanonen eigentlich betrieben? mit wasser und viel strom (oder anderen energiequellen). so kam es zum inszenierten widerspruch. eine demo gegen klimawandel, hohen co2-ausstoss und energieverschwendung mit hilfe von energiefressenden schneekanonen. wahrscheinlich solarstrom-betrieben, um die umwelt zu schonen.

da hätte man dann auch gleich den klimawandel fordern können, damit die solarzellen in zukunft nur noch so jubilieren. aber immer noch besser als die verwendung der atomenergie zur brückentechnologie zu erklären wie es zur zeit geschieht, um weiter strahlend in die zukunft blicken zu können. ist schon scheisse, dass das leben so komplex ist.

500 fragen zur selbstbefragung aus diesem blog

im laufe der letzten monate formulierte ich hier fragen zur selbstbefragung unter verschiedenen stichworten. auf die idee kam ich durch die fragebögen von max frisch. die selbstbefragung ist meiner ansicht nach ein guter einstieg oder eine gute vertiefung des biografischen schreibens. möchte man sich nicht ausschließlich an einer zeitlinie entlanghangeln, um die eigene lebensgeschichte aufzuarbeiten, kann man einzelne anspekte durch fragestellungen und reflexionen vertiefen. man kann selbstbefragung aber auch abseits des biografischen schreibens verwenden, um sich in regelmäßigen abständen zu hinterfragen, resümee zu ziehen und vielleicht veränderungen im eigenen leben einzuleiten.

wie bei allen techniken und möglichkeiten, sich mit sich selbst zu beschäftigen, kann dies sowohl wunderschöne erkenntnisse zu tage fördern, einen aber auch in eine krise manövrieren. hier sei nur kurz angemerkt: sollte man feststellen, dass die selbstbefragung viel mehr als nur einzelne aspekte in frage stellt, dann hat man zwei möglichkeiten. zum einen kann man stoppen weiter in die tiefe zu gehen und sich dadurch selbst schützen, zum anderen kann man sich professionelle hilfe und unterstützung bei psychologInnen oder therapeutInnen suchen, um an der frage weiterzuarbeiten. man muss nicht durch alle schwierigkeiten allein gehen.

hier im blog wurden jeweils 10 fragen zu folgenden aspekten gestellt:
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„schöner wird´s nicht“ von david sedaris – ein buchtipp

heiter weiter, so könnte man die grundlagen des buches von sedaris beschreiben. manchmal darf es auch lektüre sein, die nicht den anspruch zu größeren gedanken anzuregen hat. sie beschreibt nur die absurditäten des alltags, die kleinen neurosen, die wir alle mit uns rumtragen. und sie ist zum brüllen komisch, zumindest für viele menschen, die auch über sich selber lachen können. und die dem an sich ernsthaften leben noch eine witzige seite abgewinnen können.

david sedaris beschreibt, wie auch schon in seinen vorherigen büchern, situationen aus seinem leben. mal sind es längere, mal kürzere geschichten. dabei sind die situationen gar nicht so komisch, es sind die gedanken, die sich der autor dabei macht. und auf den punkt gebracht: „schöner wird´s nicht„. auch wenn die beschreibungen meist recht amüsant sind, schimmert in beinahe jeder geschichte, auch ein ernsthafter gedanke durch. das kennt man von sedaris, es ist kein schenkel-klopf-lachen, das er hervorrufen möchte, es ist ein ach-je-leicht-ist-das-leben-trotzdem-nicht-lachen.

und doch. wenn er zum beispiel beschreibt, wie er eine emotionale bindung zu einer spinne im ferienhaus aufbaut, sie füttert und sie später mit nach paris nimmt, dann liest sich das so skurril, dass man schwer an sich halten kann. oder der bericht darüber, das rauchen mit hilfe eines besuchs in japan und dem damit verbundenen kulturclash zu beenden, das gibt einem einblicke in eine fremde welt. ein buch, das dazu animiert, selber seinen alltag genauer zu beobachten und einen blick auf die eigenen schrägen gedanken zu werfen. man muss es nur notieren und eine angemessene sprache dafür finden. das ist ja ganz leicht 😛 das buch ist im karl blessing verlag in münchen 2008 erschienen. ISBN 978-3-89667-385-5 .

selbstbefragung (50) – streben

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „streben„.

