Tagesarchiv: 4. Februar 2010

schreibaufgabe (29)

wir haben einen winter, wie man ihn sich schöner kaum vorstellen kann, also einen echten winter. einziger nachteil eines echten winter ist es, dass es kalt ist. nun hat der mensch irgendwann sein fell abgestreift und sich kleidung geklöppelt, um allen äußeren einflüssen trotzen zu können. irgendwann erfand er auch den ofen und die heizung und so lässt sich auch ein kalter winter muggelig in der wohnung verbringen. doch die heizungsluft ist trocken, trocknet die haut aus, das schützende fell fehlt ja. was gibt es dann schöneres, als zum cremetöpfchen zu greifen und der haut ein wenig feuchtigkeit zu spenden.

unglaublich lange vorrede, kurzer sinn. die schreibaufgabe fordert zum „verbalen cremen“ auf. tun sie sich mit ihrem text, mit ihrer geschichte etwas gutes. sehen sie nach wo durch die kälte der welt und die hitze des gefechts die eigene haut, die eigene seele trocken geworden ist. um auch in zukunft nicht ledrig durch die welt zu laufen, sollte das schreiben, dermatologisch und psychologisch getestet, ihnen die feuchtigkeit spenden, die sie gerade nötig haben. möbeln sie sich mit der geschichte wieder auf, ölen sie und massieren sie ein! lassen sie ihre haut, ihre hülle aufatmen. wie das geht? das wissen sie am besten. verfassen sie einfach einen text, der ihnen auch später noch gut tut. sie haben angst, das könnte kitschig werden? na und, hauptsache ihnen geht es gut damit. und möchten sie auch andere an ihrer entspannten haut teilhaben lassen, dann stellen sie den text hier hinein.

es ist doch schön, dass der mensch selbst für die folgen seines fellverlusts und der kalten winter eine lösung gefunden hat. die creme.

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schreibpädagogik und assoziationstechniken

häufig äußern menschen, die bisher selten zum stift gegriffen und eigene geschichten niedergeschrieben haben, dass sie gar nicht wissen worüber sie schreiben sollen. die einfachste variante besteht darin, darüber zu schreiben, was man im laufe des tages erlebt hat. doch manchmal erscheint einem der eigene alltag in der rückschau doch eher durchschnittlich und nicht würdig anderen mitgeteilt zu werden. also sucht man nach weiteren anhaltspunkten.

sollte für einen selber nicht gerade ein wort oder begriff wie „blutwurst“ oder „städtebau“ im raum stehen, den man aufgreifen möchte und zu dem einem eine geschichte einfällt, benötigt es anderer hilfsmittel, um zu einer schreibidee zu gelangen. die schreibpädagogik bündelt eine menge assoziationsmöglichkeiten und -techniken, die die ideenfindung vorantreiben können.

nehmen wir nur einen ganz einfachen begriff, wie zum beispiel „haus“. probieren sie mal in einer gruppe oder für sich selber zu verschiedenen zeiten, zehn worte zu notieren, die ihnen zu dem begriff einfallen. schnell fällt auf, dass es einen unendlichen pool an assoziationen gibt, der in jedem menschen schlummert. und es zeigt sich, dass der pool bei jedem menschen, zu jeder uhrzeit und in jeder stimmung ein anderer ist. selten gleichen sich die assoziationen von zwei menschen. so kann einem zu „haus“ zum beispiel „heizung“, „dach“, „schnecke“, aber auch „explosion“, „blockwart“ oder „lotterie“ einfallen.

die schreibpädagogik macht sich diese vielfalt der gedankenverknüpfungen zu nutze, Weiterlesen