was bietet die schreibpädagogik?

erst einmal ein weites feld. um der schreibpädagogik näher zu kommen, ist es notwendig zu fomulieren, was sie nicht bietet. die schreibpädagogik ist keine „rechtschreibpädagogik“. erst in den letzten schritten geht es auch um die korrektur der texte und geschichten, die entstanden sind. aber es geht nicht um rolle des klassischen diktats oder aufsatzes aus dem schulunterricht, deren augenmerk meist auf der korrekten ausdrucksweise und rechtschreibung liegen. die schreibpädagogik ist eher ein spielplatz der möglichkeiten. die schreibpädagogik ist auch keine „sprachwissenschaft“, die bemüht ist, den wendungen und formulierungen des aktuellen sprachgebrauchs vollständig auf den grund zu gehen. dies kann geschehen bei der betrachtung, wie ein text wirkt, welche assoziationen er auslöst und wenn ein feedback in einer schreibgruppe zu tage fördert, dass das was die zuhörerInnen erfassen sich stark von dem unterscheidet, was die autorInnen ausdrücken wollten. doch ziel der schreibpädagogik ist nicht die umfassende sprachanalyse. die schreibpädagogik ist auch kein „schreibmotivationsprogramm“. wenn jemand nicht schreiben möchte, ist das nicht schlimm und muss nicht auf teufelkommraus gefördert werden. die schreibpädagogik greift eher die lust der einzelnen auf. und die schreibpädagogik dient nicht ausschließlich einem ziel, wie zum beispiel einen tollen wissenschaftlichen text zu verfassen oder korrekte, aussagekräftige geschäftsbriefe zu formulieren. die schreibpädagogik versucht wahrscheinlich eine grundlage für viele schriftliche ausdrucksformen zu legen. wohin dann die einzelnen tendieren ist der schreibpädagogik erst einmal egal. doch was bietet sie nun?

  • die schreibpädagogik bietet möglichkeiten, die lust am schreiben und am sich ausdrücken wollen aufzugreifen und zu fördern. menschen sind als soziale wesen bestrebt, sich anderen mitzuteilen, sich anderen zu erklären und gedanken verständlich auszudrücken. menschen wollen in geistigen austausch mit anderen treten. hier setzt die schreibpädagogik an und zeigt verschieden formen des schriftlichen ausdrucks auf. hier fördert die schreibpädagogik die variationsbreite des schriftlichen ausdrucks.
  • um eigene ideen, die einem wichtig sind, zu finden (denn jeder mensch hat viele ideen, die ihm selber bisher unbekannt waren), bietet die schreibpädagogik einen bunten strauss an assoziationstechniken und „ideengeneratoren“, die einem auf die sprünge helfen können. und so gesellt sich nach kurzer zeit zur lust am schreiben, das erstaunen darüber, auf was für ideen man kommen kann 😉
  • die ideen vermitteln einem, wie viel fantasie man eigentlich hat. fantasie ist wie kreativität ein schwer zu definierender begriff, aber jeder erkennt sie, wenn sie einem begegnet. als kind hat man eine ausufernde fantasie, die es ermöglicht, sich beinahe alles vorstellen zu können. der alltag und die erziehung zeigen einem, dass dies aber nicht unbedingt die essenz des lebens sein sollte. wer nur seine fantasien auslebt, wird schnell für ver-rückt erklärt. also packen wir unsere fantasie gut weg und finden sie oft nicht wieder. die schreibpädagogik versucht wieder mut zur fantasie zu machen. denn ein weißes blatt papier hält sehr viel mehr aus als der alltag.
  • wie die fantasie im spiel eine große rolle erhält, so kanns sie auch in der sprache ihren ausdruck finden. wer kennt ihn nicht, jandls hopsenden mops, der eigentlich nichts anderes macht, als spaß ob der sprachlichen abfolge. wie schon oben erwähnt, scheint die sprachanalyse der schreibpädagogik nicht ganz so wichtig. aber das kreative spiel mit der sprache, das kann wieder gefunden werden. da sind die chinesen mit dem kontrabass ein start, doch gerade die deutsche sprache bietet einen noch viel größeren spielraum. den auszuschöpfen, kann neben dem schreiben eigener texte, einfach nur spaß bedeuten.
  • spiel und spaß werden in unseren ernsten zeiten kritisch beäugt, werden schnell mit realitätsferne verglichen. dabei erleichtern sie es enorm, ausdruck für die widersprüche des daseins zu finden. die schreibpädagogik will nicht mehr, als die angst vor dem weißen blatt oder den leeren bildschirm nehmen. durch eine unverkrampfte annäherung an das schreiben, entstehen wie von zauberhand ernste, reife texte. das mag jetzt ein wenig nach harry potter klingen, aber das ausdrücken von ernstem muss nicht automatisch mit schmerz und askese einhergehen. die schreibpädagogik versucht diese brücke zu bauen.
  • und wenn dann alles geschrieben, formuliert und ausgedrückt ist, dann lernt der mensch am besten, wenn er von anderen menschen erfährt wie seine gedanken, sein geschriebenes wirkt. die schreibpädagogik verfolgt konsequent das lernen von feedback geben und feedback nehmen. es kann gelernt werden, dass die rückmeldungen der anderen nicht der verurteilung dienen und die konkurrenz befördern, sondern hauptsächlich die eigene entwicklung fördern. denn ohne feedback und selbstreflexion stellt sich nach geraumer zeit das gefühl des auf der stelle tretens ein.

womit sich der kreis zur lust am ausdruck und am schreiben schließt. ich möchte als mensch und soziales wesen in den austausch mit anderen treten und mich dabei entwickeln. die schreibpädagogik ist eine gute grundlage dafür. im laufe der woche werde ich dies genauer betrachten.

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