  • was möchten sie in ihrem leben noch unbedingt erreichen?
  • warum haben sie es bis jetzt nicht erreicht? was fehlt ihnen?
  • wie anstrengend empfinden sie es, nach etwas zu streben? beschreiben sie.
  • um was bemühen sie sich zur zeit sehr?
  • wie sehen sie ihr leben in 10 jahren? was wird sich verändert haben? was haben sie erreicht?
  • sind sie zufrieden, was sie bis jetzt erreicht haben? begründen sie.
  • haben sie ein vorbild für ihr streben? wenn ja, wen und warum? wenn nein, warum nicht?
  • möchten sie erfolgreich sein? begründen sie.
  • was bedeutet ruhm für sie?
  • nach was haben sie bis heute umsonst gestrebt?

selbstbefragung (49) – lesen

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „lesen„.

  • lesen sie gern? warum?
  • schreiben sie gern? warum?
  • welches buch gefällt ihnen am besten? begründen sie.
  • welche bücher berühren sie am meisten? beschreiben sie.
  • wen lesen sie am liebsten? begründen sie.
  • haben sie sich schon einmal überlegt, selber ein buch zu schreiben? wenn ja, was für eins? wenn nein, warum nicht?
  • was halten sie von digitalen büchern? begründen sie.
  • welches buch lesen sie gerade? notieren sie eine kleine buchkritik.
  • wo und wie lesen sie am liebsten? beschreiben sie.
  • was lesen sie sonst noch? zählen sie auf.

schnickschnack (80)

schreibende lesen gern. eine der kurzweiligsten unterhaltungen ist der kriminalroman oder der thriller. spannung, sozialbeobachtungen, eine prise psychologie und viel action sind bestandteile dieses genres. der markt der krimis ist riesig. allein die regalreihen an spannung in größeren buchläden geben ein bild davon ab. doch wie soll man sich bei der vielfalt orientieren? woher weiß man, welche interessen der jeweilige krimi bedient? die klappentexte der bücher geben meist nur unzureichend aufschluss darüber.

dabei kann geholfen werden. bei der durchsicht der grimme-online-award-preisträger von letztem jahr, fiel schnell die homepage „krimi-couch“ ins auge. die seite aufgerufen und hoch erfreut. auf der seite passiert nichts anderes, als neuerscheinungen auf dem spannungs-markt zu besprechen und vorzustellen. besonders attraktiv wird das internetangebot durch seine diversen such- und sortierfunktionen. so kann man krimis nach autorInnen auswählen, aber auch nach ländern. man kann sich seinen persönlich attraktiven krimi suchen lassen, indem man den “ berater“ wählt und kriterien für den gesuchten krimi festlegt. die datenbank im hintergrund benennt nun die bücher, die in frage kommen. zu den büchern kann man sich dann noch die kritiken durchlesen und hat dann mit großer wahrscheinlichkeit schon einen ganz guten anhaltspunkt, ob sich der kauf lohnt oder nicht.

die ganze seite ist extrem bedienungsfreundlich schließt einfach eine lücke bei der büchersuche für die kleine ablenkung zwischendurch. bleibt nur zu hoffen, dass die betreiber beim lesen und beurteilen durchhalten und der markt somit immer übersichtlicher wird. alles kann sicher nicht erfasst werden, aber erste orientierung ist vor dem gang in den buchladen nicht das schlechteste. zu finden ist die seite unter: http://www.krimi-couch.de .

web 2.42 – assoziations-blaster.de

das web ist groß. so groß, dass man in etlichen jahren eine ganze menge übersehen kann. da benötigt es studierende, die einen auf seiten aufmerksam machen. so geschehen im zusammenhang mit assoziationen, die nicht ganz unwichtig sind für das kreative schreiben. die schreibpädagogik bietet da diverse assoziationstechniken, wie hier schon erwähnt und beschrieben. doch auch dabei kann das internet eine hilfe sein.

es gibt seit über 10 jahren den „assoziations-blaster„, eine homepage, die nichts anderes macht, als allen interessierten raum zu geben, assoziationen herzustellen und abzurufen. eine frühe form des web 2.0, der interaktiven vernetzung, des sozialen miteinanders. inzwischen gibt es riesige datensätze, die zu beinahe jedem begriff assoziative texte (oder leider auch wortsammlungen, da die beteiligten schwierigkeiten hatten, ganze sätze zu formulieren) zur verfügung stellen. man selber kann diese assoziationen erweitern, indem man einfach eigene geschichten und texte zu den begriffen einfügt. ab einer gewissen anzahl von eingestellten texten, erhält man das recht, eigene begriffe, die noch nicht „assoziiert“ wurden, vorzuschlagen.

abgesehen von der freude, anderen eigene assoziationen zur verfügung zu stellen, bietet der „assoziations-blaster“ auch anregungen für das eigene schreiben. man gebe einfach ein stichwort ein (wenn zum beispiel die aufforderung besteht, etwas zum thema „schuhcreme“ zu schreiben (habe jetzt nicht kontrolliert, ob es das stichwort gibt)) und klicke sich durch die diversen assoziationen. es wird sicherlich etwas hängen bleiben, eine idee entstehen, und der text kann verfasst werden (natürlich kann man noch ein freewriting oder ein cluster dazwischen schieben 😀 ). der blaster ist zu finden unter: http://www.assoziations-blaster.de . auf dass die ideen weiter wachsen.

selbstbefragung (48) – gewalt

die fragebögen zur selbstbefragung versuche ich unter rubriken zu bündeln. dieses mal geht es um „gewalt„.

  • gibt es formen der gewalt, die sie für legitim halten? welche?
  • haben sie selbst gewalt erfahren? beschreiben sie.
  • haben sie selbst gewalt ausgeübt? warum?
  • was ist für sie gewalt überhaupt?
  • psychische gewalt ist selten offensichtlich. welche formen der psychischen gewalt haben sie erlebt?
  • was tun sie, um gewalt aus ihrem leben zu verbannen? beschreiben sie.
  • warum sind menschen ihrer ansicht nach, überhaupt zu gewalt fähig?
  • haben sie schon staatsgewalt erlebt? wie weit darf diese gehen?
  • wie ertragen sie es, dass auf dieser welt gefoltert wird? begründen sie.
  • wann haben sie das gefühl, dass jemand gewaltig ihre grenzen überschreitet? beschreiben sie.

„suchmaschinen“ von david gugerli – ein buchtipp

google-bashing ist ja gerade sehr angesagt. faszinierend, dass dies vor allen dingen aus ecken kommt, die gleichzeitig gegen die geschäftemacherei im internet wettern. spannend auch, dass google vor allen dingen durch die user das wurde, was es heute ist. gäbe es bessere suchmaschinen, würden sie sofort zuhauf genutzt. es gab etliche versuche, aber sie funktionieren nicht mit der gleichen trefferquote. um die trefferquote zu erreichen nutzt google das verhalten der suchenden, nur so kann es sich den suchen annähern. jede ernsthafte suchmaschine wird nicht anders funktionieren können.

denn es gibt eine geschichte der suchmaschinen und vor allen des vorgehens bei der suche. die suche war und ist immer abhängig gewesen von den zur verfügung stehenden daten. diese geschichte und entwicklung macht der autor david gugerli in seinem buch „suchmaschinen. die welt als datenbank.“ an vier klassischen beispielen fest. er zieht dazu bekannte beispiele heran, die auf den ersten blick nicht gleich als suchmaschine zu erkennen sind. den anfang macht die fernsehsendung „was bin ich?“, dann „aktenzeichen xy“, anschließend die rasterfahndung des bka und zum schluss die entwicklung der sql-datenbanken.

man muss nicht mathematiker oder statistiker sein, um das buch zu verstehen. aber man bekommt bei der lektüre einen einblick in die verschiedenen suchbewegungen und die bedeutung von datenbanken. da wird nach dem „normalen“, der devianz, dem muster und der form gesucht. und es wurde gefunden. im vergleich zu heute handelte es sich um wenige daten, die zu verarbeiten waren. dies sieht heute ganz anders aus. und die algorithmen von google leisten dabei erstaunliches. es handelt sich um die konsequente fortführung der suchbewegungen, die in den beispielen des buches schon angelegt sind. dass mit dem finden der gesuchten information auch macht einhergeht, verwundert nach der lektüre überhaupt nicht mehr. bleibt nur die frage, wer die macht in händen halten soll?
das buch ist 2009 im suhrkamp verlag, frankfurt am main, in der edition unseld erschienen. ISBN 978-3-518-26019-7